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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Erklärung der in den Witterungsberichten etc, angewandten Ausdrücke, 
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bekannten Vorbedingungen zum Eintritt der ‚betreffenden Erscheinung gegeben 
seien und diese mindestens hier und da und von Zeit zu Zeit zur Ausbildung 
kommen werde. Ebenso bezieht sich der unten erklärte Ausdruck „unbestimmte 
Windrichtungen‘“ ebensowohl auf. die Verschiedenartigkeit derselben ‘im 
Raume (deren örtliche Beschränkung) als in. der Zeit (deren Veränderlichkeit), 
wobei in beiden Fällen zum Begriff gehört, dafs die Unterschiede unregelmäfsig 
zeien und keine gröfseren wesentlichen Züge aufweisen. Auch die im folgenden 
bei den auf Windstärke, Bewölkung u, s. w. bezüglichen. Ausdrücken an- 
yegebenen Grenzen beziehen sich in gleicher Weise auf Raum und Zeit. 
Bei den Angaben über. die Temperatur wird in der Regel‘ von deren 
täglichen regelmäfsigen Schwankungen abgesehen, und beziehen sich die deren 
Änderungen angebenden Ausdrücke, wo nicht die Tageszeit besonders erwähnt 
ist, auf den Vergleich mit der gleichen Tageszeit des vorhergehenden Tages, 
So bedeutet beispielsweise die Angabe in der Prognose: „allmähliche Erwär- 
mung‘ nicht, dafs im Laufe des betreffenden Tages die Temperatur bis zum Abend 
steigen müsse, sondern dafs sie an diesem Tage wahrscheinlich höher sein 
werde als an den gleichen Stunden des vorhergehenden, und dafs dieser Über- 
schufls an Wärme im Laufe des Tages zunehmen. werde. _ 
Die Prognosen der Seewarte gelten in der Regel für den ‚folgenden 
bürgerlichen Tag, von Mitternacht bis Mitternacht gerechnet; sind die Angaben 
indessen durch die Worte „zunächst“ und ‚‚dann“ gegliedert, so beziehen sich 
die unter „zunächst“ aufgeführten hauptsächlich auf den Abend des laufenden 
and .den Morgen des folgenden Tages, jene unter „dann‘“ vornehmlich auf den 
Nachmittag des folgenden und eventuell noch‘ den Morgen des zweitfolgenden 
Tages; doch ist es zur Zeit noch selten möglich, die Schnelligkeit, mit der sich 
die Erscheinungen vollziehen, mit Sicherheit vorauszuerkennen. A 
a. Bezeichnung für Einzelerscheinungen, 
«) für die geographische Verteilung des Luftdrucks. 
Barometrisches Minimum: niedrigster Barometerstand, nach Anbringung der 
Reduktion ‚auf gleiche Quecksilbertemperatur (0° C.), gleiches Niveau 
Meeresspiegel) und Schwere (auf 45° Breite), und Stelle, von der aus der 
Luftdruck nach allen Seiten hin zunimmt. ; ; 
Barometrisches Maximum: höchster Barometerstand und Stelle desselben im 
gleichen Sinne. 
Hochdruckgebiet:. Gebiet hohen Luftdruckes, welches das ‚barometrische 
Maximum umgiebt. 
Barometrische Depression: Gebiet niedrigen Luftdrucks, welches das baro- 
metrische Minimum umgibt. 
Barometrischer Gradient: Unterschied im Luftdruck, in der Richtung der 
stärksten (räumlichen) Änderung desselben gemessen und auf die Ein- 
heit der Entfernung bezogen; als letztere ist international für diesen 
Zweck die Länge eines Aquatorgrades oder 111 Kilometer angenommen, 
Isobare: Linie gleichen Luftdrucks im Meeresspiegel, bezw. gleichen auf den 
Meeresspiegel und die Schwere in 45° Breite reduzierten Barometer- 
standes.*) 
3) für den Wind. . 
Umgehen des Windes: Veränderung der Windrichtung. 
Umspringen des Windes: Plötzliche starke Anderung der Windrichtung. 
Umlaufen des Windes: Stetige, aber in einem kurzen Zeitraum sich voll- 
ziehende Anderung der Windrichtung, ; 
Rechtdrehen oder Ausschiefsen: Umgehen des Windes in der dem Dove- 
schen Drehungsgesetz entsprechenden Folge oder übereinstimmend mit 
dem scheinbaren Lauf der Sonne in der betreffenden Hemisphäre aufser- 
halb der Tropen; auf der nördlichen Halbkugel also: N—E—S—W oder 
mit dem Zeiger der Uhr. 
Zurückdrehen oder Krimpen: Umgehen des Windes in derjenigen Richtung, 
welche der beim „Rechtdrehen“ beschriebenen entgegengesetzt ist. 
1) In gleicher Weise wird eine Linie,. welche. die Orte mit gleicher Temperatur verbindet, 
Isotherme genannt,
	        
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