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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

108 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1903, 
Nederlandsch Oost-Indie“ der hydrographischen Abteilung des :nieder- 
Jändischen Marineministeriums, ferner die NOtcias Bydrograficas“ des 
hydrographischen Amts in Valparaiso und die „Avisos aos navegantes“ der 
hydrographischen Abteilung der portugiesischen Generaldirektion der Marine. 
Auch die fremdländischen Marinezeitschriften, nach Art der deutschen „Marine- 
Rundschau“, enthalten vielfach wichtige Aufsätze über Küstenbeschreibung. 
Einzelne Staaten geben auch besondere hydrographische Jahrbücher heraus, die 
über Vermessungsarbeiten berichten und dabei ebenfalls Küstenbeschreibungen 
enthalten; von diesen sind besonders hervorzuheben das „Anuario Hidrografico 
de la Marina de Chile“, dessen 23. Band im Jahre 1901 herausgegeben wurde, 
sowie die „Annali Idrografici“ des italienischen hydrographischen Amtes, 
deren 2. Band im Jahre 1901 erschienen ist.‘ Sehr beachtenswerte Nachrichten 
und Sonderberichte über Seehäfen und Fahrwasserverhältuisse u. a., bringen 
häufig auch die grofsen Schiffahrtszeitungen, ganz besonders die vorzüglich unter- 
richtete, täglich einmal in London erscheinende „Shipping and Mercantile 
Gazette and Lloyds List“. Schliefslich geben über die Hafenverhältnisse‘ in 
fremden Plätzen eine gröfsere Zahl zum Teil jährlich neu erscheinende fremd- 
ländische Handbücher, z. B.: Urquhart, „Dues and Charges on Shipping in 
Foreign Ports“ und Jones, „Shipping World Year book“ (erscheint Jährlich), 
sowie auch das vom Reichsamt des Innern als Monatsschrift herausgegebene 
„Deutsche Handelsarchiv“ mehr oder minder ausführliche Auskünfte. 
Um über alle für die deutsche Küstenbeschreibung irgendwie in Betracht 
kommenden deutschen und fremden Quellen fortlaufend unterrichtet zu sein und 
zugleich die Möglichkeit zu schaffen, jederzeit über jeden Hafenplatz der Erde, 
über den überhaupt irgendwelche besondere Berichte in der nautischen und 
geographischen Literatur der letzten Jahrzehnte vorliegen, Auskunft erteilen zu 
können, wird bei der Seewarte ein Register geführt, dessen Einrichtung aus 
dem nebenstehend wiedergegebenen Probeblatt zu erkennen ist; die Nummern 
der Fragebogen sind diejenigen des Hauptbuches der Sammlung der Deutschen 
Seewarte von Fragebogen, Berichten und Photographien. | 
Kritische Sichtung des Stoffes für die Küstenbeschreibung. Jemehr 
Nachrichten und Berichte über ein bestimmtes Gebiet vorhanden sind, um so 
häufiger wird man Widersprüche zwischen den einzelnen Berichterstattern ent- 
decken. Dann ist sorgfältiger Vergleich aller Quellen miteinander geboten. 
Persönliche seemännische Kenntnisse und Erfahrungen sind neben guten Sprach- 
kenntnissen bei den Bearbeitern der Küstenbeschreibungen nicht zu entbehren; 
die kritische Prüfung der Widersprüche in den Einzelberichten fordert zudem 
gesunden Blick und sehr grofse Vorsicht. Es darf deshalb bei der Arbeit nie auf 
schnelles Überhasten ankommen, vielmehr mufs stets genügend Zeit verfügbar 
sein, um mit deutscher Gründlichkeit sicher zu Werke zu gehen. Besser gar 
keine, als eine schlecht und flüchtig zusammengestoppelte Arbeit.” Wenn amt- 
liche Angaben (von verschiedenen Nationen) von einander abweichen, verdient 
gewöhnlich diejenige Veröffentlichung das meiste Zutrauen, die zuletzt ver- 
öffentlicht worden ist; doch kann es auch vorkommen, dafs fremdländische 
neuere Angaben über das Küstengebiet eines anderen Staates unzuverlässiger 
sind, als die älteren Veröffentlichungen des betreffenden Staates selbst. Man 
findet auch zuweilen, wenn man die Entstehung einer Anderung an der Hand 
der fremdländischen Nachrichten für Seefahrer prüft, dafs neue Fehler da ent- 
stehen, wo Verbesserungen oder Zusätze angebracht werden sollen. Wiederholt hat 
durch sorgfältige Nachprüfung festgestellt werden können, dafs Fehler infolge 
falscher Übersetzung nicht selten sind. Beim Vergleich amtlicher und privater 
Angaben wird man zwar im allgemeinen den amtlichen das gröfsere Eewicht 
beilegen müssen, indessen wenn es sich um den Vergleich von Berichten und 
Fragebogen der Mitarbeiter zur See der Seewarte mit fremdländischen amtlichen 
Angaben handelt, so wird man doch mit Rücksicht auf die seit Jahrzehnten 
bewährte Zuverlässigkeit aller Angaben der deutschen Handelskapitäne richtig 
handeln, wenn man dem deutschen Berichte unbedingt den Vorzug gibt, falls 
die ihm widersprechende fremdländische amtliche Angabe nicht aus neuerer. Zeit 
stammt, als der deutsche Bericht; sollten beide Angaben zufällig nahezu gleichen 
Alters sein, so ist es zweckmäfsig, auf den Widerspruch ausdrücklich hinzu- 
weisen. Überhaupt ist es bei unaufklärbaren Widersprüchen, die namentlich in
	        
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