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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Orinoco-Fahrten. 
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Ändern der Kurse ergab, war es ebenso wie auf dem Hinwege, nicht möglich, 
einen Kurs als künftigen Anhalt festzulegen. Um. 12" 50" wurde die Barima- 
Hulk passiert und dann mit 30° (NNO*/sO)-Kurs über die Barre gesteuert, 
wobei die Lotungen wieder Tiefen von. nicht unter 5,5 m ergaben. Da die 
Luft an diesem. Tage sehr sichtig war, war die Cangrejo-Insel von der Mitte 
der Barre noch gerade zu sehen. Ebenso war bei dem wolkenlosen Himmel 
der Unterschied in der Wasserfärbung bei verschiedenen Tiefen sehr deutlich 
zu sehen. Während das Wasser auf der Barre eine ausgesprochen gelbe Farbe 
hatte, wurde es, als die Tiefen 7 m' und mehr erreichten, schmutzig grüngelb. 
Nach dem Passieren der Barre, d.h. nachdem Tiefen von 10 m und 
darüber gelotet wurden, wurde der Kurs auf Galeota Point genommen und dann 
durch Serpents Mouth in den Golf von Paria gesteuert. 
Die Fahrt auf dem Orinoco hat somit, von der Barima-Hulk an gerechnet 
bie Ciudad Bolivar, stromaufwärts bei Umdrehungen der Maschinen für 10 Sm 
Fahrt, 29!/s Stunden, und stromabwärts dieselbe Strecke bei Umdrehungen für 
9 Sm Fahrt, 17'/2 Stunden erfordert. . 
Tiefen- und Stromangaben. Abgesehen von den bereits erwähnten 
Lotungen, konnten solche und Strommessungen wegen der Kürze der Zeit nur 
dort angestellt werden, wo S.M.S. „Panther“ zu Anker lag. Dort wurde 
folgendes festgestellt, wobei zu beachten bleibt, dafs die folgenden Angaben im 
Oktober ermittelt sind, also nur für hohen Wasserstand gelten. 
Ort 
Cariapo. . . . +. 
Vor dem Rio Grande . . 
Barrancas . . . . 0... 
2 Sm unterhalb Guiana 
Vieja . 0.0. 0-0 0-0 + + 
Las Tablas. .. ..-. 
Ciudad Bolivar . . . .“ | 
Tiefe 
in m 
7 
\4 
13,5 
18 
15 
925 
Grund 
feiner weifser Sand 
® » 
grauer Sand 
; feiner grauer Sand 
Strom 
in Sm 
2,2 
2,0 
23 
3,2 
1,8 
2,0 
Bemerkung: Der verhältnismäfsig. schwache Strom von 2,0 Sm bei 
Ciudad Bolivar herrschte nur an. dem Ankerplatz S. M. S. „Panther“, der nahe 
am Ufer lag und durch eine etwas oberhalb vorspringende Huk geschützt war. 
Am Westende der Stadt, wo das rechte Ufer eine Biegung macht, und in der 
Mitte des Flusses erreicht der Strom 4 Sm Geschwindigkeit und darüber. 
Während der Wasserstand des Orinoco auf die Tiefen der Barre keinen 
merklichen Elnflufs ausübt, betragen die Niveauunterschiede zwischen hohem 
und niedrigem Wasser bei Ciudad Bolivar 7 m und mehr. Der späteste Monat, 
in dem ein Schiff vom Tiefgang S.M.S. „Panther“ noch den Orinoco hinauf- 
gehen kann, ist Dezember. Von Januar bis März sind 3 m (10°) der äufserste 
zulässige Tiefgang. 
Ufer. Die ganze Küstenstrecke des Orinoco-Deltas besteht aus flachem, 
dicht bewaldeten Lande und bietet keine markanten Punkte, welche zur 
Orientierung dienen könnten. Die Wassertiefen nehmen schon auf Entfernungen 
vom Lande, auf welchen dieses noch garnicht gesichtet wird, Stark ab, so dafs 
für Schiffe, welche an dieser Küste zu fahren haben, ein dauernder Gebrauch 
des Lotes durchaus erforderlich ist, zumal da man hier mit beträchtlichen Strom- 
versetzungen zu rechnen hat. 
Die Flufsufer an der Boca Grande sind in der Nähe der Mündung mit 
undurchdringlichem Urwald bestanden, welcher nur durch die vielen Flufsarme 
unterbrochen wird. Die erste Lichtung ist durch das Dorf Curiapo gebildet, 
welches aus einigen wenigen festen Häusern, sonst nur aus Indianerhütten be- 
steht. Oberhalb Curiapo setzt sich der dichte Urwald bis Imitaka fort. In der 
Nähe dieser Insel treten die Ausläufer der Berge von Britisch-Guiana bis nahe 
an den südlichsten Arm des Deltas heran. An den Bergen bei dem Orte Imataka 
liegt eine Eisenerzmine, die, durch einen Arm, der für 3,3 m (11‘) tiefgehende 
Schiffe befahrbar ist, mit dem Boco Grande-Arm verbunden ist. Hinter Imataka 
wird der Wald etwas lichter als unterhalb, und die Ufer sind stellenweise mit 
Ann. d. Hvdr, ete.. 1903, Heft IV.
	        
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