accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

144 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1903, 
Insel vorbeizog. Von Wichtigkeit ist endlich die Beschreibung, die Kapt. Knorr 
von dem Septembertaifun aus 1855 entwirft, und die wir deswegen an dieser 
Stelle in extenso wiederholen wollen. „Schon am Vormittag des 23. strömte 
wolkenbruchartiger Regen hernieder. Der Wind blies leicht aus Nordost, in 
welcher Richtung eine schwarze Wolkenbank am Himmel stand. Um 6 Uhr 
nachmittags sprang der Wind mit einer sehr schweren Böe nach Nordwesten 
um, und damit begann der Sturm, der schnell an Heftigkeit zunahm. Um 
6!/2 Uhr hatte sich der Orkan voll entwickelt und wehte jetzt direkt aus Nord. 
Am Abend um 8 Uhr stand kein hölzernes Haus mehr auf der Insel. Dann 
sank die Windgeschwindigkeit allmählich, und um Mitternacht herrschte nur 
noch ein starker Sturm, dessen Verwüstungen man am anderen Morgen bei 
schönem Wetter und hellem Sonnenschein genugsam betrachten konnte. Die 
elektrischen Entladungen während des Taifuns waren aufsergewöhnlich lebhaft, 
besonders in Gestalt von St. Elmsfeuer, das sich in grofsen Garben zeigte.“ 
Als Haupt-Taifunperiode nennt Knorr nach seinem Gewährsmann die 
Tage zwischen dem 12. und dem 18. November, eine Bestimmung, die nach 
unserer bisherigen Kenntnis im ganzen zutreffend erscheint, vielleicht aber bis 
auf den 21. auszudehnen ist. Es bleiben uns zur Zeit indes noch viele andere 
Fragen übrig, auf die wir nicht entfernt so sicher zu antworten in der Lage 
sind. Vor allen Dingen ist es darum notwendig, dafs man auf den Marianen, 
auf Guam, wie auf den deutschen Inseln Saipan, Rota, Pagan, die hier zunächst 
in Betracht kommen, einen meteorologischen Beobachtungsdienst ins Werk setzt, 
dem u. a. eine sorgsame Registrierung der Sturmphänomene zur Pflicht gemacht 
werden müßte. Ebenso wäre der Kapitän des vom Reiche subventionierten 
Dampfers „Oceana“, den die Jaluitgesellschaft zwischen Hongkong, Yap, Saipan, 
Ruk, Ponape, Kusaie, Jaluit und Sydney, bezw. umgekehrt, laufen läfst, zur Führung 
eines meteorologischen Journals nach Entwurf der Seewarte dringend anzu- 
halten. Auch die Kapitäne der ziemlich regelmäfsig zwischen Yokohama und 
den Marianen verkehrenden Schiffe der Hiki-Kompagnie dürften, obgleich 
Japaner, in der Mehrzahl wohl befähigt sein, die erforderlichen Journale an- 
yemessen auszufüllen, aus deren Angaben sich mit der Zeit ein schätzbares 
Material für die exakte Darstellung der klimatischen Verhältnisse im Bereich 
der Marianen gewinnen ließe. 
Graphische Darstellung der Koppeltafeln. 
Von Dr. P. Heidke. Hamburg, Seewarte. 
Hierzu Tafel 7. 
Einleitung. Der Strich- bezw. Koppeltafeln bedient sich der Seemann 
im allgemeinen bei der Berechnung der ÖOrtsveränderung seines Schiffes, d. i. 
bei der Bestimmung des gegifsten Bestecks aus Log, Kursrichtung und 
geographischer Position seines Ausgangspunktes. HEine zweite Verwendung 
iinden die Koppeltafeln zu Berechnung des Stromes aus dem Unterschied des 
astronomischen und des gegilsten Bestecks; eine Berechnung, welche in den 
meteorologischen Journalen von den Seeleuten vielfach nicht, sondern erst von 
den hydrographischen Amtern ausgeführt wird. 
Die Berechnung vermittels der Strich- bezw. Gradtafeln ist nun wegen 
der doppelten rechnerischen Interpolation und des mehrfachen Umblätterns 
etwas zeitraubend, was sich besonders bei der Stromberechnung in den hydro- 
graphischen Amtern fühlbar macht. Es zählt z. B. die Strich- bezw. Gradtafel 
von Bolte 4 bezw. 10, die von Breusing 16 bezw. 45, die von Domke 16 
bezw. 45 und die von Ligowski, in der beide Tafeln zu einer vereinigt sind, 
43 Seiten. Es ist deshalb der naheliegende Versuch gemacht worden, diese 
Umständlichkeit durch eine graphische Darstellung zu verringern. 
1. Beschreibung der Tafel. 
Die beigegebene Tafel enthält zunächst zwei Systeme auf einander 
senkrechter Geraden, von denen die unterste wagerechte und die am weitesten
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.