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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Heidke, P.: Graphische Darstellung der Koppeltafeln, 
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links stehende senkrechte die Koordinatenachsen darstellen, und zwar erstere 
die Abscissenachse, letztere die Ordinatenachse. In Abständen von je fünf Ein- 
heiten sind zu den Koordinatenachsen Parallele gezogen, deren Abstand vom 
Koordinatenanfang, dem Schnittpunkt derKoordinatenachsen, auf den Koordinaten- 
achsen abzulesen ist. Durch jeden Punkt in der Ebene der Zeichnung kann 
man sich Parallele zu den Koordinatenachsen gezogen denken, deren Abschnitte 
auf den Koordinatenachsen die Koordinaten des betreffenden Punktes genannt 
werden. Es ist klar, dafs zu jedem Koordinatenpaar nur ein Punkt und zu 
jedem Punkt auch nur ein Koordinatenpaar gehört. 
Um auch die Entfernung eines jeden Punktes vom Koordinatenanfang 
bestimmen zu können, sind um den Koordinatenanfang als Mittelpunkt 
konzentrische Kreise in Abständen von je fünf der auf den Koordinatenachsen 
gewählten Einheiten geschlagen worden. Als 40-Kreis möge kurz der Kreis 
bezeichnet werden, an dessen Schnittpunkten mit den Koordinatenachsen die 
Zahl 40 steht. 
Um schließlich noch angeben zu können, welche Winkel die Verbindungs- 
linie eines jeden Punktes mit dem Koordinatenanfang gegen die Koordinaten- 
achsen bildet, sind vom Koordinatenanfang aus Strahlen oder Radien in Abständen 
von je 5° gezogen worden; es gibt die mit M. B. bezw. K. bezeichnete Zahl 
den Winkel der Verbindungslinie gegen die Abscissen- bezw. Ordinatenachse 
an. Da diese beiden Achsen senkrecht aufeinander stehen, so müssen sich die 
mit M. B. und K. bezeichneten Zahlen desselben Strahles stets zu 90° ergänzen. 
Ebenso wie jeder Punkt in der Ebene eindeutig durch seine beiden 
Koordinaten bestimmt ist, kann er auch eindeutig als Schnittpunkt eines der 
angegebenen Kreise mit einem der Strahlen bestimmt werden, und umgekehrt 
geht durch jeden Punkt auch nur ein Kreis und ein Strahl, 
Es folgt, dafs zu jedem Paar von Abscisse und Ordinate nur ein einziges 
Paar von Kreis und Strahl gehört, und umgekehrt. 
2. Mathematische Begründung der Tafel. 
Analog mit den Merkatorkarten möge angenommen werden, dafs die 
Breitenunterschiede stets auf der Ordinatenachse, die Abweitungen, d. h. die in 
Seemeilen umgerechneten Längenunterschiede, stets auf der Abscissenachse ab- 
gelesen werden. . 
Bei der Berechnung des gegifsten Bestecks eines Schiffes kommt es 
darauf an, aus der Entfernung zweier Punkte, d. i. der zurückgelegten Distanz, 
und der Richtung ihrer Verbindungslinie gegen die Nord—Süd-Richtung, d. i. 
der Kursrichtung, den Breiten- und Längenunterschied dieser beiden Orte zu 
bestimmen. Die Aufgabe der Stromberechnung besteht umgekehrt darin, aus 
dem Breiten- und Längenunterschied zweier Orte, d.i. dem Unterschied des 
astronomischen und gegifsten Bestecks, die Entfernung dieser beiden Punkte 
voneinander, d. i. die Stromstärke, und die Richtung ihrer Verbindungslinie 
gegen die Nord—Süd-Richtung, d. i. die Stromrichtung, zu ermitteln. 
Die Lösung beider Aufgaben kann bekanntlich, weil es sich nur um 
verhältnismäßig kleine Entfernungen auf der Erdoberfläche handelt, durch die 
Auflösung ebener rechtwinkliger Dreiecke erfolgen, und es kommt darauf an, 
die graphische Auflösung dieser Dreiecke möglichst einfach zu gestalten. 
Da nun jede der beiden Aufgaben die genaue Umkehrung der anderen 
ist, indem in der ersten die Stücke gegeben sind, die in der zweiten gesucht 
werden, und in der zweiten die Stücke gegeben sind, die in der ersten gesucht 
werden, und da ferner die Beziehungen zwischen den gegebenen und gesuchten 
Stücken eindeutig sind, so ist es nur nötig zu zeigen, wie die eine Aufgabe 
gelöst wird; bei der Lösung der anderen Aufgabe hat man dann nur den 
umgekehrten Weg einzuschlagen. An je einem Beispiel für jede Aufgabe wird 
dies noch im folgenden Absatz näher gezeigt werden. 
Der einfacheren Darstellung halber möge die Aufgabe der Strom- 
berechnung gelöst werden. Um die Entfernung und die Richtung der Ver- 
bindungslinie zweier Punkte der Erdoberfläche gegen eine feste Richtung, welche 
in diesem Fall die Nord — Süd-Richtung ist, bestimmen zu können, ist es notwendig, 
Längen- und Breitenunterschied auf ein gemeinschaftliches Mafs zurückzuführen, 
wozu sich die in der Nautik allgemein als Einheit angenommene Seemeile von
	        
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