Von Hamburg über Penaacola nach Buenos Aires.
durch SW nach NW drehte und stürmisch wurde. Nachdem es aus letzterer
Richtung für 24 Stunden stürmisch geweht hatte mit sehr grober See, wurde
der Wind flauer und holte östlich. Am 2. Februar um 4"a wurde Jupiter-Inlet
passirt, also am achten Tage nach der Abfahrt. Der dann bald südlich drehende
Wind artete schon am 3. Februar zum Sturme aus, holte aber auch dabei westlich.
In rascher Fahrt wurde dann die ganze Strecke von der Küste bis zur Nähe der
Passatgrenze durchlaufen. Der fast fortwährend sehr stürmisch wehende Wind
nahm schon am 5. Februar eine nordwestliche Richtung an, aus welchem
Quadranten er für längere Zeit wehte. Nachdem es am 9. Februar für einige
Wachen abgeflaut war, wehte es am 10. Februar schon wieder mit vollem Sturm
aus West und WNW. Da infolge des ununterbrochen schweren Sturmes eine
fürchterlich hohe See aufgewühlt war, mufste am 11. Februar, um nicht Schiff
und Besatzung ernstlich zu gefährden, abends um 10* beigedreht werden. Am
nächsten Mittage, nachdem die See etwas abgenommen, wurde wieder abgehalten.
Wie ich später in Buenos Aires erfuhr, war der Kapitän des mit uns auf
der Reise befindlichen englischen Viermastschoners „Reform“ beim Lenzen: im
Sturm vom 11. Februar von einer Sturzsee über Bord geschlagen und ertrunken,
Während der nächstfolgenden Tage war es dann häufig auch noch
stürmisch, doch wurde es unbeständig und zeitweise flauer; "der Wind hielt sich
aber immer in südwestlicher bis nordwestlicher Richtung, so dafs noch ein ziemlich
guter Fortgang erzielt werden konnte. © .
Nachdem Ost von 40° W-Lg für 3 Tage leichte veränderliche, meist je-
doch Westwinde geherrscht hatten, kam am 21. Februar leichte östliche Briese
in 25° N-Br und 38° W-Lg durch, aus welcher sich bald der Nordostpassat
entwickelte. Der kräftige, von heftigen Böen begleitete Wind brachte, obgleich
anfangs ziemlich schral, „Hedwig“ schon am 3. März bis zur äquatorialen Passat-
grenze (3° N-Br und 26° W-Lg).
Es waren bis dahin 37 Tage seit der Abfahrt von Pensacola verflossen.
Zur Durchsegelung des Stillengürtels waren 5 Tage erforderlich. Der Aequator
wurde am 9. März in 27,2° W-Lg mit leichter Südostbriese, welche am Tage
vorher in 0,5° N-Br und 26,8° W-Lg eingesetzt hatte, überschritten.
Im Südatlantischen Ozean wurden sehr ungünstige Verhältnisse angetroffen.
Der nur leicht und anfangs auch schral wehende Südostpassat wurde häufig durch
Mallung und Böen gestört und hörte am 21. März in 19° S-Br und 35,5° W-Lg
ganz auf. Im ganzen Südostpassat ist kein gutes Eitmal erzielt worden. Die
Küste konnte gerade gut freigesegelt werden. Südlich von 20° S-Br erlitt die
Reise eine weitere unangenehme Verzögerung von mehreren Tagen durch Flauten
und Windestillen; erst am 27. März kam in 23° S-Br und 38,6° W-Lg leichte
Südostbriese durch, welche später auffrischte. Der allmählich durch Ost nach
NO. drehende Wind wurde am 31. März abends zum Sturm, dabei seine
Drehung nach. links fortsetzend. Nachdem der Wind dann nachts in einer
heftigen Böe westlich geholt hatte, flaute derselbe am 1. April in SW ab, holte
dann allmählich südlich ‚und südöstlich, aus welcher Richtung er am 2. April
gchnell. wieder bis zur steifen Briese auffrischte; eine hohe Südsüdwestdünung
hemmte anfangs den Fortgang, verlor sich aber nach und nach.
Nachdem der Wind schon bis ONO gedreht war, ging derselbe in der Nacht
vom 3. zum 4. April wieder zurück nach 0SO, aus welcher Richtung es dann am
4, April von 10a bis 4° p mit orkanartiger Stärke bei strömendem Regen wehte.
In Anbetracht der Verhältnisse, drohende Luft und schnell fallendes
Barometer, war schon kurz nach 4*a beigedreht worden. Kine größere An-
näherung an die Küste hätte bei dem vollständig unsichtigen Wetter während
des schweren auflandigen Sturmes sehr verhängnifsvoll werden können. Abends
holte der Wind allmählich südlich und südwestlich, dabei an Stärke abnehmend.
—_ Aus westlicher Richtung hat es dann fast ununterbrochen bis zum 8. April
abends: gestürmt, so daß absolut nicht vorwärts zu kommen war, sondern noch
etwas zugesetzt wurde. Auch während der folgenden Tage könnte wegen Stille
und Gegenwind nur wenig aufgearbeitet werden, Am 10. April um 6°a wurde
Sta. Maria-Feuer gesichtet und in der Nähe dieses Punktes ein Lootse genommen.
Widrige Umstände verhinderten dann das Weiterkommen noch so sehr,
dafs wir erst am 15. April auf der Rhede von Buenos Aires ankamen. Die Dauer
der Reise war SO Tage. -