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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1903, 
gemacht wurden und ursprünglich nur für die Ausarbeitung der Karten bestimmt 
waren, ohne sorgfältige Sichtung auch in die Handbücher mit hineingenommen 
wurden. Um diesen Übelstand zu meiden, mufß der Bearbeiter des Küsten- 
handbuches von der Voraussetzung ausgehen, er wolle Jemandem, der die Karte 
eines Fahrwassers besitzt, klar machen, wie er mit Benutzung der Landmarken etc. 
in das Fahrwasser einsteuern soll; wo die Verhältnisse es erfordern, werden 
dabei Ratschläge einzuflechten sein, wie die einzelnen Gefahren des Fahrwassers 
gemieden werden müssen. In den meisten Küstenbeschreibungen älterer Art 
hat es sich leider eingebürgert, jede einzelne Untiefe, Klippe oder Klippengruppe 
ihrer Lage nach, ihrer Ausdehnung nach und ihren verschiedenen Wassertiefen 
nach ausführlich zu beschreiben; alle diese und ähnliche Angaben sind 
aber aus der Karte besser und schneller zu erkennen, und sie vermehren in 
klippenreichen Gegenden den Umfang des Buches sehr zum Schaden seiner 
Übersichtlichkeit für den Gebrauch. Alle Klippen, wie sie die Karte z. B. für 
das Plateau des Minquiers an der französischen Nordküste zeigt, beschreiben zu 
wollen, ist überhaupt ein Ding der Unmöglichkeit. Auch hier, wie überall, 
zeigt sich nur in der Beschränkung der Meister. Für die nautischen Bedürfnisse 
des Seemannes mul es vollständig genügen, wenn dem Seemanne neben der 
genauen Karte für alle solche Klippen und Untiefen in dem die Karte ergänzenden 
Küstenhandbuche nur die Mittel und Wege gezeigt werden, wie er die auf der 
Karte schon genau erkennbaren Gefahren am sichersten meiden kann; es müfste 
also doch wohl genügen, wenn im Buche nur diejenigen Landmarken und Seezeichen 
näher beschrieben würden, mit deren Hilfe Leitmarken zum Freisteuern von den 
an der Fahrwasserkante liegenden Untiefen zu gewinnen sind. Nur wenn es 
sich darum handelt, die aus der Karte nicht erkennbare Form und Färbung von 
über Wasser sichtbaren Klippen zu beschreiben, ist die Aufnahme solcher Be- 
schreibungen im Buche nötig; aber auch dann ist es zweckmäfsiger, diese 
Beschreibung nicht als einen kleinen besonderen Abschnitt hervorzuheben, 
sondern sie nur unter den Abschnitt über die Landmarken oder die Einsteuerung 
mit einzuflechten, worüber weiter unten noch Näheres in dem Abschnitt über 
die Anordnung des Stoffes ausgeführt werden soll. 
Besonderer Zweck der deutschen Küstenhandbücher. . Der Hauptzweck 
der deutschen Küstenhandbücher ist der, die deutschen Seeleute vollständig 
unabhängig von der fremdländischen nautischen Literatur zu machen; dazu 
zehört also, dafs die deutschen Küstenhandbücher nicht nur einen vollwertigen 
Ersatz der amtlichen fremdländischen Handbücher bilden, sondern dafs sie auch 
diejenigen Erläuterungen und Ergänzungen aufnehmen, die sich in privaten 
nautischen, in der deutschen Handelsmarine gebräuchlichen fremden Handbüchern 
finden; die letzteren freilich nur soweit, als sie für den Schiffsgebrauch in 
Betracht kommen können. Für den Reedereibetrieb wird es nützlich sein, 
wenn auch die wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen für den Seehandelsverkehr, 
ferner die Festsetzungen für die Hafenunkosten u. a. in die Handbücher mit 
aufgenommen werden, indessen werden die Rücksichten für den Reedereibetrieb 
und für andere an der Seeschiffahrt Beteiligte stets den Bedürfnissen der 
Schiffsführung nachgeordnet werden müssen. Ganz zwecklos erscheint es, in 
die Küstenhandbücher irgendwelche wissenschaftliche Erörterungen aus dem 
Gebiete der Erdkunde, der Meereskunde oder der Wetterkunde aufzunehmen, 
die nicht ganz unmittelbar mit dem Gebrauchszweck der Bücher verknüpft 
sind, denn das würde doch nur ganz oberflächlich geschehen können, also mehr 
Schaden als Nutzen bringen oder es würde solchen Raum beanspruchen, dafs 
der Zweck des Buches dadurch vollständig verdunkelt würde. Damit erledigt 
sich auch die Frage, die vor einigen Jahren der Leiter der deutschen Südpol- 
fahrt an den Verfasser dieses tat, ob nämlich bei der deutschen Küsten- 
beschreibung auch die einzelnen Küstenformen hinsichtlich ihrer Beschaffenheit 
und Entstehung beschrieben würden. Andererseits werden sicherlich einzelne 
Ergebnisse der neueren Forschung auf dem Gebiete der Erdkunde, wie sie z. B. 
in den zuverlässigen „Petermanns-Mitteilungen“ zu finden sind, für die 
Küstenbeschreibung nutzbar gemacht werden können, . 
| Grundlagen für die Küstenbeschreibung, Da die Bearbeiter der Küsten- 
handbücher leider unmöglich jeden Hafen und jedes Küstengebiet selbst besuchen
	        
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