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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Wislicenus, G,:; Betrachtungen über Inhalt und Form von Küstenhandbüchern. 107 
können, um an. Ort und Stelle. die nötigen Unterlagen für. die Beschreibung zu 
zammeln,: so. mufßs die. Bearbeitung auf möglichst ‚viele und ausführliche Berichte 
von Augenzeugen gestützt werden. ‚Da aber zu jeder guten; zuverlässigen und 
übersichtlichen Beschreibung sehr genaue Ortskenntnis erforderlich ist, so sind 
die Berichte ‚von. solchen erfahrenen Kapitänen besonders wertvoll, die ein- und 
denselben Hafen öfters. und womöglich unter verschiedenen Verhältnissen, bei 
Tage, bei. Nacht, bei Nebel, bei Hochwasser, bei Niedrigwasser angelaufen 
haben.. ‚Auch der kürzeste Bericht dieser Art kann sehr wichtige Ergänzungen 
der fremdländischen nautischen Literatur enthalten. Deshalb wurde im Jahre 1597 
von. der. Direktion der: Deutschen Seewarte die. Fragebogenarbeit ins Leben 
gerufen. Durch . die Beantwortung der Fragebogen ist es möglich geworden, 
die persönlichen Erfahrungen deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere. über die 
Ansteuerung und: den Verkehr. in fremden Seehäfen. für die Arbeiten in der 
Küstenbeschreibung, also. unmittelbar für die Allgemeinheit der deutschen See- 
fahrer nutzbar. zu machen. Ende 1902 verfügte die Direktion bereits . über 
8328 Fragebogen von deutschen Kapitänen; bei den ausführlichsten und besten 
dieser Fragebogen .haben die berichtenden Kapitäne ihre Ansteuerung: und Ein- 
steuerung in .den Hafen in solcher Form beschrieben, als ob überhaupt keine 
anderen Berichte .von Schiffen, die den Hafen ‚ebenfalls angelaufen haben, vor- 
lägen; diese Form der Berichterstattung ist. besonders günstig, weil sie ganz 
uumittelbar :in ‚die Küstenhandbücher übernommen werden kann. Auch die aus- 
führlichen. Reiseberichte deutscher Kriegsschiffe sind oft, . wie das Handbuch 
„Die wichtigsten Häfen Chinas“ zeigt, in gleicher Weise unmittelbar verwertet 
worden. Das Wertvolle an allen solchen ausführlichen: persönlichen Berichten 
erfahrener. Kapitäne liegt. besonders darin, dafs sie beim Leser und Benutzer 
des Küstenhandbuches ‚eine viel lebhaftere Vorstellung für die Wirklichkeit, 
also .z. B; für die Schwierigkeiten eines Fahrwassers, erwecken, als die ganz 
anpersönliche, also viel nüchternere und weniger ansprechende Darstellungsform, 
wie man sie in den meisten fremdländischen Küstenhandbüchern findet. . . 
Neben der Fragebogenarbeit der deutschen Kapitäne bilden für die Be- 
schreibung. der eigentlichen inneren Hafenverhältnisse und auch derjenigen An- 
gaben, die für den Reedereibetrieb. und auch‘ für deutsche Exportfirmen, Schiffs- 
makler und Schiffsversicherer. wissenswert sind, die jährlich bei der Deutschen 
Seewarte einlaufenden Fragebogen und Berichte der deutschen Konsulate in 
fremden Seehäfen eine-..sehr wichtige Quelle. Die Fragebogen und Berichte sind 
fortlaufend unentbehrlich, weil sie zuverlässige. Auskunft über alle Anderungen 
in den Hafenverhältnissen geben, so dafs sie also auch für die Bearbeitung der 
Nachträge schon herausgegebener Küstenhandbücher notwendig gebraucht werden. 
. Ferner finden sich als Grundlagen für die deutsche Küstenbeschreibung 
in allen 31 Jahrgängen der „Annalen der Hydrographie und Maritimen 
Meteorologie“ zahlreiche mehr oder weniger ausführliche Reiseberichte von 
Kriegs- und Handelsschiffen, die wichtige Angaben über fremde Seehäfen und 
Küstengewässer enthalten. Auch bietet die Zeitschrift seit ihrem Bestehen. eine 
größere Zahl: von hydrographischen Aufsätzen, die in der Form von‘ Küsten- 
beschreibungen einzelne Gebiete oder einzelne Seehäfen darstellen, die also mit 
den erforderlichen. Nachträgen und Ergänzungen versehen, unmittelbar bei der 
Bearbeitung neuer. Küstenhandbücher,. zumeist. sogar in unveränderter Form, 
verwertbar sind. ‚Auch in allen Jahrgängen der deutschen nautischen Zeitschrift 
„Hansa“ sind viele brauchbare Berichte für die.Beschreibung fremder Küsten 
enthalten. .. Dafs auch verschiedene. deutsche. und fremdländische geographische 
Zeitschriften zuweilen, und ‚zwar. besonders über bisher sehr wenig bekannte 
und ‚wenig- besuchte Küsten- und Stromgebiete (z. B. für die Yangtse-Fahrt oder 
für die- Fahrten. auf den südamerikanischen Strömen) ‚mit grofsem: Vorteil. bei 
der: Küstenbeschreibung: benutzt werden können, wurde schon erwähnt, ‚Von 
fremdländischen nautischen Zeitschriften bieten namentlich die französischen 
„Annales: Hydrographiques“ ausgezeichnete und ausführliche Berichte, 
Verschiedene - fremdländische ‘ nautisehe.- Veröffentlichungen in der Art. der 
„Nachrichten für Seefahrer“ bringen ebenfalls zuweilen gröfßere, für die 
Küstenbeschreibung wichtige Aufsätze; besonders erwähnenswert sind in dieser 
Beziehung die „Notices to Mariners“ des Washingtoner Hydrographischen 
Amtes,. ferner: die „Mededeelingen op zeevaartkundig gebied over 
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