Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1903,
unvermeidlich sind, empfiehlt es sich, stets einen breiten Rand auf jedem Blatt
der Handschrift freizulassen. Wo Abbildungen eingefügt werden sollen, ist:dies
am Rande deutlich mit der laufenden Nummer der Abbildung anzugeben. In
der Handschrift mufs alles genau so ausgeschrieben werden, wie es der Setzer
zetzen soll; nur die für das Buch vorgeschriebenen Abkürzungen dürfen und
müssen auch in der Handschrift benutzt werden. Das Korrekturlesen. der
Küstenhandbücher erfordert ganz besondere Sorgfalt und mufs stets von mehreren
Sachkundigen gemeinschaftlich durchgearbeitet werden, Um das Wiederauffinden
der als Grundlage benutzten Berichte und : anderer Quellen zu erleichtern,
empfiehlt es sich, dafs schon der Bearbeiter der Handschrift die benutzten Stellen
aut dem Rande der Handschrift mit Bleistift anführt. Überhaupt mufs die
ganze Handschrift in so übersichtlicher und klarer Form ausgearbeitet sein, dals
jederzeit ein anderer als der ursprüngliche Bearbeiter, ohne besondere Auf-
klärungen, die Stellvertretung übernehmen und die Arbeit an der Handschrift
fortsetzen kann.
Zum Schlufßs sei es erlaubt, die Hauptgesichtspunkte, die aus den Be-
atrebungen und den Erfahrungen des verflossenen Jahrzehnts deutscher Küsten-
beschreibung fremder Gegenden gewonnen sind, hier kurz nochmals zusammen-
zufassen:
li. Die deutschen Küstenhandbücher müssen zuverlässiger, übersichtlicher
und klarer in der Darstellungsform sein — als jedes fremde Handbuch über
dieselbe Gegend. | ;
2. Die deutschen Küstenhandbücher sollten, wo möglich, reichhaltiger in
solchen Angaben sein, die nicht auf der Karte abzulesen sind, aber knapper in
solchen, die schon auf der Seekarte besser zu erkennen sind — als jedes fremde
Handbuch über dieselbe Gegend.
3. Die deutschen Küstenhandbücher müssen den besonderen Bedürfnissen
der Schiffsführung auf deutschen Kriegs- und Handelsschiffen in jeder Richtung
besser entsprechen — als jedes fremde Handbuch über dieselbe Gegend, ‚ .
116
Gegenwärtige und zukünftige Hafenanlagen von Triest.
(Hierzu Tafel 6.)
Bereits im Jahre 1909 soll Triest durch einen zweiten Schienenstrang,
die Tauernbahn, mit dem Hinterlande verbunden werden, weshalb nun ernstlich
an die Vergröfserung der Hafenanlagen geschritten werden mulste, umsomehr
als der Hafen von Triest schon seit Jahren dem stetig wachsenden Verkehre
nicht gewachsen ist.
Die endgültigen Beschlüsse und Pläne zur Erweiterung des. Hafens sind
eben abgeschlossen und bereits der Baukommission zum Angriff der Arbeiten
übergeben worden. Die Baukosten der neuen Freihafenanlage belaufen sich auf
87,1 Millionen Kronen, von welchen 53 900 000 Kronen die eigentlichen Hafen-
bauten und 33 200 000 Kronen auf die Freigebietsanlagen entfallen; die Bauten
sollen 1912 fertiggestellt sein. |
Um die Bedeutsamkeit des in Angriff genommenen Werkes besser über-
blicken zu können, mögen einige Daten über die gegenwärtigen Hafenanlagen
vorangehen. Sn
. Die im Jahre 1883 fertiggestellte Freihafenanlage mit. einem Gesamtareal
von 417328 qm (Mole IV einbegriffen, da diese demnächst in.das Freihafen-
gebiet einbezogen wird) verfügt mit ihren vier Molen über eine Kailänge von
3260 m. Die durchschnittliche Länge der einzelnen Molen ist folgende:
Mole I 196 m, Mole 1X 197 m, Mole III 211 m, Mole IV 142 m.
Die Bassinbreiten sind: ” . . .
Bassin I 229 m, Bassin Il 268 m, Bassin III 298 m, Bassin IV 280 m.
Dieser Anlage ist zum Schutze gegen den Seegang ein Wellenbrecher
von 1085 m Länge vorgelagert. Die Einfahrtsbreite bei Mole I beträgt 95 m,
bei Mole III 165 m.