Gegenwärtige und zukünftige Hafenanlagen von Triest,
Für den Lokal-. und Küstenverkehr ‚dient einschliefslich der bis Anfang
1905 fertiggestellten Neubauten (Tafel 6) der ‘sogenannte alte Hafen (porto
vecchio), von dessen etwa 2000 m langem Kai sich vier Molen ausdehnen, deren
mittlere Längen folgende sind: ;
“+” Mole S. Carlo (1) 270 m, Mole :Sanitä (2) 272 m, Mole Giuseppina (3)
„270 m, Mole: Santorio .(4) 130 m. En
=. = Überdies. steht. dem Küstenverkehr für Segelfahrzeuge..der .Canal grande
mit einer Kailänge:von 700 m: zur. Verfügung, 0
Bei‘der Ausarbeitung des neuen. Hafenbauprojektes*) mufste in erster Linie
von: dem Standpunkte ‘ausgegangen werden,.. eine vom. Borawinde möglichst
geschützte: Anlage herzustellen, weshalb man gezwungen. war, dieses neue. Frei-
hafengebiet, getrennt von. dem bestehenden, nach der Bucht von Muggia-zu
verlegen; leider‘: wurde dem neuen Hafen: die ungünstigste Strecke in. der Bucht
zur Verfügung gestellt, da :der vorteilhaftere. Teil bereits: durch die Werft-
anlagen ‘des: Österreichischen :Lioyd und des Stabilimento technico (S.. Marco)
verwertet ist. u
+ Die Grundlage der neuen Hafenanlage mit einem Gesamtareal von
603 000 qm (3;2 m über‘ Niedrigwasser) sind drei mächtige Molen, welchen zum
Schutze gegen Seegang (hauptsächlich SW) drei Wellenbrecher vorgelagert werden,
und so zwei 300 m breite geschützte Bassins bilden, die eine Kaientwickelung
von 4850 m- und eine Wassertiefe von mehr: als 15m besitzen, Die Richtung
der Molen ist der mittleren Borarichtung in der Muggia-Bucht entsprechend
N 83° O; ‘die Breite einer jeden Mole ‘beträgt 160m, ‘die mittlere Länge der
Mole V 360 m, Mole VI 513 m, Mole VII 778 m: "©
Die‘ Richtung der Wellenbrecher ‚ist mit N 7° W_ bestimmt; die Länge
der beiden nördlicheren beträgt je 500 m, die des südlichsten, welcher jedoch
erst später in Bau genommen‘ wird, 1600m. Zwischen. den Wellenbrechern
befinden sich zwei Einfahrten von je 233 m und eine ‘dritte bei Mole V von
400m Breite. © ,
. Die.nach Süden. zunehmende Länge der .,Molen ‚schützt die nördlich
gelegenen. Teile gegen den durch Siroccowind, hervorgerufenen Seegang. WU
_ Nicht ausgeschlossen. ist. eine Erweiterung der Hafenanlagen auch späterhin
sowohl gegen die Bucht von Muggia als auch gegen.den alten Hafen, wobei jedoch
die projektierte. Verlegung des Holzlagerplatzes _beim Leuchtturme: nach Servola
erfolgen müfste (Tafel 6).
Um den Warenverkehr denkmöglichst zu beschleunigen, werden die Stations-
und Verladegebäude : der - neuen . Bahn -in . unmittelbarster Nähe des : neuen
Freihafengebietes . untergebracht. | Zur Bewältigung .des Güterverkehrs sind
22 Hangars (Durchgangslagerhäuser), von‘ welchen 17 auf den Molen und-:5 auf
dem Kai mit‘ je 4700 bis 8200 qm Fassungsraum und einer. Gesamtbelegfläche
von: 128 000 qm -projektiert. ‚Die Breite der Hangar ist mit 45 m bestimmt, die
Längen variieren zwischen. 120 .bis:207:.m. ‚Ferner sind acht‘ dreistöckige
Magazine auf 44 900 qm Kaifläche mit einer Gesamtbelegfläche von 180 000 qm
vorgesehen; zum Laden-und Löschen der Güter. werden 95 hydraulische Kräne
dienen. An Nebenanlagen sind im Kostenvoranschlag:. ein zweistöckiges Ge-
bäude für: Personalwohnungen und Post- und Telegraphenamt, eine .Maschinen-
zentrale; ein . Lotsen- und. Feuerwehrgebäude, ein Arbeitshaus, ein‘ Restaurant
mit Passagierwartehallen‘ und. neun :Brückenwagen vorgesehen. :
Mit der neuen Bahnverbindung und dieser Hafenanlage wird dann auch
Triest die Möglichkeit geboten werden; seine - vorteilhafte geographische Lage
ausnutzen zu können. Kapt. W. M.
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1) Die ‘Tnangriffnahme dieser neuen Hafenbauten‘ in der Muggia-Bucht bedarf der Baukösten
wegen noch: der Zustimmung des. Parlaments, 4‘: \ 0.