Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1903.
an den BB-Bug bringen und mit 317° (rw. NW) Kurs in etwa 50 m Abstand
an dessen Ostseite passieren.
Jetzt folgt man der Mitte des Flusses bis zur nächsten Ecke (East Point);
von dort ab möglichst das Ostufer halten, bis Packnam, wo für Zollbeamte und
Quarantänebeamte gestoppt werden mufs.
Neuer Kanal. Hier sollen sich stets mindestens 0,15 m (6 Zoll) mehr
Wasser befinden, aber derselbe ist sehr schmal und befindet sich quer zur
Richtung der Gezeitenströmung, welche hier besonders stark ist; es fehlen ferner
gute Leitmarken,
Der Kurs ausgehend ist von der Mitte zwischen der schwarzen Innentonne
und der roten Bake aus 190° (rw. S12°W), dann zwischen der ersten und
zweiten (von West gezählt) Fischbuhne hindurch, die östlich vom Turm sich
befinden.
Von aufsen ist die Ansteuerung schwieriger, da man bei hohem Wasser
die Fischbuhnen schlechter sieht und die flachsten Stellen über 1 Sm südlich
davon liegen.
Es wäre wohl nicht sehr schwierig, durch Regulierung die Fahrrinne über
die Barre auf gröfsere Tiefen zu bringen, jedoch ist bis jetzt dieser Plan an
zwei Gründen gescheitert. Erstens würde durch die Regulierung das Seewasser
zu weit flufsaufwärts kommen, die Reisfelder ruinieren und das Flulswasser in
der Stadt Bangkok zum Trinken ungenieflsbar machen; zweitens erhält man die
Barre auf dem jetzigen Stande, um im Kriegsfalle eine gute, nicht zu heseitigende
Fluflssperre für gröfsere Kriegsschiffe zu haben.
Augenblicklich mufs die Ladung der Schiffe während des Südwestmonsuns
in Koh Sichang, etwa 21 Sm südöstlich vom Barre-Leuchtturm, oder während
des Nordostmonsuns in Aug-Hui, 21 Sm ostsüdöstlich von der Barre, kompletiert
werden, was grofse Leichterkosten (etwa 9 cts. pro Sack) und Zeitverlust
verursacht. Ein für die Bangkok-Fahrt besonders konstruierter Küstendampfer
von etwa 2000 Tonnen Ladefähigkeit kann nur in den günstigsten Fällen seine
halbe Ladung an der Stadt nehmen und bezahlt durchschnittlich mehr als 1000 $
Leichterkosten.
Während der Pestzeit in Hongkong (Juni— Oktober) befindet sich die
Quarantänestation an der Ostseite der Insel Koh Pai, etwa 186° (rw. S8°O)
32 Sm vom Barre-Leuchtturm entfernt.
2. Nach Bericht S. M. S. „Tiger“, Komdt. K-Kapt. Schrader,
Nach Angabe des Lotsen Porressen und einiger Kapitäne der Lloyd-
Küstendampfer besteht aufser dem westlichen noch ein östliches Fahrwasser
über die Bangkok-Barre. Nach diesen Angaben wird die Barre ausgehend in
folgender Weise passiert: Vom innern Feuerschiffe an steuert man 143° (SO*“48),
bis die rote Bake an B-B. und die schwarze Tonne an St-B. dwars sind, geht
dann auf 188° (S’/4W)-Kurs, der frei von allen Sänden führen soll. Als alleinige
Marken für den stark setzenden Strom hat man voraus drei auffällige Fischer-
buhnen, von denen man zwei an St-B. und eine an B-B. lassen mufs. Kurz nach
dem Insichtkommen der Fischerbuhnen sichtet man an St-B. voraus eine
schwarz und weil gestreifte Bake, die in 2 Kblg Abstand passiert wird. Der
angegebene Kurs wird durchgehalten, bis die Leuchtbake (Regent-Feuer)
312° (NW1A4W) peilt. Darauf steuert man noch */4 Sm weit 163° (Sz0'/40)-Kurs
und befindet sich dann in völlig freiem Fahrwasser.
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Orinoco-Fahrten.
Nach Berichten des Kommandos S. M. S. „Panther“, K-Kapt, Eckermann, vom 26, Oktober 1902.
do
Ansteuerung der Boca Grande. S. M. S. „Panther“ hatte am 7. Oktober 1902
um 43 N Galera Point, die Nordostspitze der Insel Trinidad, passiert und nach
dem Passieren der Darien-Klippe den Kurs auf die Barre vor der Boca Grande
genommen. Am folgenden Morgen um 5" wurde in 15 m Wasser geankert und
durch Sternsbeobachtungen 9° 11‘ N-Br. und 60° 32,8‘ W-Lg. als Schiffsort fest-