accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

72 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902, 
um etwas Anderes handelt, ist bei dem Fehlen weiterer Beobachtungen nicht 
wohl möglich. Doch giebt eine Vergleichung der Beobachtungen der „Pamelia“ 
mit denen der „Olive“ für das Fortschreiten der Depression, wenn es dieselbe 
geblieben ist, etwa 800 Sm in 8 Tagen, also eine sehr geringe Geschwindigkeit, 
und könnten demnach die Depressionen, welche der Sturm bei „Pamelia“ und 
„Erato“ hervorriefen, wohl identisch sein. 
Der nächste zu berichtende Sturm, den die Viermastbark „Pindos“, 
Kapt. F. Wolter, auf ihrer Reise von Barry nach Iquique im Februar 1901 
nördlich unweit der Rio de la Plata-Mündung durchzumachen hatte, war ein 
richtiger Pampero aus SW. Er wurde, wie aus dem nachstehenden Journal- 
auszug zu ersehen, am 9. Februar durch zunehmende nördliche Winde und ab- 
nehmenden Luftdruck eingeleitet. Um 4!/a* p sprang der Wind plötzlich auf SW 
und nahm schnell zum Sturme zu, blieb aber so nur für kurze Zeit. Der Wind 
wurde wieder flau und drehte sich wieder nach NW. Erst als er bei weiter 
fallendem Barometer, westlich drehend, zugenommen hatte, begann er um 6a 
am 10. Februar als schwerer, 18 Stunden anhaltender Sturm aus SW zu wehen. 
Datum 
1901 
Februar 9 
x 
ÜUhrzei‘ 
Mittagsort 
S-Br |W-Le 
ha | 
Mittag 
392 .0° | 45,7° 
4b n 
N 
hp 4 
8b n 
Mittern. 
Aha 
Sha 
Mittag 
34.0° 
46.4’ 
Ühn 
8h p 
Mittern. 
8ba j 
Mittag | 34,3° | 45,5° 
Wind 
Bar. 
red, 
Bemerkungen 
Mm 
NNW 
N 
F 
< 
5 
DD 
Frische Briese, Luft verschleiert. 
Las Barometer fällt, aber das Wetter ist noch immer 
schön, nur diesig. 
ı Die Luft bekommt ein schmieriges Ausseben, loses Unter- 
gewölk zieht schnell. Um 4h ballt sich die Luft zu- 
sammen, und der Wind schralt, 
Bargen so schnell wie möglich Segel. Um 4'/zb fällt 
der Wind hart von SW ein. 
Die Luft wird plötzlich ganz fürchterlich aussehend. 
Sintfluthartiger Regen, Gewitter. Der Wind geht 
durch S bis SO und flaut ab. Bei Sonnenuntergang 
| still und schön. Gegen 8h Wind wieder NW, 
753,0 | Das Unwetter zieht mit Blitzen nach O0 weiter, Um 8b p 
hatten die Bramsegel wieder bei, 
752,0 | Während der Nacht Wind wieder zunehmend. Bedeckter 
Himmel. 
755.0 | Gegen 6b Wind wieder nach SW, schwerer Sturm mit 
sehr starken Böen, lagen vor Sturmsegeln bei. 
Luft klar und schön, aber noch starke Böen. Hohe. 
kurze See. 
(Um 2b kam eine vorher unbedeutend erscheinende See 
so plötzlich und mit solcher Gewalt an Deck, dafs 
vier Mann durch Knochenbrüche, Augenverlust u. s. W. 
schwer verletzt wurden. 
Stürmisch, einzelne Böen, 
Einzelne harte Böen mit Regen. 
Luft böig. Wilde See; das Schiff arbeitet schwer, 
Flaue Briese, schönes Wetter. 
BB 
Ss 
NW 9 
753,8 
Wr 
34 
W 
SW 10 
SW 10-9 
SW G 
SW 9 
SSW 8—9 761,5 
SzW 4| 764,5 
‚SSW 31 766.1 
Ueber einen heftigen Pampero, der am 29. und 30. Januar 1901 unweit 
der südbrasilianischen Küste in etwa 28° S-Br auftrat, liegen die Berichte von 
zwei Schiffen vor, den Vollschiffen „Melete“ und „Klio“, die beide auf der 
Reise rund Kap Horn nach der Westküste von Südamerika begriffen waren. 
Die Journalauszüge lauten, wie folgt: 
Vollschiff „Melete‘‘, Kapt. J. Hansen, von Rotterdam nach Callao. 
Datum 
1901 
Januar 28 
Uhrzeit 
Mittagsort 
S-Br : W-Leg 
Mittag | 24.8° | 40.0° 
4hp 
8hp 
Mittern. 
Wind 
I WNW 5 
IWNW 
WNW 
Inw 
RR 
Bar 
rad 
mm 
759.1 
758,9 
759,3 
759.5 
Bemerkungen 
Luft schauerig in W—SW. Einige Schmetterlinge beim 
Schiffe. 
Schönes Wetter. 
6h 30m p starkes Regenschauer, Blitzen. 
Starkes Blitzen in SO bis SW.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.