104 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1903.
Monate zusammenfafßt. Nach der Häufigkeit der Depressionen (S. 103) in .den
einzelnen Monaten kann man je 4 Monate zusammen nehmen, nämlich:
April bis Juli mit durchschnittlich 12%0
August „ November „ an 8
Dezember „ März n # 5,
aller Depressionen. Macht man so die Einteilung und berechnet wieder die
prozentischen Anteile dieser Zeitgruppen am Niederschlage, so erhält man:
April bis Juli. Aug, bis Nov. Dez. bis März.
YVb-Depr. {
Niederschlag f
Wien |
Niederschlag { Max. .
Ratibor Min, .
Niederschlag { Max.. . -
Raibl Min... .
Max. .
Min.
Max. .
Min.
El
6
4
29
35
35
26
31
34
31
39
38
46
+1
:4
73
22
29
"7
)
3
DA
Auch hier tritt wieder hervor, wie auffallend die Werte für die V b-De-
pressionen und den Niederschlag in Wien übereinstimmen. Bei Ratibor ist nur
soviel Analoges zu finden, als die höchsten Prozente auch auf die Monate April
bis Juli wie bei den Depressionen fallen. In Raibl sind sie wegen des Oktober-
maximums des Niederschlages allerdings verschoben, aber es zeigt sich auch in
diesem Zeitabschnitt dasselbe Verhältnis wie bei den Depressionen (36 : 31 — 0,86
und 46:41 = 0,89). Eine Eigentümlichkeit der letzten Monatsgruppe (Dezember
bis März) ist, dafs die Prozentzahl in Maximaljahren stets kleiner ist als in
Minimaljahren, selbst bei Ratibor.
Zum Schluß will ich noch eine andere Frage berühren, die dem einen
oder anderen Leser wohl schon eingefallen ist. Es handelt sich nämlich um
die Niederschläge, die nicht im ganzen Jahre, sondern nur beim Vorübergang
der Vb-Depressionen gefallen sind. Ich lege dabei wieder die Wiener Beob-
achtungen zu Grunde und zwar für die Jahre 1877 bis 1901, wobei ich stets die
ganze Menge zusammenfafste, welche gemessen wurde, solange die Depression
in der Nähe von Wien war und jedenfalls Wien noch in ihrem Bereich lag.
Durchschnittlich sind danach in Wien bei jeder Vb-Depression in Maximal-
jahren 12,4 mm und in Minimaljahren 11,6 mm gefallen, so dafs also die
Depressionen zur Zeit der Sonnenfleckenmaxima seltener, aber nieder-
schlagsreicher als die beim Fleckenminimum sind. Es hatten:
0 1-—25 26—50 > 50mm
Max. . . . 10 79 8 30%
Min. . . . 11 75 11 2 ».
Dasselbe Resultat erhält man auch, wenn man nur die gröfseren Nieder-
schläge, d. h. mit mehr als 25mm betrachtet. Diese ergaben im Mittel in
Maximaljahren 54 mm und in Minimaljahren 42 mm. Die Niederschläge mit
mehr als 60 mm waren:
141,7 100,5 82,5 mm
78,5 73,6 66,0
davon gehören die drei gröfsten bemerkenswerterweise den Maximaljahren an.
Scheidet man diese extremen Werte aus, so fallen in Wien beim Vorübergang
einer Vb-Denpression durchschnittlich höchstens 30 his 50 mm.
Nachschrift. Durch einen dankenswerten Hinweis der Redaktion auf
die Hoffmeyerschen Wetterkarten habe ich auch die Jahre 1874 bis 1876 in
gleicher Weise untersucht und an V b-Depressionen gefunden:
1874. . . 8
1875... 10
1876... 14
Diese Werte sind in der Kurve bereits berücksichtigt; sie zeigt, dafs der
Parallelismus auch damals schon bestand. Die jährliche Periode und alle
sonstigen Folgerungen in vorstehender Arbeit werden durch .das Hinzufügen
der drei Jahre so wenig beeinflufst, dafs ich von einer Umarbeitung obiger Aus-
führungen absehen konnte,