168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1903,
Macareo, das ist dort, wo das Orinoco-Delta beginnt. Die gröfste Tiefe im
Jahre soll im Pafs 4,6 m (15’) betragen. Der Pafs ist ein enger Kanal und wird
dadurch gebildet, dafs sich von dem Nordufer dicht an der erwähnten Abzweigung
eine Untiefe auf ungefähr 500 m Uferstrecke 150 m weit südlich in den Flufs
hinein erstreckt, und dafs die weite Wasserfläche nach dem Südufer zu nur
Tiefen bis zu 3,3 m (11‘) hat. Nach Angabe des Lotsen liegen in dem Pafs
Baumstämme auf dem Grunde, welche bei niedrigem Wasserstande der Schiff-
fahrt hinderlich sind. Um 4" 40min N passierten den etwa 4 Sm oberhalb des
Yaya-Passes liegenden Ort Barrancas, und um 6" 30=" N wurde in der Peilung:
Sorondo-Hügel 287° (WNW!/W) etwa 2,5 Sm Abstand davon geankert.
Am 10. Oktober wurde um 5% V Anker gelichtet. Der Lotse fuhr hier
dicht am linken Ufer des Flusses entlang und passierte den Sorondo-Hügel auf
ungefähr 150 m Abstand, hielt dann auf die Forts von Guiana Vieja zu, diese
in 300 m Abstand passierend. Weiter oberhalb führte der Kurs durch den etwa
300 m breiten Flufßsarm zwischen dem Südufer und der Moqua-Insel. Dieser
Weg ist kürzer, als der auf der Karte eingezeichnete nördlich der Insel, und
bietet, aufser an der engsten Stelle, weniger Gegenstrom als jener. Um 8* 20®in
wurde Las Tablas (San Felix) passiert, von wo an der Lotse wieder von dem
Kurs der Karte abwich, indem er südlich von der Fajardo-Insel steuerte. Der
Guarampa-Hügel wurde auf nur 100 m Abstand passiert. Um 12° war der Mamo-
Pafs erreicht, welcher zwischen dem Ostende der Mamo-Insel und dem Südufer
liegt. Das Fahrwasser führt hier in etwa 600 m Abstand südlich von der Insel
entlang, die Lotungen ergaben als geringste Tiefe noch 11 m (6 Faden). Weiter
aufwärts fuhr der Lotse näher dem Südufer und passierte Punta Santa Aur und
Santa Anita auf annähernd 100m Abstand. Von letzterem Punkte bis zum
Rosario-Pafs, der um 1* 45%in N erreicht war, wurde besonders starker Strom
bemerkbar. Der Rosario-Pafßs liegt zwischen dem Nordufer und der Rosario-
Insel. Von dieser waren bei dem hohen Wasserstande nur einige Felsen in
etwa 1 m Höhe sichtbar, an denen der Strom mit grofser Schnelligkeit vorbeiflofs.
Von hier ab führte der Kurs 236° (SWzW) nach dem Panapana-Pafs, der um
2° 30min passiert wurde. Derselbe soll nach den vorhandenen Angaben der ge-
fährlichste sein, nach Angabe der Lotsen aber nur bei niedrigem Wasserstande.
Der Lotse verlangte hier auch keine fortgesetzten Lotungen, wie z. B. beim
Passieren der Cangrejo-Bank und des Yaya-Passes. Der Kurs führte in etwa
600 m Abstand südlich an der Panapana-Insel vorüber.
Nach dem Passieren von Punta Angosturito kam Ciudad Bolivar in Sicht.
Der Kurs führte von Punta Angosturito zunächst dicht am Nordufer entlang
direkt auf die Stadt zu, und dann von Punta Tineo in der Mitte zwischen dem
Südufer und der Panadero-Insel hindurch. Um 4" 25"in N fiel der Anker vor
dem Ostende der Stadt, 200 m vom Ufer entfernt.
Nachdem, wie bereits erwähnt, ein anderer Lotse angenommen war, wurde
am 13. Oktober 6° V Anker gelichtet und die Fahrt stromabwärts mit Um-
drehungen der Maschinen für 9 Sm Fahrt angetreten. Der Lotse fuhr ziemlich
übereinstimmend die Kurse, welche auf der Karte angegeben sind, jedoch auch
wieder südlich der Fajardo-Insel bei Las Tablas. Vor diesem Orte wurde in
etwa 400 m Abstand vom Ufer von 10 40=in bis 11 30%» V geankert. Dann
wurde ohne besondere Abweichungen von den Kursen der Karte bis Barrancas
gedampft und hier um 2* 15®in V in etwa 100 m Abstand vom Ufer querab von
dem Orte geankert. Um 3° wurde die Fahrt fortgesetzt und mit Einbruch der
Dunkelheit um 6* 10%" N vor der Insel in der Abzweigung des Rio Grande
geankert. Am folgenden Morgen um 6* wurde wieder Anker gelichtet. Der
Lotse wich auch an diesem Tage nur einmal von dem Kurs der Karte ab, indem
er bei dem Flufsarm Cinos Comvima südlich durch den Acuri fuhr, der zunächst
einen Bogen nach Süden macht und dann eine Abzweigung nach Norden hat
und die Richtung 349° (NzW) nach etwa 2 Sm auf Curiapo zuführt, ein Weg,
der nicht auf der Karte verzeichnet ist. Die Cangrejo-Insel wurde mit 90° (O)-
Kurs in etwa 600 m Abstand passiert und dann im Bogen nach Süden, der
wieder erheblich kleiner war, als der auf der Karte angegebene, auf die Barima-
Hulk zugehalten. Die Lotungen ergaben Tiefen nicht unter 10m; sobald
härterer Grund konstatiert wurde, hielt der Lotse wieder südlich, sich so um
die üdkante der Cangrejo-Bank herumlotsend. Da dies aber ein fortgesetztes