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Annalen der Hydrographie and Maritimen Meteorologie, Februar 1902,
Datum
Uhrzeit‘
Mittagsort
Wind
Bar.
red.
Wasser-
wärme
Bemerkungen
1901
8-Br |W-Lg
mm
DC
August 4 | 4p
WzN 8.
757,5
Bis 121/abp weht es orkanartig mit heftigem Regen,
Dann klart es oben ab, und es wird flauer,
etwa von Stärke 7 bis 8. Um 1b 40m beginnt
2er Wind zu schralen und holt bis 1b 45m
durch N bis WzN, gerade so schnell, als das
Schiff abfallen kann. Dann weht es wieder
mit der Stärke 10 bis 11. Das Meer ist ein
Schaum, da die grofsen Brecher aus ONO von
lem Gegenwinde zurückgeworfen werden.
Ueber jedem Brecher ist ein Regenbogen, da
ben die Sonne scheint. Die See läuft aus
allen Richtungen, die Hauptsee noch aus ONO.
Anhaltender Sonnenschein, nur in der Kimm
sitzen rings umher dicke Wolkenbänke, Um
2h halsten wir herum und nahmen unseren
Kurs wieder auf, Allem Anscheine nach sind
wir mitten durch das Centrum gekommen, was
wir vielleicht vermieden hätten, wenn wir bei
dem ONO-Sturme nach Westen abgehalten
hätten, doch konnte ich mich hierzu nicht ent-
schliefsen, weil wir noch ziemlich weit west-
lich standen. 1)
Um 4h Windstärke 8, nimmt ab; schnell steigen-
les Barometer, setzten Segel. Vollkommen
klare Luft; hohe durcheinander laufende Sce.
Wind flaut schnell ab, setzten Bramsegel.
ihn
WzN 7-—6
761,0 3
16,5
Mittern.|
| WzN 4—38| 764,6 | 16,8
Wir wollen hier nicht unterlassen, wieder auf die treue und thatkräftige
Pflichterfüllung hinzuweisen, mit welcher unsere deutschen Schiffsführer die der
Seewarte gegenüber übernommene Journalführung ausführen. Auf allen hier
aufgeführten Schiffen ist trotz allen Ungemachs und aller Gefahr und trotz
aller Sorge der Führer für Rettung von Menschenleben, Schiff und Ladung
picht eine einzige meteorologische Beobachtung, durch deren Sammlung jetzige
and nachfolgende Kollegen unterstützt werden können, ausgelassen worden,
Bei den vorliegenden Berichten waren vornehmlich Führer von Schiffen der
Rhedereifirma B. Wencke Söhne in Hamburg betheiligt. Es sind dies die
Schiffe „Pindos“, „Melete“, „Klio“, „Erato“ und „Hebe“. WVon den übrigen
Schiffen gehören die Bark „Olive“ der Rhederei C. Matzen in Hamburg, die
Bark „Pamelia“ der Rhederei F. Laeisz in Hamburg, die Bark „Fulda“ den
Herren D. H. Wätjen & Co. in Bremen und der Dampfer „Australia“ der
Dampfer-Gesellschaft Argo in Bremen an.
Eistriften in südlichen Breiten in den letzten 20 Jahren,
Von L. E. Dinklage.
Obschon das Auftreten von Eis in den von Handelsschiffen besuchten
südlichen Gewässern, soweit Berichte darüber in den meteorologischen Journalen,
brieflichen Mittheilungen, Zeitungen und anderen Zeitschriften erschienen, in
diesen Annalen und später in den Segelhandbüchern eine ausführliche Dar-
stellung gefunden hat, dürfte es in dieser Zeit, in welcher verschiedene
antarktische Expeditionen unterwegs sind, von Interesse für die Leser sein,
eine kurze Uebersicht über die in den letzten 20 Jahren im Südatlantischen, im
Indischen und im Stillen Ozean vorgekommenen gröfseren Eistriften zu geben.
1) Es ‘wäre doch wohl besser gewesen, dies zu thun. „Fulda“ hatte, wie zu erwarten war,
in der Folge so viel nordwestlichen und westlichen Wind, dafs mit Bequemlichkeit genügend Ost
angeholt werden konnte.