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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1903.
Wetterkarten vom 17. und 18, Dezember niedergeschrieben. Bei dem möglicher-
weise seltenen Vorkommen derartiger Wanderungen schien es wünschenswert,
womöglich einen sichern Beweis für diese Ansicht zu bringen. War der Vor-
yang So gewesen, wie angenommen wurde, dann mufsten die drei Schiffe in der
Nähe von T V von 8" V am 17. bis 8" V am 18, andauernd steigende Barometer-
stände aufweisen. Die Antwort gibt die kleine Skizze, wonach also wirklich
S, „Pestalozzi“ (37), S. „Erato“ (39) und D. „Ascania“ (12) fortwährend steigenden
Luftdruck beobachteten.
Die Skizze läfst zugleich erkennen,
17. Dezember 1902 | 18. Dezember wieviel brauchbarer für manche Zwecke
MAY @N GN N 64V SV 79lle Tagebücher mitsechs Beobachtungen
am Tage sind, als Auszugstagebücher mit
nur zwei Beobachtungen am Tage.
19. Dezember. T VI liegt noch
an der nördlichen Küste Norwegens, ist
aber flacher geworden. Sein Nordsee-
Ausläufer, das zweite Teilminimum, liegt
über Südschweden und der westlichen Ost-
see, T VIb. T VII hat sich weiter ent-
wickelt, 743 mm, und nach Südosten
bewegt, seine Mitte liegt südlich von
Neufundland in 44° N-Br., 55° W-Lg.
Den gröfsten Teil des nordatlantischen Ozeans beherrscht das östliche
Hochdruckgebiet. Nimmt man 39° N-Br., 17° W-Lg. als Mittelpunkt eines Kreises
an und zieht mit einem Halbmesser von 1100 Sm eine Kreislinie, so liegt der
Luftdruck innerhalb dieses Kreises (Inner-Afrika vielleicht ausgenommen) durch-
weg über 765 mm. Der Kern des Gebietes liegt etwa 5° nördlicher, als der
erwähnte Mittelpunkt des Kreises.
Stürme wurden an diesem Morgen von keinem Schiffe gemeldet.
a
Allgemeine Wetterlage. — Tiefdruckgebiete.
Die kleine nebenstehende Tabelle gibt für die Tiefdruckgebiete statistische
Auskunft über Kurs, Distanz in Seemeilen und Barometeränderung für je 24 Stunden,
In Verbindung mit der Bahnkarte, in der die Dicke des Bahnzuges mit der Stärke
der Stürme wächst, bietet sie eine Übersicht über die wichtigsten Punkte. Alle
drei Gröfsen der Tabelle sind natürlich Näherungswerte. Die Bahnkarte weist
zwei unregelmäfsige Bahnen auf. Die von TII vom 8. bis 10. und die von TV
rom 15. bis 17. Bei TII ist zu bemerken, dafs der unregelmäfsige Lauf mit
der Ausfüllung der Depression Hand in Hand geht; die Zahlen der Tabelle
unter mm sind +3 und 0. Bei T V machen wir dieselbe Bemerkung, die Zahlen
3zind hier + 16, +1mm. Für TIII und das südöstlich gekrümmte Ende gilt
dieselbe Bemerkung. Derartige Bahnen oder Bahnstücke von Depressionen ver-
dienen nicht mit demselben Gewicht bezeichnet zu werden, einmal, weil bei
ihnen die Mitte des Tiefdruckgebietes nur roh geschätzt werden kann und dann
auch, weil Bahnen mit geringer Windstärke wie T V gegen Ende praktisch viel
weniger in Betracht kommen, als eigentliche Sturmbahnen. Wissenschaftlich
betrachtet verdienen natürlich auch diese Ausläufer und Unregelmäfsigkeiten
volle Beachtung. .
Dezember 1902, Tag | | 6 | 71819 mju sus [ae || 19
Tiefst, Bar. Stand in mm} 740 | 730 1 7251 7471 750 | 750737 1729 7581737 733! 72017341735 | 743
im Tiefdruckgebiet Nr. X. 11] I | X In LI Ir al my | Yo vi vIl ve vIlYyI lvızb
Barometerstände unter 730 mm traten am 7. und 12. Dezember auf.
Die Sturmbahnen der Periode weisen noch eine Eigentümlichkeit auf;
jede liegt im grofsen ganzen nördlicher als die vorhergehende. TV kann nicht
als Sturmbahn mitgezählt werden. Bei einem Vergleich der Bahnen von TI mit