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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Die Elisabeth-Bucht, Südwestafrika, 
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Bucht unter Wasser weiter fort. Die Possession-Insel läuft nach Norden und 
Süden in Riffe aus, die sich durch Brandung kennzeichnen. Östlich vom Nord- 
riffe ist der Grund bis 1,1 Sm von der Insel unrein. Es befinden sich hier 
aufserhalb der 10 m-Grenze vier Untiefen, das „südliche Kreuz“ genannt, dessen 
flachste Stelle (3,5 ın) durch eine rote Fafstonne bezeichnet ist. Von ihr peilt die 
Quellenbake . . . 84° (O’AN), 
Süd-Possession . . 204° (SSW'1/AW). 
Ferner befindet sich genau in der Linie „Flaggenstange des Berges in dem 
mittleren Fenster des Hauptgebäudes“, Peilung 277° (W*/sN), ein Stein, der 
nur 1,2 m unter Wasser liegt und der durch einen Pricken mit roter Flagge 
gekennzeichnet ist. Die im folgenden zuerst beschriebene Ansteuerung des 
Änkerplatzes durch die nördliche Einfahrt führt frei von allen Untiefen. Die 
zweite Ansteuerung ist nur für kleinere Schiffe. von weniger als 3 m Tiefgang 
ratsam, da hier bei selbst verhältnismäfsig schwacher, immerhin doch noch hohe 
Dünung steht und der Grund, wie oben gesagt, unrein ist. Die nördliche Ein- 
fahrt ist der nur 0,7 Sm breiten südlichen Einfahrt vorzuziehen. 
Nördliche Einfahrt. Man läuft mit 117° (SOzO 5/s O)-Kurs auf die Quellen- 
bake zu und geht, wenn Elisabeth Point 356° (N°%/8W), und Nord-Possession 
246° (SWzW '/s W) peilt, auf 219° (SW '/2S)-Kurs. Diesen Kurs behält man 
bei, bis die Flaggenstange auf dem Berge der Insel fast in der rechten Kante 
des Hauptgebäudes ist, und dampft dann auf den Ankerplatz, indem man die 
Flaggenstange in der rechten Kante des Hauses hält. 
Schiffe unter 3m Tiefgang laufen zunächst ebenfalls mit dem Kurse 
117° (S0z0°/ 0) auf die Quellenbake zu; sie können dann, wenn Elisabeth 
Point 18°. (820140), oder Nord-Possession 214° (SWzS) peilt, auf 207° 
(SSW 48 W)-Kurs gehen. Dieser Kurs führt zwischen dem Nordriffe und den 
Untiefen des südlichen Kreuzes hindurch und direkt auf den Ankerplatz. Bei 
schlechtem Wetter ist aber entschieden von dieser Ansteuerung abzuraten. 
Südliche Einfahrt. Man läuft mit dem Kurse 93° (0*/4S) auf die Grotten- 
bake zu und hält, wenn Süd-Possession 7° (N°/sO) peilt, dann mit nordnord- 
östlichem Kurse die Mitte der nur 0,7 Sm breiten Einfahrt. Zu berücksichtigen 
ist die starke Dünung aus Südwest. - Wenn die Flaggenstange auf‘ dem Berge 
in der rechten Ecke des Hauptgebäudes ist, kann in dieser Deckpeilung auf 
den Ankerplatz gedampft werden. 
Verproviantierung und Arheiterverhältnisse. Proviant ist auf der 
Possession-Insel und an der Küste nicht zu bekommen. Zu einzelnen Jahres- 
zeiten geben die Fischer Pinguin-Eier ab, andere Nahrungsmittel und Wasser 
müssen anderweitig beschafft werden. Arbeitskräfte können ebenfalls dort nicht 
angeworben werden. 
Anstenerungsmarken. Gute, meilenweit .sichtbare Ansteuerungsmarken 
sind zwei einzelne Berge, sowie der nördliche und der südliche Sattelberg. 
Gesundheitsverhältnisse, Die Gesundheitsverhältnisse in Lüderitz-Bucht 
und Umgegend sind gute. Epidemische oder endemische Krankheiten herrschen 
zurzeit unter der Bevölkerung nicht; auch scheinen Geschlechtskrankheiten 
selten zu sein. Die Witterungsverhältnisse sind gesundheitlich nicht als besonders 
günstige zu bezeichnen, da der häufige und meist plötzlich einsetzende Wechsel 
zwischen kühlen feuchten und heifsen. trockenen Winden, der oft sehr grofse 
Unterschiede in der Tages- und Nachttemperatur bedingt, sowie der häufige 
Nebel sehr geeignet sind, Erkältungskrankheiten hervorzurufen, Hospital und 
Arzt sind nicht vorhanden. Beim Betreten des Landes ist.Vorsicht geboten, 
wegen der hier überall häufig vorkommenden sehr giftigen Hornviper, einer 
kleinen etwa !/s m langen Schlange, die man wegen ihrer Färbung sehr leicht 
mit einem dürren Ast verwechseln kann.
	        
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