Kleinere Mitteilungen,
Seine Südgrenze fällt ungefähr in eine Verlängerung der Enns-—Salzach-
Linie, abgesehen von versprengten Vorkommnissen bis zur bayerischen Donau.
Seine Nordgrenze fällt mit der Main-Linie zusammen.
Es mufs auffallen, dafs aus diesem Gebiete, fast dem ganzen Süd-
deutschland, keine tatsächlichen Nachrichten über den von Valentin an-
genommenen nachträglichen und allmählichen Staubfall beigebracht zu sein
scheinen. In diesem Blick dürfte deshalb eine Beobachtung Interesse verdienen,
die ich zu Barr im Unterelsaßs (45° 25’ N-Br., 7° O-Lg.) am Nachmittage des
15. März machte, also drei Tage nach den letztberichteten Staubniederschlägen
in Norddeutschland. Ein heftig auffrischender Wind aus Südosten brachte gegen
53h N des 15. März 1901 einen Regenschauer, der an den Fensterscheiben,
besonders der Südwestseite meiner Wohnung, reichliche und auffallende Spuren
eines gelblichen Staubes zurückliefs. Sie traten in Form der ersten von
Hartwig aus Bamberg in der Berliner Veröffentlichung mitgeteilten Tropfen-
zeichnung auf, aber in sehr schräger Richtung, augenscheinlich infolge des
scharf auffrischenden Windes. Eine etwa örtlich entstandene Staubwolke war
zu Anfang der Böe nicht beobachtet worden. Die Fenster lagen im ersten
Stock eines mit hohem Erdgeschofs versehenen Hauses, etwa 8m über der
Strafse, das auf einer gegen Südosten erheblich geneigten Berglehne liegt. Der
Staub konnte also nicht aus einer örtlichen Staubwolke durch die ersten Regen-
tropfen niedergeschlagen sein. Auch wären in diesem Falle die später fallenden
Regentropfen rein genug gewesen, um jene Tropfenspuren gänzlich zu verwischen.
Die Barrer Beobachtung vom 15. März 1901 trägt demnach dazu bei,
jene erwähnte Lücke der Beobachtungen in einer für Valentins Vermutung
sprechenden Weise auszufüllen. Wilhelm Krebs.
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2. Sturm- und Springfiut über den Niedrigen und den Gesellschafts-
Inseln am 13. bis 15. Januar 1903. Nach Mitteilungen des Dampfers „Mariposa“
überflutete in diesen Tagen eine von einem Orkan getriebene Flutwelle die Gruppe
der Niedrigen Inseln. Viele Hunderte Menschenleben gingen dabei verloren. Der
Sturm dehnte sich bis nach Raiatea der Gesellschafts-Inseln aus und erreichte dort
seinen Höhepunkt am 14. und 15. Januar. Nach Aussagen der Überlebenden
von den durch die Katastrophe betroffenen Inseln hatte der Himmel am
11. Januar eine eigentümliche Färbung angenommen, was allgemeine Beunruhigung
hervorrief. Gleichzeitig wurde die Luft sehr drückend. Die heranstürmenden
Wogen nahmen in ihrer Aufeinanderfolge an Höhe zu, bis schliefslich eine nach
den bisherigen Mitteilungen über 10 m hohe Wassermauer über die Niedrigen
Inseln hinstrich.
8. Luftdruck und Luftwärme während des Sturmes am 10. und 11. Februar
{903 zu Apia. Am 10. und 11. Februar d. J. wehte über Apia ein heftiger
Nordoststurm. Von dem dortigen langjährigen meteorologischen Beobachter für
die Seewarte, Herrn Dr. Funk, sind während dieser Zeit Aufzeichnungen in
kürzeren Zwischenräumen, als sie die täglich dreimaligen Terminbeobachtungen
geben, gemacht, und der Seewarte zugesandt worden, Dieselben sind in der
folgenden Tabelle wiedergegeben.
Zeit Luftwärme, Luftdruck. Wind,
1908, II. °C mm
gb N 25,6 758,9 OSO 2
ab V 27,8 57,8 0ONO 5
N 25,5 55.1 ONO 6
i4bN 27,0 54,3 NO 6
JaN 25,5 55,83 NO >
ih 30min V 27,0 53,6 1
ih v 26,2 52,4
3 Vv 25,5 52,8
11bV 97.4 518
Luftwärme. Luftdruck. Wind,
dC. mm
274 149,7 NNW 5—6
26,6 505 NNW 5—6
26,9 544 NW 4
26,0 55,0 NW >
26,2 560 N
3—10 8 25,0 56,55 NW
8—10 27,5 53,9 NO
6—8 27,3 504 NW 2
5—6 25,0 56,0 WNW 2
In diesen Tagen gingen auch sehr ergiebige Regenfälle nieder. Es
wurden gemessen zu Apia die Regenhöhen für den 9. Februar 54,0 mm, für den
10. 101,8 mm, für den 11. 74,8 mm, für den 12. 75,7 mm, für den 13. 55,1 mm.
Bemerkenswert sind auch die verhältnismäfsig hohen Temperaturen der
Morgen- und Nachtstunden am 10. und 11. Februar und besonders das nicht
unbeträchtliche Sinken der Luftwärme am 10. nach der Beobachtung um 2* N
hin, also zu einer Zeit, zu welcher die tägliche Periode ein Steigen der Temperatur
T,