Die Elisabeth-Bucht, Südwestafrika,
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Bucht unter Wasser weiter fort. Die Possession-Insel läuft nach Norden und
Süden in Riffe aus, die sich durch Brandung kennzeichnen. Östlich vom Nord-
riffe ist der Grund bis 1,1 Sm von der Insel unrein. Es befinden sich hier
aufserhalb der 10 m-Grenze vier Untiefen, das „südliche Kreuz“ genannt, dessen
flachste Stelle (3,5 ın) durch eine rote Fafstonne bezeichnet ist. Von ihr peilt die
Quellenbake . . . 84° (O’AN),
Süd-Possession . . 204° (SSW'1/AW).
Ferner befindet sich genau in der Linie „Flaggenstange des Berges in dem
mittleren Fenster des Hauptgebäudes“, Peilung 277° (W*/sN), ein Stein, der
nur 1,2 m unter Wasser liegt und der durch einen Pricken mit roter Flagge
gekennzeichnet ist. Die im folgenden zuerst beschriebene Ansteuerung des
Änkerplatzes durch die nördliche Einfahrt führt frei von allen Untiefen. Die
zweite Ansteuerung ist nur für kleinere Schiffe. von weniger als 3 m Tiefgang
ratsam, da hier bei selbst verhältnismäfsig schwacher, immerhin doch noch hohe
Dünung steht und der Grund, wie oben gesagt, unrein ist. Die nördliche Ein-
fahrt ist der nur 0,7 Sm breiten südlichen Einfahrt vorzuziehen.
Nördliche Einfahrt. Man läuft mit 117° (SOzO 5/s O)-Kurs auf die Quellen-
bake zu und geht, wenn Elisabeth Point 356° (N°%/8W), und Nord-Possession
246° (SWzW '/s W) peilt, auf 219° (SW '/2S)-Kurs. Diesen Kurs behält man
bei, bis die Flaggenstange auf dem Berge der Insel fast in der rechten Kante
des Hauptgebäudes ist, und dampft dann auf den Ankerplatz, indem man die
Flaggenstange in der rechten Kante des Hauses hält.
Schiffe unter 3m Tiefgang laufen zunächst ebenfalls mit dem Kurse
117° (S0z0°/ 0) auf die Quellenbake zu; sie können dann, wenn Elisabeth
Point 18°. (820140), oder Nord-Possession 214° (SWzS) peilt, auf 207°
(SSW 48 W)-Kurs gehen. Dieser Kurs führt zwischen dem Nordriffe und den
Untiefen des südlichen Kreuzes hindurch und direkt auf den Ankerplatz. Bei
schlechtem Wetter ist aber entschieden von dieser Ansteuerung abzuraten.
Südliche Einfahrt. Man läuft mit dem Kurse 93° (0*/4S) auf die Grotten-
bake zu und hält, wenn Süd-Possession 7° (N°/sO) peilt, dann mit nordnord-
östlichem Kurse die Mitte der nur 0,7 Sm breiten Einfahrt. Zu berücksichtigen
ist die starke Dünung aus Südwest. - Wenn die Flaggenstange auf‘ dem Berge
in der rechten Ecke des Hauptgebäudes ist, kann in dieser Deckpeilung auf
den Ankerplatz gedampft werden.
Verproviantierung und Arheiterverhältnisse. Proviant ist auf der
Possession-Insel und an der Küste nicht zu bekommen. Zu einzelnen Jahres-
zeiten geben die Fischer Pinguin-Eier ab, andere Nahrungsmittel und Wasser
müssen anderweitig beschafft werden. Arbeitskräfte können ebenfalls dort nicht
angeworben werden.
Anstenerungsmarken. Gute, meilenweit .sichtbare Ansteuerungsmarken
sind zwei einzelne Berge, sowie der nördliche und der südliche Sattelberg.
Gesundheitsverhältnisse, Die Gesundheitsverhältnisse in Lüderitz-Bucht
und Umgegend sind gute. Epidemische oder endemische Krankheiten herrschen
zurzeit unter der Bevölkerung nicht; auch scheinen Geschlechtskrankheiten
selten zu sein. Die Witterungsverhältnisse sind gesundheitlich nicht als besonders
günstige zu bezeichnen, da der häufige und meist plötzlich einsetzende Wechsel
zwischen kühlen feuchten und heifsen. trockenen Winden, der oft sehr grofse
Unterschiede in der Tages- und Nachttemperatur bedingt, sowie der häufige
Nebel sehr geeignet sind, Erkältungskrankheiten hervorzurufen, Hospital und
Arzt sind nicht vorhanden. Beim Betreten des Landes ist.Vorsicht geboten,
wegen der hier überall häufig vorkommenden sehr giftigen Hornviper, einer
kleinen etwa !/s m langen Schlange, die man wegen ihrer Färbung sehr leicht
mit einem dürren Ast verwechseln kann.