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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902,
vorigen. Es wurde von verschiedenen Stellen über Eisinseln von 15, 20, ja 25 Sm
Länge und über 100 m Höhe berichtet. Das Schiff „Loch Torridon“ passirte
ein Eisfeld, das 50 Sm lang war. In einem Striche, welcher sich von 50° S-Br,
50° W-Lg etwa 150 Sın südostwärts erstreckte, bildeten die Berge und KEisinseln
im Februar, März und April eine fast undurchdringliche Mauer, durch welche
die Schiffe, deren gewöhnliche Route gegen die Mitte der Mauer führte, nur
mit gröfster Mühe und Gefahr, oft auch gar nicht durchkommen konnten und
einen weiten Umweg machen mufsten. Eine grofse Zahl von Schiffen, unter
anderen „Arthurstone“, „Duchess Anne“, „Lord Ranoch“, „Timandra“,
„Wellington“ und „Flotow“ kollidirten mit dem Eise und erlitten mehr oder
weniger schwere Beschädigungen am Bug oder dem Takelwerk, weshalb einige
von ihnen einen Nothhafen anlaufen mufsten. Das Schiff „Templemore“ mufste
verlassen werden und sank.
Vom 28. Juni bis zum 7. September 1893 fast eisfrei. Darauf folgte
vom 8, September 1893 bis zum 22. Januar 1894 eine dritte grofse
Eistrift. Zunächst erschien sie ONO von den Falkland-Inseln, wo die
Hauptmasse die Umgebung von 48° S-Br und 48° W-Lg einnahm, gegen Ende
September aber in weit gröfserer Masse in niedrigerer Breite bis 44° S-Br und
41,5° W-Lg, wohin das Eis wahrscheinlich durch Nachschub von Süd und SO
Vermehrung erhalten hatte. Die Trift schob sich wie die vorhergehende weit
nach Westen vor, so dafs sie den rund Kap Horn zurückkehrenden Segel-
schiffen wieder sehr hinderlich und gefährlich wurde. „San Joaquin“ kollidirte
mit einem Kisberg, verlor Fock- und Grofsmast, blieb aber dicht. „Theodor“
mufßste wegen Schadens durch Zusammenstofs mit dem Eise Montevideo anlaufen.
„Sainte Catherine“ segelte gegen einen KEisberg, verlor das Bugspriet und
beschädigte den Steven. Auf 50° S-Br ging das Eis bis 51° W-Lg und auf
44° S-Br bis 46° W-Lg. Eine grofse Eisinsel trieb 40 Sm SO von Kap St. John
und eine andere auf 50,5° S-Br und 54,5° W-Lg. In dieser Trift waren auch
wieder Eisberge und Inseln von kolossalen Dimensionen. Kapt. Walsen fand
durch Messen des Höhenwinkels und des Abstandes die Höhe eines 5 Sm langen
Berges, den er am 7. November auf 46° 6‘S-Br und 41° 15‘ W-Lg in der Nähe
passirte, zu 137 m.
Von Ende Januar 1894 bis Anfang Oktober 1895 nur sehr wenig Eis
aut der Route: ein grofser vereinzelter Eisberg bei Diego Ramirez, einzelne
Berge südlich und südwestlich von Kap Horn und OSO von den Falklands und
ferner ein gröfseres Eisfeld weit südöstlich von Kap Horn, an einer Stelle, wo
sich fast immer Scholleneis zeigt, und ein Berg weit westlich vom Kap auf der
ungewöhnlichen Stelle 55° S-Br und 79,5° W-Leg.
1895 Oktober 9. bis 1896 Januar 15. Eistrift in der Umgebung von
Kap Horn, erst mehr im Südwesten, später aber im Südosten, Osten und Nord-
osten des Kaps, der Küste von Feuerland, Staaten Land und der Falkland-
Inseln sehr nahe kommend. Westlichste Position am 18. Oktober auf 57,4° S-Br
in 80° W-Lg. Auch dieses Mal wurde Eis wieder bis in die Nähe der Küste
von Patagonien vertrieben. Am 21. Oktober salı man zwei grofse und einen
kleineren Berg auf 42° 17‘ S-Br und 56° 17‘ W-Lg.
Von Mitte Januar 1896 bis Anfang Januar 1899 war der südwestliche Theil
des Atlantischen Ozeans nahezu eisfrei, nur ganz vereinzelte Berge zeigten sich.
1899 Januar 7. bis Februar 7. eine dichtere und etwas gröfsere
Eistrift, zuerst südlich von Kap Horn, später östlich von den Falkland-Inseln.
Nördlichster Punkt 47° S-Br und 41° W-Lg.
Seit Februar 1899 hat sich Eis nur mit langen Zeitzwischenräumen und
in kleinen Mengen gezeigt. Es trieb südlich von Kap Horn und östlich von
den Falklands. Von den acht Berichten werden die letzten sechs, die in den
Annalen noch nicht veröffentlicht worden sind, der Vollständigkeit wegen hier
wiedergegeben.
Am 5. April 1900 passirte die Bark „Loch Etive“, von Melbourne nach
London, auf 54° S-Br und 59° W-Lg einen etwa 30 m hohen KEisberg.
1900 Juli 14. passirte das Schiff „Meinwen“ in 56° 54‘ S-Br und
68° 20‘ W-Lg auf einer Strecke von 6 bis 7 Sm durch Packeis. Das HEisfeld
erstreckte sich südwärts etwa 3 Sm und nordwärts so weit, als man von der
Bramraa sehen konnte.