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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Teege, H.: Über ein direktes Verfahren zur Berechnung des Höhenunterschiedes etc, 153 
Vorgänge, wie im vorliegenden Falle, zurückgeführt werden können. Die Störung 
beginnt mit einem stärkeren Ausschlag, dann tritt eine Zeitlang nur geringe 
Unruhe auf, welche mit einer gröfseren Schwankung endet. Ist die Ursache 
kosmischer Natur, so treten solche plötzlichen Anderungen nicht ein, sondern 
die Erzitterungen der Nadel treten allmählich auf und nehmen dann mehr oder 
minder stark zu, um zuletzt wieder allmählicher abzunehmen, 
Die öfter bei ruhiger See beobachtete Unruhe der Schiffskompasse dürfte 
ebenfalls. in vielen Fällen in geologischen Vorgängen ihren Ursprung: haben, 
wie dies bei dem. Vulkanausbruche auf Martinique nachgewiesen, ist. Kine 
jeweilige Vergleichung mit den gleichzeitig registrierten magnetischen Anderungen 
kann leicht Aufschlufs über die Ursache des Unruhigwerdens des Kompasses 
geben. Überdies kann die Kenntnis über das Auftreten solcher magnetischen 
Einflüsse für das Studium mancher Vorgänge von Nutzen sein. 
Über ein direktes Verfahren zur Berechnung des Höhenunterschiedes 
in Marcq St. Hilaires Standlinienmethode. 
Von Dr. H. Teege, Marine-Oberlehrer in Wilhelmshaven. 
In der letzten Zeit ist, wie vielfache Veröffentlichungen zeigen, die Frage 
brennend geworden, ob es nicht angemessener sei, bei den Rechnungen der 
praktischen Navigation, wie es in der Technik schon lange der Fall ist, vier- 
stellige Logarithmen zu benutzen statt wie bisher fünfstellige. Ohne nun in 
diesem Streite um vierstellige oder fünfstellige Tafeln Stellung zu nehmen, möge 
es mir im folgenden gestattet sein, durch Aufstellung einer in der Rechnung 
möglichst scharfen und dabei doch allgemein verwendbaren Formel, nach welcher 
derHöhenunterschied indem Standlinienverfahren vonMarcq St. Hilaire gefunden 
werden kann, einen kleinen Beitrag zur Klärung dieser Frage zu liefern. Denn wenn 
auch die Rechnung nach dieser, der sogenannten Höhenmethode unter den Auf- 
gaben der praktischen Navigation nicht gerade an allererster Stelle steht, so hat 
sie doch bei der Bestimmung des Schiffsortes alle anderen Methoden verdrängt, 
nachdem unausgesetzt die Bemühungen der Theoretiker auf ihre Vereinfachung und 
bessere Ausgestaltung gerichtet gewesen sind. So dürfte denn auch für jeden, der 
sich praktisch oder theoretisch mit der Navigation beschäftigt, der Nachweis von 
grofßsem Interesse sein, dafs sich für die Berechnung des Höhenunterschiedes in der 
Höhenmethode eine Formel aufstellen läfst, die folgende Bedingungen erfüllt: 
1. sie ist in allen praktisch vorkommenden Fällen in gleicher Weise 
anwendbar, 
2. sie übertrifft in den meisten Fällen an Schärfe der Rechnung bei 
weitem die anderen Methoden, so dals man stets mit vierstelligen 
Logarithmen auskommt, 
3. jeder Hilfswinkel und damit auch jede Interpolation wird voll- 
kommen vermieden. 
Ob allerdings auch in jedem Falle die Formel die einfachste Rechnung 
gestattet, das mufß dahin gestellt bleiben; denn von Herrn Oberlehrer 
Dr. O0. Fulst ist in diesen Annalen, Jahrg. 1900, S. 320 ff., ein Verfahren an- 
gegeben worden, das nicht nur äufserst geistreich, sondern auch sehr kurz und 
einfach ist. Da überhaupt dieses Verfahren mit dem im folgenden zu ent- 
wickelnden sehr wesentliche Berührungspunkte gemein hat, so möge hier erneut 
auf die Arbeit des Herrn Dr. Fulst hingewiesen werden. Es ist dabei nur zu 
bedauern, daß Herr Dr. Fulst seine Formeln hauptsächlich mit Rücksicht auf 
eine möglichst einfache Interpolation ausgewählt hat und nicht mit Rücksicht 
auf eine möglichst scharfe Rechnung. Denn bei einer anderen Wahl der Formeln 
und bei einer anderen Art der Berechnung hätte er nicht nötig gehabt, noch 
ausdrücklich hervorzuheben, dafs man bei der Ausführung der Rechnung mit 
vierstelligen Tafeln nicht auskomme, sondern sich unbedingt fünfstelliger 
Logarithmen bedienen müsse. Das soll natürlich kein Vorwurf für Herrn 
Dr. Fulst sein; denn für ihn handelte es sich in erster Linie um ein kurzes 
Ann. d. Hvädr. ete.. 1908. Haft IV.
	        
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