accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

30 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902, 
Schiff „Waimate“ am 4. Januar 1897 88° O-Lg in 48° S-Br, das Schiff „Culgoa“ 
am 30. Dezember 1896 87,5° O-Lg in 45,5° S-Br. Das Schiff „Hawk’s Bill“, 
welches am 24. Februar 1897 auf 47,1° S-Br und 39,3° O-Lg in die Trift kam, 
hatte auf seiner Reise nach Osten bis zum 5. März täglich KEisberge und HEis- 
atücke in Sicht und passirte das letzte Eis erst auf 51° S-Br und 20,9° O-Lg. 
Auf dem Dampfer „Rematuca“ zählte man von 52° bis 82° O-Lg 204 Berge. 
Aufserordentlich grofs war die Anzahl der Berge, welche an Bord des Dampfers 
„Damaskus“ konstalirt wurde. Das erste Eis traf man am Weihnachtsabend 
auf 46,3° S-Br und 40,7 O-Lg an und passirte dann bis 49° O-Lg 23 grofse 
Berge. In 48,2° S-Br und 54,1° O-Lg gelangte „Damaskus“ in die dichteste 
BEismasse. Vom letzteren Orte bis 50,5° S-Br und 77° O-Lg wurden 954 grofse 
Berge gezählt, ungerechnet die zahllosen kleineren, und sie trieben so dicht 
zusammen, dafs es zeitweilig äufserst schwierig war, den Dampfer hindurch zu 
steuern. Für 12 Stunden konnte der Dampfer nur mit ganz .gemälfsigter 
Geschwindigkeit fahren. Die Gefahr der Situation kann man daraus ermessen, 
dafs von Mitternacht des 26. Dezember bis zur nächsten Mitternacht nicht weniger 
als 708 Eisberge gezählt wurden; von diesen wurden allein in den 4 Stunden von 
4 a bis 8a 236 passirt. Als Kerguelen-Insel am 29. Dezember in Sicht kam, 
sah man bei gelegentlichem Durchscheinen der Sonne auf der Südküste jener 
Insel an verschiedenen Stellen grofse Eisberge am Grunde sitzen. Der deutsche 
Dampfer „Essen“ hatte bis zum 29. Januar auf 47,4° S-Br und 61,9° O-Lg fort- 
während grofse Eisberge und in letzter Zeit auch viel kleines Eis passirt. Nach- 
mittags trat dichter Nebel ein. Man liefs die Maschine ganz langsam gehen, 
konnte aber nicht verhindern, dafs das Schiff in der Nacht gegen einen grofsen 
Eisberg stiefs. Es erlitt jedoch keinen Schaden, auch fiel kein Eis auf Deck, 
doch fand man bei Tagwerden, dafs das vorher reine Vorderdeck und die Back 
wie mit Lehmwasser begossen aussahen, was jedenfalls von dem abgeflossenen 
Schmelzwasser des Berges herrührte.!) Das deutsche Schiff „Lika“ kollidirte, 
ebenfalls bei dichtem Nebel, am 3. Februar auf 45,1° S-Br und 62° O-Lg mit 
einem Eisberge, verlor den Klüverbaum und erlitt durch herabstürzende grofse 
Eismassen Schaden an Deck und am Rumpf, glücklicherweise aber letzteres 
nur über Wasser. Das englische Schiff „Nairnshire“ kollidirte am 8. Februar 
während dichten Nebels mit einem niedrigen Eisberge. Die Vorpick lief voll 
Wasser, und das Schiff mufste, um den Schaden nothdürftig zu repariren, von 
Eis umgeben, bis zum 10. Februar beiliegen. Der nördlichste Punkt, bis zu 
welchem das Eis dieser grofsen Trift vordrang, war nach den Berichten 
41° 2‘ S-Br und 51° 47‘ O-Lg, ganz aufsergewöhnlich nördlich in dieser Länge. 
Von Ende März 1897 bis zum Ende des Jahres 1898 war die Route 
ziemlich eisfrei, indem nur am 15, August 1898 in 41° S-Br und 28° O-Lg 
ein kleines Eisstück angetroffen wurde. Später war jedoch häufiger Eis vor- 
handen und zwar am meisten in sehr östlicher Länge. Es wurde berichtet: 
1899 Januar 11. auf 46° S-Br und 50° O-Lg ein Berg. 
1899 im Januar auf 53° S-Br zwischen 82° und 102° O-Lg fortwährend 
Eisberge in Sicht. 
1899 November 14. auf 51° S-Br und 12° O-Lg bis zum 21. auf 50° S-Br, 
48° O-Lg hatte das Schiff „A. G. Ropes“ Eisberge und kleinere Eisstücke in der 
Nähe. Es herrschte um diese Zeit viel Nebel und Schneefall, 
1900 April 10. auf 50° 57 S-Br und 97° 29‘ O-Lg mehrere Eisberge von 
30 bis 60 m Höhe und viele Eisfelder. Das letzte Eis wurde auf 50° 29‘ S-Br 
and 110° 9’ O-Lg gesichtet. Dampfer „Wakanui“. 
1900 im November passirte das Segelschiff „Criffel“ von 48,4° S-Br und 
114° O-Lg bis 48,2° S-Br und 121° O-Lg Eis, einige Berge 150 m hoch, andere 
niedrig und gefährlich. 
1900 Dezember 9. Dampfer „Chemnitz“, Kapt. R. Krause, passirte um 
3" auf 45° 53‘ S-Br und 115° 24‘ O-Lg einen 75 m hohen Eisberg im 1'/ Sm 
Abstand. . Südlich von demselben trieben mehrere kleine KEisstücke, Wind 
NNW3. Um 5"20”p auf 45° 59 S-Br und 116° 20‘ O-Lg ein zweiter Eis- 
berg in 4 Sm Abstand, 90 m hoch und von 2 Sm Umfang. Südlich davon 
; Es ist zu bedauern, dafs von dem Niederschlag des Schmelzwassers keine Probe mit- 
gebracht ist. damit der Ursprung untersucht werden konnte.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.