Datum
1901
Oktober 21
20
Uhrzeit
Mittag
4bhp
8hp
VLittern,
4ba
8ba
Mittag
Dinklage, L. E.: Schwere Stürme neuerer Zeit im Südatlantischen Ozean.
1
Mittagsort
S-Br | W-Le
Wind
Bar.
ed.
Bemerkungen
nm
40,4° | 50,7°
WSW
3till
3 1—2
9 6
DNO—NO 7
NNO 9—10
NNO 11—12 |
762,6
762,5
761,7
758,5
753,0
744,7
#lau und still. Wolkig.
Drückende Luft, dunkle Wolkenbank im Westen.
Segen 8b leichte Briese aus O. Bedeckt. .
Zunehmender Wind. Bedeckt.
Schnell fallendes Barometer. Von 2h an heftiger Regen,
Zum Sturm zunehmend, heftiger Regen. Gingen um 7h
auf B-B.-Halsen.
Schwerer Sturm, hohe Wellenberge. Machten um Mittag
die Luvschoot des Grofsuntermarssegels. fest. Um
21/gb ging die Ladung über, so dafs das Schiff zum
Kentern lag. Hatten keine Stenermacht mehr. Alle
Gegenstände an Deck, die nicht nict- und nagelfest
waren, spülten fort. Beide Rettungsboote zerschlugen.
Der Sturm wehte mit Orkanstärke (12), die See war
sin Gischt, und die Luft sah ganz braun aus. Sahen
ans genöthigt, einen Topp fortzukappen. .
40.09 |
51,99%
7439
Am nächsten Tage, als es etwas flauer geworden war, trimmten wir
nach Möglichkeit die Ladung, hielten ab nach Montevideo, wo wir nach einigen
Pamperos am 2, November ankamen.
Wahrscheinlich war es derselbe Sturm, der einige Tage später die weiter
östlich, auf der Segelroute von Kap Horn. zurückkehrenden Schiffe „Erato“,
Kapt. A. Behnert, und „Pamelia“, Kapt. Jul. Schmidt, befiel. Das Voll-
schiff „Erato“ stand am 29. Oktober mittags auf 38° S-Br und 343° W-Lg und
steuerte von hier mit 8 bis 9 Knoten Fahrt bei frischem Nordwestwind nach
N30°0. Es blieb schönes Wetter bis zum nächsten Vormittag. Dann bezog
sich der Himmel, das Barometer. begann rasch zu fallen, der Wind drehte sich
nördlich bis NzO und nahm schnell zu. Mittagsort am 30. Oktober 35,7° S-Br
und 31,1° W-Lg. Nachmittags nahm der Wind noch mehr zu bis zur Stärke 9,
grobe See. Abends wehte ein sehr harter Sturm aus NzW 10 mit heftigen
orkanartigen Böen, welche die Stärke 11 erreichten. Ks lief eine hohe kurze
See aus Nord, zugleich eine lange westliche Dünung. Um 8"p hatte das
Barometer den niedrigsten Stand von 738,5 mm. Ks begann dann zu steigen,
aber nur sehr langsam, und der Wind, der wieder auf NW ging und später bis
West und SW raumte, blieb den ganzen folgenden Tag schwerer Sturm, be-
gleitet von gewaltig hohem Seegang. Erst nach 8"p am 31. wurden Wind und
Böen handiger.
Kapt. Jul. Schmidt von der Bark „Pamelia“ schreibt über das Wetter:
„Am 80. Öktober 1900 standen wir mittags auf 37,5° S-Br und 254° W-Lg.
Der Wind war NNO 6 bis 7. Da das Barometer schnell fiel, die Luft sich mit
drohenden Wolken bedeckte und der Wind sehr zunahm, machten wir gleich
nach Mittag die Segel fest bis auf die Untermarssegel, die gereffte Fock und
das gereffte Grofsobermarssegel. Um 3"p fing es heftig an zu regnen, wobei
es zeitweise aus NNO bis NO mit der Stärke 10 bis 11 stürmte. Um 6"p er-
reichte das Barometer seinen niedrigsten Stand von 735,2 mm. Der Himmel
klarte ab, aber im. Westen stand eine dicke: Wolkenbank,- die. heraufkam, und.
dann holte der Wind ‚schnell, durch Nord nach: WNW und wehte. aus dieser
Richtung stärker als vorher mit 10 bis 11, Der schwere Sturm hielt an
während der ganzen Nacht zum 31. Oktober, mit orkanartigen Hagelböen,
Donnern und Blitzen in WSW. Noch am Morgen und Vormittage stürmte es
zeitweilig noch, jetzt aus West, mit Stärke 11. Es stand eine hohe, durch-
einander laufende See, bei der das Schiff heftig arbeitete und das Deck be-
atändig voll Wasser war. Erst gegen Mittag nahm der Wind etwas ab, so dafs
wir mehr Segel beisetzen konnten. Gegen Abend weht es nur noch mit
Stärke 6 bis 7. Das Barometer war bis Mitternacht auf 760,0 mm gestiegen,
Obgleich am 30. Oktober mittags „Pamelia“ S 62°O 235 Sm von „Krato“
stand, hatten beide Schiffe den Vorübergang des Minimums fast gleichzeitig, um
8* p. Diese Erscheinung zu erklären, ob es sich um die rasche Aufeinanderfolge
von zwei Depressionen, vielleicht in demselben grofsen Niederdruckgebiet, oder