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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Wislicenus, @.: Betrachtungen über Inhalt und Form von Küstenhandbüchern. 115 
spätere “Übergang auf rein rechtweisende Angaben durch sie‘ vorbereitet, und 
ereichtert ‘werden könnte. Auch die ‚deutschen . Seekarten sind -söwohl.. mit 
rechtweisenden ie mit milsweisendehn Gradeinteilungen und Strichrosen: ver- 
schen; so dals man auf ihnen Kurse und Peilungen je nach Wunsch rechtweisend 
oder kilsweisend absetzen kann. Andererseits Jäfst sich‘ freilich durchaus nicht 
verkennen, dafs in allen‘ nautischen deufschen: Veröffentlichungen ‚vollste: Über: 
einstimmung in. der methodischen Form ‘der Richtungsangaben zweckmäfsig ist. 
Deshalb‘ Sind‘ in Allen‘ neueren Veröffentlichungen der“ deutschen Seewarte in 
Übereinstihmung mit denen des Reichs-Marine-Amts sämtliche Kurse und Peilungen 
milsweisend in ’Graden von 0° bis 360°  und- dahinter eingeklammert ebenfahls 
milsweisend in Stricken gegeben, z. B. 0° (N), oder 38° (NO’/N) oder 225° {S W): 
Die‘ Verwendung der verschiedenen Formen von Richtungsangaben bei den -ver- 
schiedenen Seestaaten zeigt folgende Übersicht: ne 5 
Kurs- und Peilungsangaben in Küstenhandbüchern. 
ie ‚# om 
Hg1iSCH® 04 
Niederländische . 
Schwedische . . . 
Nordamerikanische 
„Geodetic Survey“ 0 
„Hydrögraphie Office“ .. . 
Französische. . ... 
Spanische .... 040. 
Portugiesische . 
Chilenische ,, ..... 
[talienische .'... . .. 
Üsterreichisch-ungarische . 
Dänische . .... 
Russische , . . . 
Türkische. . . 
Ar‘ 
mifsweisend 
nur milsweisend 
recht- und mifs- 
weisend 
rechtweisend 
Form 
225° (SW)... 
SW oder S 45° W 
ZW oder N 225°0 
SV oder S 45° V_ 
S 45° W. (S48° W mag.) oder 
S 45° W true (SW 1/4W mag.) 
SO oder S45°0 
SW oder S 45° W 
SO oder 45° SO 
u 845°0 
SW oder 225° vero 
225 (SW) 
SV 
SW 45° 
Peilungs- 
richtung 
von. See aus 
Se DEN 
Y » An © 
‚vom Feuer aus 
von: See aus 
von See aus 
vom Feuer aus 
von See aus 
vom Feuer aus 
‚Die Übersicht Zeigt, dafs‘ die neue Öradeinteilung won 0° bis 360° nicht 
allein in der deutschen Marine, sondern auch in der österreich-ungarischen, 
italienischen und niederländischen gebräuchlich ist. Aber trotzdem wird wohl 
noch: viel. Zeit darüber vergehen, bis sich diese Berechnungsweise auch in der 
deutschen Handelsmarine vollständig eingebürgert. haben: wird. „4... u} 
Verschiedenes. © Angaben über Wassertiefen ohne, nähere‘ Erläuterungen 
müßsken Stets für den Nullpunkt derjenigen Karten gelten, als‘’deren Ergänzung das 
Küstenhandbuch gilt. Für Wassertiefen bis zu 10 m ist die Angabe von Zehnteln 
stets nützlich, gröfsere‘ Tiefen werden aber zweckmäfsiger :auf wolle Meter ab- 
gerümdet. Zu beachten ‘ist, dafs die Punkte oder Kommata zwischen ‘den vollen 
and Zehntelmetern sehr deutlich sein müssen; xoch zweckmälsiger ist :es,‘ die 
Zehntel durch. kleinere “Zählen besonders hervorzuheben. Bei den‘ Gezeiten 
angaben j&t stets deutlich zu unterscheiden zwischen Fluthöhe (engl. rise) und 
Fluthub (engl. range), welche beiden Begriffe nur ‘für ‘Springtide sich decken, 
bei Niptide‘ aber beträchtlich voneinander verschieden sind.‘ * 
‘Die Schreibweise fremder Namen ‘bedarf für ‘die Küstenbeschreibung “noch 
der Regelung; auch werden noch Grundsätze dafür aufzustellen sein,‘ wWieweit 
irewiese an den Namen angehängte‘ Bezeichnungen, +z. B,: Point, »Spit,: Punta, 
Ile u. 'a: ins Deutsche übersetzt werden sollen oder nicht; "eine „Red Rock“ als 
Nam6& einer Klippe hat. in‘ deutschen Küstenbeschreibungen doch eigentlich nur 
in englischen‘ Küstengewässern‘ Berechtigung.‘ Es dürfte‘ sich empfehlen, ‘die 
Untersuchungen deutscher” Gelehrten über die Schreibweise “geographischer 
Namen dabei den allerdings im nautischen Gebraüche- leider stark verbreiteten 
englischen ‘und anderen fremdeh Schreibweisen vorzuziehen; * = 
‘Die’ Ausarbeitung‘ der Handschrift‘ mus ‘80 sorgfältig sein; dafs der 
Setzer stets aus dem Zusammenhang und aus jedem ‘einzelnen Schriftzeichen 
klug werden kann. Da Nachträge und Ergänzungen für‘ die Arbeit doch
	        
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