Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1902.
South oder Main Channel ist bezeichnet durch eine rothe!) Bake
(s. Abbild. 5) mit quadratischem Toppzeichen. Nach Passiren dieser Bake an
B-B. steuere man auf die weilse Westbake am Strande zu, bis man die Bake
des Innenhafens in OzN hat, steuere dann darauf zu und passire diese Bake
an B-B., wenn das Schiff in den inneren Hafen soll, und drehe dann etwas
nach NO, ehe man den Anker fallen lälst.
Lee-Passage. Aufserhalb der Passage, an deren Westseite, liegt ein ge-
sunkenes Wrack (des Dampfers „Atalanta“), bezeichnet durch eine grüne Bake
mit dreieckigem Toppzeichen (s. Abbild. 6); die Passage selbst ist bezeichnet
durch eine rothe!) Tonne ebenfalls an ihrer Westseite. Man passire die Tonne
an B-B. und bringe die weißse Westbake am Strande in Linie mit einem auf-
fälligen runden Hägel dahinter, mw. NzO, steuere darauf zu, bis man die Bake
des Innenhafens in ONO hat, und steuere daun in den Innenhafen, wie bei
South Channel beschrieben. Schiffe mit mehr als 4,9 m (16%) Tiefgang sollten
nicht in den inneren Hafen gehen.
Savannah la Mar ist kein ungefährlicher Hafen und sollte nicht ohne
Lootsen angelaufen werden, aber auch dann nicht bei Nacht. Beim Verlassen
des Hafens bei Nacht werden die Tonnen erleuchtet,
Ankerplatz, Wind und Seegang. Der Ankerplatz des Innenhafens ist
geschützt gegen alle Winde mit Ausnahme des Südwestwindes. Der Anker-
grund ist zäher Schlamm und gut haltend. Bei aufkommendem Orkan sollten
die Schiffe in See gehen.
Lootsen. Die Lootsen erwarten die Schiffe aufserhalb der Riffe und
sind zuverlässig.
Arzt und Quarantäne. Ist ein Schiff mit unreinem Gesundheitspafs ver-
sehen, oder kommen an Bord ansteckende Krankheiten vor, berichtet der Hafen-
arzt darüber an das Quarantäneamt in Kingston, von wo das Weitere bestimmt
wird. Der Platz für die mit Quarantäne belegten Schiffe ist im Westen des
äufseren Hafens.
Krankheiten. Gelegentlich Malaria, kein gelbes Fieber. Ein Hospital
ist vorhanden,
Hafenabgaben sind für jeden Besuch des Hafens zu zahlen = 20 sh.
Konsulate. Konsularisch sind die Vereinigten Staaten von Nordamerika,
Spanien und Norwegen vertreten. Der deutsche Konsul ist in Kingston.
Wasser ist in jeder Menge zu haben, doch muß es in eigenen Booten
von Land geholt werden, wo man es aus der Leitung an den Landungsbrücken
in die Boote laufen lassen kann.
Proviant. Lebendes Vieh, Rinder und Schafe, sind reichlich und billig
zu haben, ebenso Früchte jeder Art, Gemüse nur in geringer Menge.
Papiere. Gesundheitspafs und Kosulatsmanifest, zwei Vorrathslisten,
zwei Mannschaftslisten, zwei Passagierlisten.
Leichter. Es sind etwa 35 grofse Leichter zu je 20 t Tragfähigkeit
vorhanden; das Löschen und Laden geht ziemlich flott von Statten. An den
Landungsbrücken sind einige Kräne von 3 bis 4 t Hebekraft vorhanden.
Aus- und Einfuhr. Westmoreland ist einer der bedeutendsten Bezirke
der Zuckerindustrie von Jamaica. Es werden von Savannah la Mar etwa
50000 Sack Zucker jährlich ausgeführt und bedeutende Mengen Rum, daneben
noch Blauholz, Kaffee, Ingwer und Piment. Der Import besteht aus Provisionen,
Handwerkszeug, Baumwollenwaaren u. dergl.
Schiffsyerkehr. Amerikanische Schoner für Zucker und andere Segel-
schiffe für Blauholz; sodann wöchentlich zwei Küstendampfer sowie die Dampfer
der deutschen Atlas-Linie und der Kerr & Co.-Linie.
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Dampferweg von Philadelphia nach Jamaica.
Nach „Notice to Mariners“ No. 1628, Washington 1901.
Die von Philadelphia nach Port Antonio auf Jamaica fahrenden Dampfer
der „West India Fruit Company“ nehmen ohne Rücksicht auf die Jahreszeit
immer denselben Weg. Nach dem Verlassen des Delaware-Flusses steuern sie
') Roth und weils senkrecht gestreift auf der Brit, Adm-Krt, No. 448.