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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Fahrt nach Maracaibo. 
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Fahrt nach Maracaibo. 
Nach Bericht des Kommandos S. M, S. „Panther“, K-Kapt. Eckermann, vom 26. November 1902. 
Die Ansteuerung der äufseren Barre. S. M. S. „Panther“ hatte am 18. No- 
vember v. J. abends die Durchfahrt zwischen der Halbinsel Paraguana und der 
Insel Aruba erreicht, diese in der Mitte durchsteuert und stand nach Logg- 
rechnung um 9° 45=in N in der in den Segelanweisungen angegebenen Peilung: 
Aruba höchster Berg 34° (NOzN). Von hier wurde mit dem Kurse 226° (SW1'/4W) 
in den Golf von Venezuela. eingesteuert und am 19. November 5* 20min V der 
Schiffsort astronomisch bestimmt auf 11° 32,3‘ N-Br. und 71° 8,0‘ W-Lg. Die 
angestellten Lotungen ergaben annähernde Übereinstimmung mit der Karte. 
Von dem observierten Punkte an wurde noch 12 Sm auf demselben Kurse weiter- 
gelaufen und hierauf der Kurs auf die Bajo Seco-Insel genommen. Die ersten 
Landmarken, die 67 m hohen Hügel der Insel Taos, kamen in etwa 19 Sm Ab- 
stand in Sicht, nächstdem die drei niederen Hügel dieser Insel links, also östlich 
davon. Dann kam der niedrige Küstenstreifen westlich von den erwähnten 
Hügeln in Sicht, der aus Sanddünen mit niederem Buschwerk besteht, und 
schliefslich die Zapara - Insel, mit welcher die Einfahrt zwischen ihr und San 
Carlos sichtbar wird. Die Einfahrt erscheint in einer Breite von etwa 1 Sm, 
Das Fort St. Carlos erscheint bein Annäherung aus der angegebenen Richtung 
ungefähr in der Mitte zwischen der Osthuk der Halbinsel und den drei kleinen 
Hügeln liegend. 
An dem Punkte: alter Leuchtturm auf Zapara 145° (SO’/8S) und Fort 
163° (Sz0'/20) kam der Lotse an Bord. Die Tiefen betrugen bis hierher nicht 
unter 11 m. Der Lotse war Regierungslotse, hatte aber kein Zertifikat bei sich. 
Er kam in einem offenen Segelkutter mit der venezuelanischen Landesflagge 
hinaus und wurde von diesem mit einer Jolle abgeholt. Bei Windstärke 3 bis 4 
stand an dieser Stelle eine kurze mittelstarke See. Die Insel Bajo Seco, die 
man nach den vorhandenen Segelanweisungen für eine Ankerpeilung benutzen 
soll, ist von hier aus nicht auszumachen. 
. Das Passieren der äufseren Barre und der Weg bis zum Fort St. Carlos. 
Über die äufsere Barre führt der Kurs 187° (S°/4AW) auf die Mitte zwischen 
dem höchsten Punkte und den drei kleinen Hügeln der Insel Toas zu. Man 
hat hierbei die Brandung auf der der Einfahrt vorgelagerten Sandbank etwa 
200 m an B-B. Es wurde auf der Barre als geringste Tiefe 5 m gelotet. ; 
Sobald man auf tieferes Wasser kommt, ist die Barre passiert. Man 
steuert dann in der Mitte zwischen Bajo Seco und der an Brandung kenntlichen, 
der Einfahrt in die Lagune von Maracaibo vorgelagerten Bank hindurch auf das 
Fort St. Carlos zu, parallel dem Strande, zuerst von Bajo Seco, dann der 
St. Carlos-Halbinsel. 
Auf der Sandbank liegt das Wrack eines deutschen Dreimastschoners, mit 
den Masten aus dem Wasser ragend. 
St. Carlos-Fort wird auf etwa 100 m Abstand gerundet. In der Peilung 
St. Carlos-Fort 253° (W1/aN), etwa 500 m Abstand, findet man guten geschützten 
Ankergrund in 9 m Tiefe, um eventuell Hochwasser zum Passieren der inneren 
Barre abzuwarten. Das Schiff lag hier sicher und gegen groben Seegang 
geschützt, da letzterer durch die nördlich davon vorgelagerte erwähnte Sandbank 
abgehalten wird. & , . 
Von St. Carlos über die innere Barre bis Maracaibo. Um 4 10m N 
wurde Anker gelichtet. und bei einsetzender Flut die Fahrt nach Maracaibo 
fortgesetzt. Von dem Ankerplatze steuerte der Lotse 135° (SO) - Kurs; man 
erkennt bald die vorspringende Huk an St-B. daran als die Pescadero - Insel, 
dafs sich die Durchfahrt zwischen ihr und der St. Carlos - Halbinsel öffnet. 
Zwischen beiden Inseln hindurch führt ein durch zwei schwarze Bojen 
markirtes Fahrwasser, das von den Dampfern der Red D-Linie benutzt wird, um 
zum Ladeplatz der dort befindlichen amerikanischen Asphaltgesellschaft zu ge- 
langen. Nach Maracaibo bestimmt, läfst man diese Bojen an St-B. liegen. 
In der Peilung: Alter Leuchtturm 0° (N), Pescadero-Südhuk 213° (SWzS), 
sieht man die Toas-Insel in der Mitte zwischen St. Carlos urd Pescadero. Die 
Tiefen von St, Carlos bis hierher betragen 6 bis 7,5 m. Von diesem Punkt an 
wird 169° (SzO) gesteuert, bis Pescadero-Südhuk 239° (SWzW1/4W) peilt, und
	        
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