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Annalen der Hydrographie. und Maritimen Meteorologie, März 1903,
271° N-Br. und ”1!/2° N-Br. in ‘0° W-Lg., Unterschied 4°,
27 2° » 321/2° ” » 9 » ” 5°,
28° 10° 2» „» 0° ; 12°,
281° 399° 2» „2 » 101/°
39° © 37° 2 1 20° > . 8
”
Die Passatgrenze liegt demnach im Dezember in der Mitte des Ozeans
5° südlicher als das zugehörige Hochdruckgebiet, in der Azoren-Gegend 11°,
weiter östlich wieder nur 8°.
Das Mittel aus den 15 Dezembertagen 1902 gibt 31’'%° N-Br. zwischen
40° und 10° W-Lg. als Breite der Mitte des Hochdruckgebietes.
Dieser Mittelwert setzt sich aus folgenden Einzelwerten zusammen, für
die natürlich auch keine grofse Genauigkeit beansprucht wird.
Lage der Mitte des Azoren-Hochdruckgebietes zwischen 40° und
10° W-Leg.
1902 Dez, Tag ...| 5 6 7/ 8 9 10| 11| 12) 13/ 14| 15 16 18| 19 | Mittel
} i
N-Br®........| 24 25 Z 26 28 32 26 31 “ 33 | 28, 2 40 43 | 311/2 °
Luftdruck b. 0°C, mm 7668| 765; 7661 767; 770: 772 774: 775° 774| 175 | 776. 7741774 7811779 | 773
In dieser Reihe der Breiten sind drei Perioden deutlich erkennbar, die
erste vom 5. bis 10., Ansteigen von 23° bis 32° N-Br., von 765 bis 772 mm.
Man vergleiche damit die Verlagerung des europäischen Hochdruckgebietes
(10. bis 11.), das Ende von T II (10.) und die mäfsige Entwickelung von T 11I
bis zum 10., so wird man eine Menge Beziehungen zu den Vorgängen auf weit
entfernten Gebieten entdecken.
Das Zurückweichen zu Anfang der zweiten Periode, 10. bis 11., steht
offenbar im Zusammenhang mit der plötzlichen Entwickelung von TIIL vom 10.
zum 11. (— 14 mm). Dann folgt wieder ein Ansteigen von 26° N-Br. am 11. bis
33° N-Br am 14. bei durchweg hohem Barometerstand. Auch in dieser Periode
findet man unschwer Beziehungen zwischen dem Verhalten des Azoren-Hoch-
druckgebietes und den gleichzeitigen Vorgängen in Breiten, die 20° bis 25°
höher sind.
Die dritte Periode beginnt am 15. und dauert noch fort am 19. Auf dem
Ozean herrscht verhältnismäfsig Ruhe und das Azoren-Maximum liegt in diesen
Tagen in 10° W-Lg., in 43° N-Br., Verhältnisse, die uns im Sommer ganz
geläufig sind, weniger geläufig mitten im Winter.
Der Dampfer „August Korff,“ Kapt. Wischhausen. Wir geben hier
zum Schlufs einen Auszug aus den seeamtlichen Verhandlungen, aus denen her-
vorgeht, dafs dieser Dampfer nach dem Bruch des Ruders und Hinterstevens
am 1. und 2. Dezember auch die hier behandelten weiteren Sturmperioden durch-
machte und erst am 23. Dezember in Falmouth eingeschleppt werden konnte.
Der Dampfer war am 22. November v.J. mit Petroleum und Naphtha
von Philadelphia nach Hamburg abgegangen. Zu Anfang der Reise herrschten
steife südliche Winde und grobe See, so dafs das Schiff beständig viel Wasser
übernahm. Am 25, November flaute der Wind ab, artete jedoch am 29. No-
vember wieder zum Sturm aus, wobei das Schiff in der hohen See schwer ar-
beitete und beständig von Sturzseen überflutet wurde. Am 30, November
wuchs der Sturm zum Orkan an. Am 1. Dezember, um 2'2% V wurde das
Schiff plötzlich steuerlos, nachdem kurz vorher ein heftiger Krach im Hinter-
schiff bemerkt worden war. Mit Tagesanbruch stellte sich heraus, dafs das
Ruder einen Fufßs oberhalb der Kuppelung gebrochen war und bei dem starken
Überholen des Schiffes hin und her schlug. Nach abgehaltenem Schiffsrat
wurde, um das Schiff etwas zü leichten, aus dem Tank Nr. VIII 600 Tons Petro-
leum und aus dem Tanks I und II etwa 1100 Tons Naphtha über Bord gepumpt.
Sodann versuchte man durch Ausfieren von starken Trossen das Schiff zu
steuern, was aber erfolglos blieb: auch war es nicht möglich, an dem fort-