accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

SE 
x“ 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902, 
Schwere Stürme neuerer Zeit im Südatlantischen Ozean. 
Von L. E, Dinklage. 
Die in letzterer Zeit eingegangenen Journale bringen eine Anzahl Berichte 
über Stürme im Südatlantischen Ozean, vornehmlich an der südamerikanischen 
Ostküste, von denen die auffälligsten in chronologischer Ordnung hier wieder- 
gegeben werden sollen. 
Der erste Sturm, den der Dampfer „Australia“, Kapt. D. H. Brummer, 
im Oktober 1900 auf der Reise von Rio de Janeiro nach Antwerpen an der 
Küste von Brasilien durchmachte, zeichnete sich aus durch die niedrige Breite, 
in welcher er auftrat, 
Datum 
1901 
Oktober 10 
Uhrzeit 
Mittagsort 
S-Br |W-Lg 
Mittag | 
4hp 
8ahp 
Mittern. 
9989 41,7 
4ba 
ha | 
Mittag 
4hp 
bp | 
921,9° | 
39,9° 
Mittern, 
4ba 
8ha | 
Mittag | 20,4° | 38,6° 
Wind 
6 
(8) 
7 
4 
D 
0NO { 
ONO 8 
NO | 
Bar. 
red. 
mm 
763,3 
761,9 
762,1 
162,0 
761,4 
762,2 
762,1 
760,6 
761,2 
761,1 
760,5 
762,2 
762,8 
Bemerkungen 
Schmutzige bedeckte Luft, See aus 0 zunehmend. Regenböüen. 
See noch mehr zunehmend; böig, bedeckt. 
Stürmisch, wilde See. Blitzen in NO. Regenböen, 
Voller Sturm, hohe, wilde See. Böen Stärke 10. Das Schiff 
arbeitet furchtbar, Regenschauer. Blitzen, 
Seit 3ha etwas handsamer. 
Wieder stürmisch; heftiger Regen, 
Voller Sturm, schwere Böen mit starkem Regen, 
Wie vorher. 
Harter Sturm mit schweren Böen und furchtbar hoher See, 
Starker, anhaltender Regen. 
Um 11bp wird es etwas handiger. Blitzen. 
Wind und See etwas abnehmend, Böen nicht mehr so steif. 
Steife Briese, böiges Wetter, 
Wie gestern. 
Eine besondere Eigenschaft des Sturmes ist neben der niedrigen Breite 
— etwa 22° S — des Auftretens das lange Gleichbleiben der Windrichtung 
Ost; erst gegen das Ende wurde letztere nordöstlich. Die Druckdepression, 
welche das Änschwellen des Passats zur Stärke 10 verursachte, zog, wie es 
scheint, mit dem ihr folgenden und zeitweilig näher kommenden Dampfer nach 
NO. Die Fahrgeschwindigkeit der „Australia“ war von 4*p am 10. bis um 
12*p am 11. Oktober auf 3%4 Knoten heruntergedrückt. In der Folge hatte 
der Dampfer bis etwa 1° N-Br mäfsigen Passat aus ONO bis Ost bei schönem 
Wetter. 
Ein sehr schwerer Sturm überfiel einige Tage später, etwa 20° weiter 
südlich, aber ebenfalls nahe der südamerikanischen Ostküste, die Bark „Olive“, 
Kapt. C. Tramborg. Die Bark wurde fast zum Kentern gebracht und mufste 
Montevideo als Nothhafen anlaufen. 
Sie hatte, nach einem englischen Kanalhafen für Order bestimmt, mit 
einer Getreideladung Bahia Blanca am 17. Oktober 1900 verlassen und fand 
anfänglich mäfsige Winde aus Nord bis NNO, auf welche am 20., als 40,5° S-Br 
in 54° W-Lg erreicht war, steife Nordwestwinde folgten. Das Barometer stand 
ziemlich hoch, fiel aber allmählich; am 20. fiel während mehrerer Stunden 
heftiger Regen, sonst war das Wetter gut. Von 4"p am 20. bis 6"p am 
21. Oktober herrschte vollständige Windstille. Es war drückende Luft, das 
Barometer war wieder etwas gestiegen. Gegen 8 erhob sich dann mit be- 
ginnender rascher Abnahme des Luftdruckes eine leichte Briese aus Ost, die 
rasch, nach NO und NNO drehend, zum vollen Sturme zunahm. - ;
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.