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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Orinoco-Fahrten, 
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9. Vor der Zuckerplantage am Cano Aragna liegt eine Insel, nach An- 
gabe des Lotsen Heburino genannt. a ; ; 
10. Die Portuguese-Inseln liegen dicht beisammen und in der Mitte des 
Stromes, nicht am Ufer. Die dort eingezeichneten „Rocks 9 feet high“ waren 
nicht zu sehen. ; 
11. Der Macareo zweigt nicht nach Norden, sondern nach Ostnordost 'ab. 
12. Der Sorondo-Hügel steht wie eine Huk in den Fluß hinein, . 
13, Nordwestlich von Armatha liegt ein Felsen im Fahrwasser, der bei 
dem hohen Wasserstande nur eben über Wasser ragte. Südwestlich von diesem 
liegt mitten im Flusse ein anderer, auf dem einiges Buschwerk steht. Die drei 
hier am Südufer eingezeichneten Inseln waren nicht zu sehen. 
14. Der auf dem Ostende der Fajardo-Insel stehende Berg fällt steil ab 
ins Wasser; das auf der Karte südlich vom Berg gezeichnete Land war nicht 
sichtbar, Die Insel Fajardo liegt in Nordost bis Südwest-Richtung und ist 
ungefähr 4 Sm lang; der Flulsarm südlich davon hat nicht die Richtung, wie 
auf der Karte, sondern läuft ohne Krümmung nach Südwest und ist doppelt so 
breit, als auf der Karte eingezeichnet. In demselben wurden 14m und 
mehr gelotet. ; m en 
15. Der Guarampa-Hügel tritt direkt bis an das Ufer hinan, welches 
sofort steil abfällt. 
16. Die Isabel-Insel verläuft im oberen Teile etwa Ost—West und 
setzt sich dann entsprechend dem Flufslauf nach Südost fort. Die westlich von 
derselben gezeichnete Sandy bar liegt nördlich und erstreckt sich fast ebenso 
weit wie jene Ost—West. Sie ist mit niedrigem Buschwerk bewachsen und 
auch bei hohem Wasserstande über Wasser, 
Bemerkung: Das Kartenblatt Nr. 1628 ist von allen das ungenaueste. 
17. Das in der Karte eingezeichnete Wrack eines Schoners war nicht zu 
sehen; nach Angabe des Lotsen wegen des hohen . Wasserstandes. 
18. Die Insel nördlich vom Mamo-Palfs heifst auch Mamo, nicht Maneo. 
Dieselbe ist länger gestreckt, als auf der Karte angegeben. 
‚ 19. Auf der breiten Flufsstrecke zwischen dem Rosario- und dem Panapana- 
Pafs war der Strom kaum so stark, wie auf anderen Flufßsstrecken. Nach der 
Karte soll er dort besonders stark sein. 
20. Die Entfernung Congo Rock—Las Minos beträgt nur etwa 8 Sm. Bei 
Punta Angosturito treten beide Ufer nahe zusammen, so dafs der Flufs hier nur 
etwa halb so breit ist als auf der erwähnten 8 Sm langen Strecke. Das Nord- 
(linke) Ufer tritt bei Las Minos soweit nach Süden hervor, dafs der Blick von 
Osten .Aufsaufwärts durch Punta Angosturito und Las Minos begrenzt wird. Die 
Karte giebt hier ein falsches Bild; nach derselben mülste man schon von der 
Panapana-Insel flufsaufwärts bis Ciudad Bolivar sehen können. Die Stadt 
kommt aber erst nach dem Passieren von Las Minos in Sicht, wo der Fluß 
eine schwache Biegung nach West macht. 
21. Die Moyana-Klippe liegt mehr in der Mitte des Flusses, als am 
Südufer. ; 
22. Das Südufer macht vor der Stadt einen Bogen nach Norden. Hier- 
durch entsteht eine Huk. Ein hinter dieser liegendes Schiff kann von der 
Stadt aus nicht gesehen werden. 
23. Der Orinoco ist bei Cuidad Bolivar etwa 1200 m breit. Vor dem 
oberen Ende der Stadt liegt etwa mitten im Flufßs eine Felseninsel, die auch 
bei hohem Wasserstande noch sichtbar ist. ; . 
Die sechs über den Orinoco-Flufs herausgegebenen amerikanischen Karten- 
blätter beruhen nur auf einem „running survey“ und dürfen daher keinen 
Anspruch auf Genauigkeit machen. Immerhin bieten sie einen brauchbaren 
Anhalt zur Orientierung und ein Mittel, die Kurse, welche die Lotsen anweisen, 
zu kontrollieren.
	        
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