Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1903.
Warmes Wetter: Temperatur mindestens 2° C, über der normalen.
Heifses Wetter: Temperatur über 25° C. und beträchtlich über der normalen.
Zur näheren Charakterisierung des Frostwetters dienen die Bezeichnungen:
Leichter Frost: Temperatur vorübergehend zwischen 0° und —3°,
Schwacher oder gelinder Frost: Temperatur längere Zeit zwischen 0°
und —3°,
Mäfsiger Frost: Temperatur 3—-5° unter Null.
Harter oder starker Frost: Temperatur mindestens 5° unter Null und zu-
gleich 5° oder mehr unter der normalen.
Strenger Frost: längere Zeit anhaltender harter Frost,
0) in Beziehung auf den Komplex der Erscheinungen:
Schön: heiteres Wetter oder schwache Bewölkung bei Windstille, leichten oder
mäfsigen Winden.
Ruhig: gleichzeitige Abwesenheit starker Winde (über 4 der Beaufort’schen
Skala) und stärkerer Niederschläge.
Unruhig: starke bis stürmische Winde (über 6) und stärkere Niederschläge
(Regenschauer, Hagel, Gewitter, ganz besonders aber Böen).
Böig: Wetter mit Böen (siehe oben «—0).
Nafskalt: feucht und kalt (siehe diese Ausdrücke).
Schwül: für die Empfindung sehr warme und unbehagliche Atmosphäre (ver-
anlafst durch Verhinderung der Verdunstung und der Wärmeausstrahlung
des Körpers, vorzugsweise bei Windstille vorkommend).
Rauh: windig und für die Empfindung sehr kalt, bei trockener Luft.
Mild: Temperatur gemäfsigt und für die Empfindung angenehm, bei feuchter
Atmosphäre.
Die mittlere Bewölkung einer Periode als Funktion ihrer hellen
und trüben Tage.
Yon Dr. Grossmann, Hamburg.
Unter dem obigen Titel findet sich im I. Jahrgang der „Meteorologischen
Zeitschrift“ (1884) eine Abhandlung des Verfassers, in der gezeigt wurde, wie
sich die mittlere Bewölkung einer Periode von n Tagen mit grofser Annäherung,
bereits für Monate vollkommen ausreichend, durch die Formel:
B = 53+40 {(T — HE)
1)
darstellen läfst; in dieser bedeuten T und H die Zahl der trüben bezw. der
heiteren Tage der Periode, an denen die im Mittel aus den drei Beobachtungen
berechnete Bewölkung größer als 8 bezw. gröfser als 2 ist, und es gilt die
gleiche Formel bis auf 5,1 statt 5,3 auf der rechten Seite, falls für die trüben
m heiteren Tage die für die Schweiz übliche Bestimmung B>8 bezw. <2
esteht.
Durch verschiedene Erfolge bei dem Aufsuchen der nur vom Zufall ge-
botenen wahrscheinlichen Verhältnisse und deren Vergleich mit der in der Natur
beobachteten wirklichen Verteilung der Erscheinungen wurde der Verfasser
jetzt darauf geführt, zu untersuchen, wie sich obige Beziehung zu den Forderungen
des blofsen Zufalls verhalte. .
Da die Bewölkung nach den Graden 0—10 geschätzt wird, wo 0 wolken-
losen und 10 bedeckten Himmel und die Zwischenstufen entsprechend den von
Wolken bedeckten Teil des Himmels bedeuten, so ergibt sich für jeden Tag
bezüglich der Bewölkung die Nebeneinanderstellung von je drei der Ziffern
0—10, deren arithmetisches Mittel die mittlere Bewölkung darstellt.
Falls der Zufall allein die Bewölkung regelte, würde jede der aus drei
dieser Zahlen bestehenden Gruppen gleich häufig vorkommen müssen; es gilt
daher festzustellen, wie viele von den überhaupt möglichen verschiedenen