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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Dinklage, L. E.: Eistriften in südlichen Breiten in den letzten 20 Jahren. 79 
1900 August 2, passirten um 3'/e"p auf 58° 36‘ S-Br und 66° 53‘ W-Lg 
4 bis 5 Sm südlich von einem grofsen und zwei kleinen Eisbergen. Der grofse 
war etwa 60m hoch und 150 m lang. Schiff „Adolf“, Kapt. H. Schipmann. 
1901 Januar 20. auf 48° S-Br und 48° W-Lg vier grofse KEisberge. 
Schiff „Maquarie“. 
1901 März 11. auf 57° S-Br und 68° W-Lg ein grofser, mehrere hundert 
Fufß hoher Eisberg. Schiff „Selkirkshire“. . 
1901 September 7. auf 60° S-Br und 67° W-Lg viele Berge und Felder. 
Schiff „Downs Hill“. 
2, Im südöstlichen Atlantischen und im Indischen Ozean. 
1882 Dezember bis März 1883. Nach der fast gänzlich eisfreien Zeit 
von 1876 bis November 1882 trat im Dezember eine grofse Eistrift ein, die bis 
zum März 1883 anhielt. Das meiste Eis trieb zwischen 1° W-Lg und 10° O-Lg, 
wo es vielfach bis 42° S-Br nach Norden kam, doch hielt die dichteste Masse 
sich in höherer Breite. Am nördlichsten wurde das Eis auf 40,7° S-Br in 
8° O-Lgy gesehen, Oestlich von 10° O-Lg zeigte sich sehr wenig Eis. . 
. Von März 1883 bis Ende November 1891 war die Route nach Indien 
und Australien nahezu eisfrei. 
_ 1891 im Dezember eine grofse Menge von Eisbergen. Die gröfste 
Masse trieb in 44° S-Br zwischen 10° und 20° O-Lg. Eine Gruppe von Bergen 
wurde auf 42° S-Br so westlich als in 29,5° W-Lg gesehen. 
Von Mitte Dezember 1891 bis Ende August 1893 das Vorkommen von 
Eis wieder ganz vereinzelt und selten. Dann folgten wie im südwestlichen 
Theile des Atlantischen Ozeans drei sehr grofe Kistriften. 
1893 September bis April 1894 die erste grofse Trift. Fortwährend 
Eis in grofsen Massen, im September zumeist zwischen 40° und 45° S-Br und 
von 4° W-Lg bis 15° O-Lg, im November und Dezember östlicher zwischen 
10° O-Lg und 35° O-Lg. Im März und April reichte das Gebiet bis 39° O-Lg.; 
zugleich hatte sich seine Nordgrenze bis 43° S-Br zurückgezogen. Der nörd- 
lichste Punkt, wohin das Eis kam, war 39,8° S-Br in 35° O-Lg, hier wurden 
am 19. Oktober 1893 fünf Berge und viele Eisstücke gesichtet. In höheren 
Breiten wurde das Eis von dort ostwärts fahrenden Schiffen erst weiter östlich, 
in etwa 30° O-Lg und von hier bis etwa 56° O-Lg angetroffen. Dauer der 
Trift 8 Monate. 
1894 November bis Juli 1895. Nachdem seit Mai 1894 kein Eis mehr 
gesichtet worden war, erschien im November eine zweite grofse Trift, welche 
noch länger als die vorhergegangene, volle 9 Monate, anhielt. Die meisten 
Schiffe kamen in 42° bis 45° S-Br in das Eis und zwar im November und 
Dezember in den Längengraden 10° bis 35° O-Lg, im Juni und Juli im 20° bis 
50° O-Lg. Die östliche Trift des Eises betrug demnach in 7 Monaten etwa 
12,5 Längengrade oder 560 Sm. Der östlichste Punkt, bis zu dem die zusammen- 
hängende Trift auf der Route vordrang, war 56,7° O-Lg in 45,3° S-Br. Ein 
vereinzelter hoher Berg zeigte sich auf der höheren Breite von 506° S-Br auf 
70,8° O-Lg. Ebenso wie in der vorhergegangenen befanden sich auch in 
dieser Trift kolossale, Inseln gleiche Massen, und die Schiffe waren oft gänzlich 
von Bergen und Eisschollen umgeben. 
Beiden Triften ging, wie schon bemerkt, das Auftreten aufserordentlich 
grofser Eismassen im südwestlichen Theile des Atlantischen Ozeans vorher. 
Nachdem das Eis dort verschwunden war, dauerte es in beiden Fällen unge- 
lähr 10 Monate, bis es im Osten auf der Route nach Ostasien und Australien 
erschien. 
1896 Juni bis Ende März 1897. Von Anfang August 1895 blieb 
die Route fast ganz frei von Eis; es zeigte sich nur im November und Dezember 
eine kleine Gruppe von Bergen in etwa 45° S-Br und 50° O-Lg, dann erschien 
aber zu Ende Mai 1896 die dritte und gröfste Eistrift der letzten 
10 Jahre. Sie zeichnete sich aus durch die lange Dauer von 10 Monaten, 
durch ihre Massenhaftigkeit und durch ihre aufsergewöhnlich weite Ausdehnung 
nach Osten. Die westliche Grenze trafen die meisten Schiffe in ungefähr 
50° O-Lg an; einige, die eine höhere Breite als 45° Süd angesteuert hatten, 
trafen schon in 30° bis 40° O-Lg auf Eis. Als äufserste Ostgrenze fand das
	        
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