accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

138 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1903, 
führer das Zurechtfinden an unbekannten Küstenstrecken und die Ansteuerung 
der Häfen. Für diese sind nur Angaben über Fahrwassertiefe, Lotsenwesen, 
Schleppdampfer, Schiffsausrüstung, Dockgelegenheit und ähnliches mehr gemacht. 
In derselben Weise ist die Beschreibung der belgischen Küste, der französischen 
Küste bis Calais und des südlichen Teiles der englischen Ostküste weiter- 
geführt. Der Beschreibung der norwegischen Küste von Lindesnäs bis Bergen 
sind allgemeine Bemerkungen über Witterung, Wassertiefe, Grund und 
Strömungen beigefügt. In. den folgenden Abschnitten werden die Shetland- 
und Orkney - Inseln, die Nordostküste von Schottland, der Pentland Firth und 
die hauptsächlichsten Häfen zwischen Duncansby Head und Cromer behandelt, 
Hiermit sind die Küsten- und Hafenbeschreibungen beendet. Der nun 
folgende Teil des Bandes befalst sich zunächst mit den Wind-, Witterungs-, 
Gezeiten- und Stromverhältnissen der Nordsee, um darauf noch eine kurze 
geographisch geordnete Zusammenstellung aller bereits vorher bei der Küsten- 
beschreibung behandelten Häfen und Ankerplätze zu geben. Hierbei wird noch 
einmal angeführt, bis zu welchem Tiefgange das KEinlaufen in diese Häfen 
möglich ist, und ob Gelegenheit zum Docken, Reparieren und Bunkern vor- 
handen ist. Die Dockanlagen, Patenthellinge u. s. w. der verschiedenen Häfen 
sind im folgenden mit Angaben über ihre Gröfse und Tragfähigkeit besonders 
angeführt, ebenso die Plätze, in denen Bunkerkohlen zu haben sind und wo 
sich russische Konsulate oder Gesandtschaften befinden. Die weiteren Zu- 
sammenstellungen nennen die Zeitsignal-, Rettungs-, Sturmsignal-, Lloydsignal-, 
Lotsen- und Signalstationen und geben auch Aufschluls über die entsprechenden 
Signale sowie über Not- und Eissignale. Die Verkehrsverhältnisse der Nordsee- 
Häfen werden durch kurze Angaben über Telegraphenkabel, Dampfer- und 
Bahnlinien berücksichtigt, während vor den Gefahren der Schiffahrt an den 
verschiedenen Küsten durch Aufzählung der in den letzten Jahren dort vor- 
gekommenen Strandungen und Schiffszusammenstöfse gewarnt wird. Zum Schlufs 
folgen noch Anweisungen für die Fahrt durch die Nordsee nach den verschiedenen 
Häfen und nach dem Atlantischen Ozean und zurück, sowie eine Entfernungs- 
tabelle für die Haupthäfen, 
Wie schon aus der Inhaltsangabe ersichtlich ist, bildet der vorliegende 
Band die Vereinigung eines Küstenhandbuches mit einem Dampferhandbüch, oder 
deutlicher ausgedrückt, er beschreibt die Küsten der Nordsee, allerdings in 
sehr abgekürzter Form, und gibt gleichzeitig Anweisungen für die verschiedenen 
Dampferwege durch die Nordsee nach dem Atlantischen Ozean und nach den 
für die russische Schiffahrt hauptsächlich in Betracht kommenden Häfen. Diese 
Art der Zusammenstellung war erforderlich, da keine russischen Küsten- 
handbücher für die Nordsee vorhanden sind, und weil andererseits ein Dampfer- 
handbuch allein den Gebrauch fremder Küstenhandbücher nicht entbehrlich 
gemacht hätte. Bei der Zusammenstellung des Werkes unter der Leitung des 
Barons Wrangel ist alles Überflüssige geschickt vermieden und das Notwendige 
in übersichtlicher Weise geordnet worden. Die Angaben über Strömungen, 
Gezeiten, besonders gefährliche Stellen für die Schiffahrt etc., in der zweiten 
Hälfte des Bandes, hätten sich vielleicht besser mit den Anweisungen für die 
verschiedenen Wege vereinigen lassen, um auf diese Weise für jeden Weg eine 
vollständige, alle Verhältnisse berücksichtigende Anleitung zu geben und das 
lästige Nachschlagen in anderen Abschnitten zu vermeiden. Wollte man aufser- 
dem noch eine zusammenhängende Darstellung der Strömungen, Gezeiten etc. 
geben, die für manche Zwecke wünschenswert erscheint, so hätte dies ohne 
nennenswerte Vergröfserung des Umfanges geschehen können. Der verhältnis- 
mäßig geringe Umfang des Bandes (251 Seiten, wovon die eigentliche Küsten- 
beschreibung nur etwa 150 Seiten einnimmt‘), ist vor allen Dingen dadurch 
erreicht worden, dafs im Hinblick auf den bereits betonten Zweck eines jeden 
Segelhandbuches, als erläuternder Text zu den Seekarten zu dienen, alles weg- 
gelassen worden ist, was unmittelbar aus den Karten zu ersehen ist. Durch 
diesen geringen Umfang wird natürlich die Übersichtlichkeit und das schnelle 
Zurechtfinden wesentlich erhöht, ein Vorteil, der gar nicht hoch genug anzu- 
schlagen ist, wenn man bedenkt, dafs im allgemeinen Segelhandbücher, und 
besonders umfangreiche, nur in dringenden Fällen zur Hand genommen werden. 
Solange nur irgend mit der Karte allein auszukommen ist, wird vielfach kein
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.