Dinklage, L. E.; Eistriften. in südlichen Breiten..Än den letzten 20 Jahren.
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1. Im südwestlichen Atlantischen Ozean und bei Kap Horn.
1879 September bis 1880 Januar, östlich von Staaten Land und
den Falkland-Inseln. Die Trift ging nördlich nicht über 49° S-Br. hinaus;
in dieser Breite ging sie bis 51° W-Lg, doch hielt das meiste Eis sich östlicher.
Das Auftreten war sehr häufig. Im September wurde das Eis weit südöstlich
von der Seglerroute von Kap Horn angetroffen und bestand aus grofsen Feldern.
Südlich. von den Falkland-Inseln kein Eis. .
Von Februar 1880 bis Dezember 1881 kein Eis auf der Route, nur weit
aufserhalb derselben, 250 Sm SOzO von. Staaten Land. Scholleneis. 1882 im
Januar und August vereinzelte Berge in weitem Abstande von den Falkland-
Inseln, in eiwa 50° S-Br und. 40° bis 42° W-Lg. Sonst bis Februar 1883
kein Eis.
1883 März bis November, zerstreut auftretend:; das südwestlichste
Eis etwa 80 Sm von Kap Horn im März, das nordöstlichste 800 Sm. .ONO von
den Falklands im November. Grofßse Eisfelder im Juli 200 bis 250 Sm. SSO
von Staaten Land,
Von Dezember 1883 bis Mitte September 1887 fast eisfrei. Das sehr
wenige Eis, welches sich zeigte, ging nordwärts nicht über 50° S-Br und west-
wärts nicht über 46° W-Lg hinaus. .
1887 Ende September ein grofser Berg und verschiedene Eisschollen
südlich unweit von Kap Horn. Von Mitte Oktober bis Ende November
eine ziemlich grofse Trift von über 30 Bergen östlich von den Falklands,
die sich von 51° S-Br in 49° W-Lg nach 48° S-Br und 46° W-Lg hinzog. Das
Eis verschwand rasch wieder von der Route. ;
Von Dezember 1887 bis Juli 1891 fast eisfrei; nur im August 1889
einzelne Berge bei Kap St. John, Staaten Land, und im Januar 1890 ein Eis-
feld südwestlich von Diego Ramirez.
1891 August bis Dezember eine wenig umfangreiche, aber aus
sehr grofsen Bergen bestehende KEistrift, die sich von 53° S-Br .und
46° W-Lg-allmählich nordnordostwärts nach 51° S-Br und 44° W-Lg verlegte.
Darin eine Eisinsel von 4 Sm Länge und 120 m Höhe.
Januar bis März 1892 kein Eis.
1892 April bis Oktober eine kolossale Eistrift in verhältnifsmäfsig
niedriger Breite. Dieselbe erhielt sich in ihrer ungeheuren . Massenhaftigkeit
7 Monate lang. Seinen Ort veränderte das Eis während der langen Zeit nur
wenig. Die Hauptmasse befand sich im April und Mai bei 44° 8-Br ‚und
35° W-Lg, von Juni bis August bei 42,5° S-Br und im September und Oktober
bei 41,5° S-Br und 33,5° W-Lg. Von ‚Juli bis‘ Oktober verbreitete sich das
Eisgebiet über die ganze Zone von 47,5° bis 38° S-Br und auch in höheren
Breiten östlich von den Falklands wurden mehrfach größere Eisberge gesichtet.
Die nordwestliche Grenze der Trift zog sich von 52° S-Br in 46° W-Lg über
45° S-Br in 40° W-Lg nach 38° S-Br in 36° W-Lg; nur in zwei Fällen wurde
etwas Eis aufserhalb dieser Grenze gefunden. Mehrfach ging das Eis nordwärts
über 39° S-Br hinaus; die nördlichste Stelle war 37° S-Br. in 26,6° W-Lg, fast
ebenso nördlich in westlicherer Länge — 39° W-Lg — nämlich 378° S-Br.
Ostwärts reichte die Trift auf der Route nach dem Indischen Ozean bis
14° W-Lg in 43° S-Br.
2 1892 Oktober. 20. bis Dezember 28, kein Eis. Das Eis der grofsen Trift,
dessen gröfste Masse in verhältnilsmäfsig niedriger Breite getrieben hatte, war
nach dem 20, Oktober gänzlich verschwunden, doch. erschien gegen Ende des
Jahres in höheren Breiten ein gewaltiger Nachschub.
Aus diesem entwickelte sich eine zweite kolossale Eistrift, die
von.Ende Dezember 1892 bis Ende Juni 1893 andauerte. Die dichteste
Masse trieb im Februar und März zwischen 51,5° S-Br, 50° W-Lg und
48,5° S-Br, 46° W-Lg, im Mai und Juni etwas nördlicher in 50°:S-Br bis
48° S-Br. Nordostwärts ging die Trift einzelner Berge bis 43,5° S-Br in
34° W-Lg, in gröfseren Massen ging sie nordwärts nicht über..45° S-Br hinaus.
Eine Eisberggruppe trieb im Mai und Juni nördlich von den Falkland-Inseln
nordwestwärts bis auf die Patagonische Bank, wo ‚sie strandete, Die Berge
und Inseln, aus welchen diese Trift bestand, waren noch gröfser als die der