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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Witteruug an der deutschen Küste im Febrnar 1903, 
183 
—_ Der Monat war fast. ununterbrochen mild; die Morgentemperaturen auf 
den Normalbeobachtungsstationen lagen nur am 10. teilweise und um Mitte des 
Monats vielfach, in Hamburg sogar keinmal, unter den normalen Werten. In 
ihrem Gange von Tag zu Tag zeigten die höchsten Tagestemperaturen nach 
geringer Änderung. Zunahme und vom 7. bis 11. eine nur am 9. durch vorüber- 
gehende Abkühlung unterbrochene Reihe von besonders warmen Tagen; dann 
sanken sie bis zum 15. oder 16. — im Osten unter den Gefrierpunkt. —, worauf 
sie wieder ebenso rasch anstiegen, und die letzte Dekade bei meist wenig 
weiterer ‚Änderung die höchsten Temperaturen des Monats brachte; diese blieb 
an der Küste frostfrei, ebenso wie die Tage vom 3. bis zum 9. — Nach der 
Tabelle schwankte die Temperatur an der Küste zwischen — 10,2° und 11,7°, 
also um.21,9°, Borkum blieb frostfei, während im Osten bis zu 8 bis 9 Frost- 
tage und noch bis zu 4 Eistage mit höchster Temperatur unter dem Gefrier- 
punkt eintraten. Die für die drei Terminbeobachtungen aus den Änderungen 
der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rücksicht auf das Vorzeichen der 
Änderungen als arithmetisches Mittel berechnete interdiurne Veränderlichkeit 
der Temperatur (I. T. V.) schwankte mit. ihren gröfsten Werten zwischen 1,6° 
(Keitum) und 8,2° (Wilhelmshaven) und wies die gröfsten Werte fast durchweg 
am Morgen, die kleinsten meist am Nachmittag auf. 
Die Monatssummen der Niederschläge liefsen vielfach bedeutende Unter- 
schiede beim Vergleich benachbarter Orte hervortreten. Die kleinsten Beträge, 
unter ‚30 mm, hatten neben einigen Orten der ostpreußischen Küste die Mehrzahl 
der Nordsee-Inseln,: die gröfßsten, über 75 mm, Brake (76), Brunshausen (78), 
Flensburg (79), Schleimünde (77) und Friedrichsort (81). — Die Niederschläge 
waren sehr häufig, über den gröfseren Teil der Küste ausgedehnt am 2. bis 5., 
7., 8., 10., 12. bis 14., 20. bis 23. und 26. bis 28., während über dem ganzen 
Gebiete überwiegend trockene Tage nur am 6. und 19. eintraten. Eine Reihe 
von aufeinander folgenden wesentlich trockenen Tagen trat über gröfserem 
Gebiete nur am 4. bis 6. und 16. bis 20. westlich der Elbe, und sonst nur noch 
zu zwei Tagen bemessen vereinzelt auf. Sehr ergiebige, in 24 Stunden 20 mın 
übersteigende Niederschlagsmengen wurden nur in Greifswalder Oie am 8. (26) 
beobachtet. — Nehel trat in gröfserer Verbreitung auf am 3. an der Nordsee, 
am 4. bis 6. von Mecklenburg bis Pommern, am 10, an der Nordsee sowie am 
18. und 21. an der mittleren Ostsee. — Als heitere Tage, an denen die Be- 
wölkung im arithmetischen Mittel aus den zu Zeiten der Terminbeobachtungen 
nach der Skala 0 bis 10 erfolgenden Schätzungen kleiner als 2 war, charakteri- 
sierten sich über ausgedehntem Gebiete nur der 9. von Rügen ostwärts und 
der 16. an der Nordsee und der mittleren Ostsee. — Gewitter wurden an der 
westdeutschen Küste in der Nacht vom 23. zum 24. mehrfach beobachtet. - 
Während des 1. bis 3. Februar stand die Küste unter dem Einflufs eines 
ostwärts schreitenden tiefen Ausläufers einer Depression im hohen Norden und 
eines in seinem Rücken von der Biscaya-See über Kontinentaleuropa vor- 
dringenden Hochdruckgebietes; bei rechtdrehenden, an der westdeutschen Küste 
vielfach steifen und vereinzelt‘ stürmischen Winden herrschte regnerische 
Witterung, zumal am 2. an der ganzen Küste. 
Ein neues, am 4. bis 6. im hohen Norden vorüberziehendes Minimum 
ließ kleine Ausbuchtungen der Isobaren längs der Küste schreiten, die am 4. 
und 5. verbreitete Regenfälle und am 6. an der ostdeutschen Küste bei ostwärts 
gerichtetem Vordringen des über Kontinentaleuropa gelegenen Hochdruckgebietes 
steife westliche Winde herbeiführten; dieser Tag brachte vorübergehend durch- 
weg trockenes, an der Küste vielfach nebeliges Wetter. 
Die Tage vom 7. bis 10. brachten abermals den Vorübergang eines mit 
einem tiefen Ausläufer nach der Küste reichenden Minimums im hohen Norden 
und in seinem Rücken ein von der Biscaya-See über Kontinentaleuropa vor- 
dringendes intensives Hochdruckgebiet. Ostwärts bis Pommern setzten in der 
Nacht zum 8. stürmische Winde und zum Teil voller Sturm aus SW ein, und 
am 8. hatte die ganze Küste rechtdrehende stürmische westliche Winde, vielfach 
bis Stärke 9 und 10, besonders an der preufsischen Küste, wo stürmische nord- 
westliche Winde noch am 9. herrschten. Im Gefolge des genannten Ausläufers 
hatte das ganze Gebiet am 7, und 8. und am 9. die westdeutsche Küste im 
Bereiche eines auf der Nordsee auftretenden Teilminimums Niederschläge.
	        
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