accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Knipping; E.“ Das Wetter auf dem Nordatlant, Ozean vomi 5, bis 19.-Dez. 1902. 
97 
während hin- und herschlagenden. Ruder :irgend welche Befestigungen anzu- 
bringen. Das Schiff!) trieb. nun mit beigesetzten Schrägsegeln in südöstlicher 
Richtung weiter. Der Wind blieb stürmisch mit Regen und Hagelböen, und 
es mufste beständig Öl zur Beruhigung der Wellen gebraucht werden. "In der 
Nacht zum 2. Dezember gingen das Ruder sowie der Hindersteven vollständig 
verloren. Mit Tagwerden kam der englische D. „Philadelphian“ herbei, 
der den „August Korff“ auf 49° 16’N 32° 16/W ins Schlepptau nahm, später 
aber loswerfen mufste, weil er Maschinenschaden bekommen hatte. Da die Be- 
satzung des „August Korff“ ihr Schiff nicht verlassen wollte, setzte D, „Phila- 
delphian“ die Reise fort. Es wurde nunmehr ein Notruder angefertigt und aus- 
gesetzt; da es aber nicht gelingen wollte, hierdurch das Schiff zu steuern, wurde 
das Ruder wieder an Bord genommen. Gegen 7" N, kam der englische D. 
„Albuera“ herbei, der während der Nacht in der Nähe. des „August. Korff“ 
blieb. Am nächsten Morgen wurde ein Boot ausgesetzt und eine Verbindung 
zwischen den Schiffen hergestellt, worauf auf Verlangen‘ des. Engläuders der 
Kurs nach Fayal aufgenommen wurde. Gegen 10'/st V brach die Schlepptrosse; 
zwar gelang es um 4*N eine neue Trosse an Bord der „Albuera“ zu bringen, 
doch brach auch diese. Am 7. Dezember wurde von der „Albuera“ signalisiert, 
dafs sie die Reise fortsetzen müsse. Dieser Dampfer war 36 Stunden bei dem 
manövrierunfähigen Schiffe geblieben, ohne dasselbe eine nennenswerte Knt- 
fernung geschleppt zu haben. ‚Von dem passierenden dänischen ‘D. „Gra- 
naria“ erhielt der „August Korff“ Proviant, ohne dafs dieser Dampfer weitere 
Hilfe ‚leisten konnte. Am 8. Dezember wurde der „August Korff“ von dem 
englischen D. „Acacia“ ins Tau genommen. - Als am 11. Dezember,. nachdem der 
Engländer 203 Sm geschleppt hatte, wieder stürmisches Wetter: eintrat und die 
Schiffe in der hohen wilden See schwer arbeiteten, brach auf. 50° 48’ N. 
24° 13‘ W die Schlepptrosse, so dafs die „Acacia“ die Reise allein fortsetzen 
mufste. Da das Ankerspill des „August Korff“ beschädigt war, mufste die Trosse 
mit Taljen eingeholt werden. Am 12., 13. und 14, Dezember hatte der „August 
Korff“ schwere, bis. zum Orkan. anwachsende Stürme zu bestehen, wobei hohe 
Wellenberge beständig über das Schiff hinwegbrachen. Als. sich am Abend 
des 14. Dezember der Sturm etwas gelegt hatte, kam der englische D. „Mar- 
quette“. in Sicht, von dem sofort ein mit 6 Mann besetztes Boot abgeschickt 
wurde. ‚Die Besatzung dieses Bootes mufste indes während der Nacht an Bord 
des „August Korff“ verbleiben, da ihr Boot beim Längsseitkommen zertrümmert 
worden war und in dem inzwischen wieder eingetretenen stürmischen Wetter 
zunächst kein weiteres Boot abgeschickt werden konnte. Am ‚nächsten Tage, 
dem 15., gelang es, eine Schlepptrosse zwischen den Schiffen zu befestigen und 
auch wieder die 6 Mann nach dem Engländer zurückzubringen.‘ Da: aber auch 
diese Schlepptrosse brach, setzte die „Marquette“‘ die Reise fort, da sie sich 
wegen Mangels an Futter für die an Bord befindlichen Pferde nicht länger auf- 
halten konnte. Endlich am 18: Dezember kam ‚der englische D. „Suowflake“ 
herbei, dessen Kapitän sich bereit erklärte, den „August Korff“ nach Falmouth 
zu bringen. Der inzwischen in Sicht gekommene deutsche Tankdampfer „Bürger- 
meister Petersen“ blieb bei den ‚Schiffen, um. eventuell mit. Hilfe zu leisten. 
Nachdem noch einige Male die Schlepptrosse gebrochen war, ist es .dem 
„Snowflake“ gelungen, den „August Korff“ am 23. Dezember nachmittags nach 
Falmouth zu hugsieren: 
In dem Anhang auf den folgenden Seiten werden einige Auszüge‘ aus den 
meteorologischen Schiffs-Tagebüchern für diese Sturmzeit gegeben. 
1) Siehe .die Karten vom 5.,. 8. und 11. Dezember (Taf. 5).
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.