Orinooo-Fahrten,
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gestellt. Daraus ergab sich in Verbindung mit der Besteckrechnung, ‚dafs vor
der Ostküste von Trinidad und Serpents Mouth Nordweststrom von 2,2 Sm die
Stunde geherrscht hatte.
Gleich nach Bestimmung des Schiffsortes wurde die Fahrt fortgesetzt auf
55° (NO7/0)-Kurs direkt auf die Barre zu. Mit Hellwerden kam die Küste als
Aacher. kurzer Landstreifen in Sicht; nach der Peilung war es die Insel Araguao
oder Loran. Nach kurzer Zeit kam das Land wieder aus Sicht. Durch halb-
stündiges Loten wurden die Tiefen festgestellt. Um 10° V wurde in 191°
(SzW)-Richtung wieder flaches Land gesichtet; die jetzt in kurzen Pausen fort-
gesetzten Lotungen ergaben aber immer noch 9 bis 10 m Tiefe. Dies wich von
den über die Ansteuerung der Boca Grande vorhandenen Angaben ‚ab, denn
diese besagen, dafs man sich meist schon auf der Barre befinde, wenn das Land
in Sicht kommt. Deshalb wurde von 10% 30=i» an, zu welcher Zeit das Schiff
vach der Loggrechnung schon auf der Barre sein sollte, was auch noch durch
eine Längenbestimmung nach. der Sonne kontrolliert wurde, mit 236° (SWzW)-
Kurs auf die Küste zugesteuert. Die fortgesetzten Lotungen ergaben sehr regel-
mäfsig: und langsam abnehmende Tiefen, Bei weiterer Annäherung an die Küste
wurde diese, als die Lotungen, 6,5 bis: 7 m.Tiefe ergaben, als das Land zwischen
Mocomoco. Point und Sabaneta Point ausgemacht. Der zur Zeit laufende Ebb-
strom hatte also das Schiff nach Osten versetzt, wodurch die Barre zuerst ver-‘
fehlt worden war. Als geringste Wassertiefe wurde auf derselben 5,6 m gelotet,
Irgend welche Merkmale sind an der Küste zur Erkennung derselben nicht. vor-
handen. Nur als die Barima-Huk westlich. frei von Sabaneta Point kam, traten
auf ihr einige.Bäume durch ihre Höhe besonders hervor. Um 12" 20" N wurde
die Barima-Lotsenhulk in 231° (SW1!/4AW) in etwa 9 Sm Abstand gesichtet und
am 1° 39=i N. in 200 m Abstand an B-B. passiert. Von hier ab wurde nach
Anweisung des in Port of. Spain angenommenen Lotsen gesteuert.
Lotsenwesen. Der Lotse war durch Vermittelung des deutschen Konsuls
in Port of Spain gegen eine Vergütung von 60 amerikanischen Dollars für Hin-
und Rückreise angenommen worden. Es war ein Indianer, der das amerikanische
Kanonenboot „Marietta“ im August d. J. zur Zufriedenheit nach Ciudad Bolivar
hin und von dort zurück‘ gelotst hatte. Vor der Orinoco-Mündung Lotsen zu
erhalten, wäre unmöglich gewesen, denn die Lotsenhulk „Barima“ lag zwar auf
ihrer Station, war aber gänzlich verlassen, weil die Lotsen: wegen der seit
Mai d. Js. bestehenden Blockade der Orinoco-Mündungen keine Beschäftigung
hatten. Sie hatten sich vorläufig nach dem Dorfe-Curiapo, nahe der Mündung,
zurückgezogen. Der Lotse, welcher nach der Ankunft in Ciudad Boliva einen
Vorschufs in: Höhe eines Drittels seines Lotsengeldes. erhalten hatte, liefs den
Rest im Stich und kam zu der ihm für die Rückfahrt angegebenen Zeit nicht
an Bord zurück. Es war jedoch nicht schwer, einen anderen Lotsen zu er-
halten, einen Venezuelaner, welcher das Schiff gut stromabwärts gelotst hat.
Beide Lotsen weigerten sich, bei Nacht zu fahren, so dafs das Schiff gezwungen
war, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang zu Anker zu liegen. . 2
Hin- und Rückreise auf dem Flusse. Im allgemeinen fuhr der Lotse die
auf den amerikanischen Karten eingezeichneten Kurse, so dafs hier nur. die
größeren Abweichungen davon angeführt und veröffentlicht werden... Die
Kurse für die Fahrt stromauf- und stromabwärts ‚sind verschieden, weil der
Strom. ausgenutzt wird. Aufserdem fahren die Lotsen in den. verschiedenen
Jahreszeiten je nach dem Wasserstande verschiedene Kurse. Es ist daher nicht
möglich, eine bestimmte Linie auf der Karte als Kurs anzugeben.
Auf der Strecke von der Barima-Hulk um die Insel Cangrejo bis Cangrejito
mufs. die Cangrejo-Bank vermieden werden... Die Annäherung an diese macht
sich durch hart werdenden Grund bemerkbar. Es ist daher sorgfältig zu loten.
Der Kurs führt in weitem Bogen nach Süden frei von der Bank,. die Lotsen
‘uhren jedoch auf der Hin- und der Rückfahrt nicht soweit südlich, wie es auf
der Karte angegeben ist. Mit Eintritt der Dunkelheit wurde am 1. Tage der
Hinreise, um 6" 20°» N, vor Curiapo geankert. ee V
_ Am folgenden Morgen, den 9. Oktober, wurde um 5* 30"i2, das ist mit
Hellwerden, Anker gelichtet. Die weitere Fahrt stromaufwärts wurde mit Um-
drehungen: der Maschinen für 10 Sm Fahrt gemacht. Um 4*N passierten die
erste Untiefe der ganzen Strecke, den Yaya-Pafs, dicht an der Abzweigung des