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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 31 (1903)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1903. 
(24) W 11, D. „Brandenburg“ (33) WSW 10, D. „Milano“ (60) W 10, D. „Sambia“ 
(53) WSW 10, D. „Charlois“ (21) SSW 9, D. „Alexandria“ (58) SSW 9, schliefs- 
lich 5° südlicher als die beiden letzten D. „Polynesia“ (18) SSW 10. 
Sieht man von der kleinen Furche, die über die Pyrenäen-Halbinsel führt, 
hier aber nicht unter 760 mm geht, ab, ebenso von dem flachen TV über 
dem Golfstrom mit 763 mm, so ist das Wetterbild aus der Vogelschau, wie es 
dieser Tag mit den schwersten Stürmen während der ganzen Periode bieiet, von 
einer überraschenden Einfachheit, aber auch Grofsartigkeit. Ein abgeschlossenes, 
scharf begrenztes barometrisches Minimum mit 730 mm liegt mitten zwischen 
Neufundland und Irland, umgeben von einem Kranz von Hochdruckgebieten, der 
vom Südende der Hudson-Bai (775 mm) im Bogen über das Azoren-Maximum 
(775 mm) und die Pyrenäen-Halbinsel bis nach Mittel- (780 mm) und Nordeuropa 
führt. Es dürfte schwer halten, ein anschaulicheres Bild über den winterlichen 
Gegensatz zwischen Land und Wasser, zwischen der tropischen und gemäfsigten 
Zone über dem Meere zu finden, als es diese synoptische Karte vom 12. De- 
zember bietet. 
13. Dezember. Die letzten Spuren von T II und T III, die Furche über 
der Pyrenäen-Halbinsel, ist verschwunden. T IV ist wie TI fünf Tage vorher 
nach Norden aufgebogen, aber in etwas östlicherer Länge und Richtung als T I. 
Die Gradienten am Südrande von T IV zwischen 50° und 40° N-Br haben sehr 
abgenommen; der Unterschied ist in 30° W-Lg nur etwa 18 mm (30 am Vor- 
tage). Zu dem TV über dem Golfstrom mit 758 mm hat sich ein Zwillings- 
tiefdruckgebiet mit 755 mm über dem Lande gesellt. 
Die Verbindung zwischen den drei mafsgebenden Hochdruckgebieten ist 
deutlicher ausgeprägt, als am Vortage. Eine wesentliche Anderung weist das 
europäische Luftdruckmaximum- auf, indem es von den Küsten des norwegischen 
Nordmeeres zurückgewichen ist. 
Die schweren Stürme in Verbindung mit T IV sind abgeflaut. Nur wenige 
Schiffe melden noch Sturm, und diese nur Windstärke 8. Es sind dies: D. „Blücher“ 
(1) NWS, D. „Brandenburg“ (33) W 8, D. „Polynesia“ (18) W 8, und in 59° N-Br 
achliefslich D. „Energie“ (27) SW 8. Bei T V sind die stärksten Winde mälsig 
bis frisch. 
14. Dezember. Dieser Tag bringt einige Überraschungen. Das Zwillings- 
paar, Land- und Seeminimum V, haben sich über dem Golfstrom vereinigt; das 
vereinigte TV weist 752 mm auf und ist etwas weiter gewandert. Südlich von 
Island und westlich von Nordschottland liegt ein Minimum VI, dessen Herkunft 
nach den Tageskarten dunkel ist. Aus T IV ist T VI jedenfalls nicht unmittelbar 
hervorgegangen, obwohl eine gewisse Abhängigkeit des T VI von T IV wahr- 
scheinlich ist. Das Schiff, das allein über einen solchen Zusammenhang Auf- 
zlärung geben kann, ist natürlich D. „Energie“ (27), westwärts bestimmt. 
Zur Verfügung stehen die Beobachtungen um 8* V und N, am 13. und 14, 
aufserdem eine Beobachtung gegen Mitternacht am 13. nach den Bemerkungen 
im Tagebuch, dann die wichtigen Beobachtungen um 3* V am 14. Wir geben 
hier zunächst den Wortlaut der Bemerkungen. „13/12. V. Stürmischer Wind 
mit Regen- und Hagelböen. Schiff arbeitet schwer, grober wilder Seegang von 
WSW. — N. Anbhaltend Sturm mit heftigen Hagelböen. — 14/12. V. Sind 
allmählich abflauend in WSW, Böen ganz nachlassend. Um 3" V Wind mit 
einem heftigen Schneeschauer durch Süd und Ost nach NO holend und zu- 
naehmend. — N. Stürmischer Wind mit häufigen heftigen Hagel- und Schnee- 
böen, hoher Seegang aus NW.“ 
Durch diese Bemerkungen wird der Verlauf der Bahnen ganz klar. T IV 
kreuzt den späteren Kurs des westsüdwestwärts bestimmten Dampfers ungefähr 
mit einem NNO-Kurs. Nachdem sich das Zentrum von T IV weiter entfernt 
hat, flaut der WSW-Sturm in WSW ab (etwa gegen Mitternacht des 13/12.). 
Der um 3* früh aus Süd einsetzende, schnell nach Ost und NO umlaufende Wind 
mit Schneeböen ist durch das sehr schnell von West oder WNW heranrückende 
neue T VI verursacht, in dessen Rücken der NO-Wind erst nach Nord, dann 
bis zum Abend nach West dreht. T IV hat also gewissermafsen den späteren 
Weg für T VI geebnet, denn beide biegen schliefslich nach NNO auf, dagegen 
war der Anfang von T VI ganz unabhängig von T IV.
	        
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