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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die .Haupthäfen Venezuelas, 
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abends fast stürmisch und verursachen an der Küste hohen Seegang. Mit diesen 
Verhältnissen müssen besonders: die den Hafen ansteuernden Segelschiffe rechnen, 
damit sie nachts der Küste nicht zu nahe kommen. . ; 
Auch beim Auskreuzen aus dem Golf müssen sie Rücksicht auf die täg- 
liche Drehung des Windes nehmen. Nachmittags, um etwa 4 bis 5 Uhr, dreht 
er gewöhnlich nördlicher, Sie sollten daher so arbeiten, dafs.sie um diese Zeit 
an der Westseite des Golfes sich befinden, um einen ‚guten Schlag nach Osten 
machen zu können, bevor der Wind wieder östlich dreht. Unter -Berücksichtigung 
des Winddrehens wird es gewöhnlich nicht schwer, aus dem. Golf hinaus 
zu kreuzen. | 
Leuchtfeuer sind nicht vorhanden. N V 
Lootsenstation befindet sich auf dem Ostende der Insel San. Carlos 
innerhalb der. Barre. Es ist verboten, ohne Löotsen einlaufen zu wollen, denn 
es .ist zu gefährlich. Die Lootsen kommen nur am Tage heraus, um Schiffe 
einzulootsen. Sie haben ein grünes, einmastiges Fahrzeug, das die Landesflagge 
führt; dürfen aber nur bis 3 Sm. außerhalb der Barre gehen und müssen‘ von 
dem Fahrzeug abgeholt werden. Sie bringen die Schiffe nur bis zur Lootsen- 
station, wo sie von Flulslootsen abgelöst werden. AB 
_.: Sehleppdampfer hat seine Station ebenfalls beim Fort San Carlos, doch 
ist derselbe oft abwesend; ; . 
°- Rettungsvorrichtungen giebt es nicht aufser dem Schleppdampfer, der 
nöthigenfalls, und wenn anwesend, Hülfe leistet. ; ; . 
Quarantäne und Zollbehandlung wie in den anderen Plätzen. : Die Be- 
hörden kommen auf dem Ankerplatze bei der Stadt an Bord zur Untersuchung 
des Schiffes, erst darauf erhält es einen Liegeplatz an den Landungsanlagen. 
Der Ankerplatz aufserhalb der Barre. hegt ganz frei gegen nördliche 
Winde und ist daher nicht zu empfehlen. Schiffe, die dort ankern, müssen gutes 
Ankergeschirr haben, Man ankert gewöhnlich nur, um den Lootsen zu erwarten, 
und dann. auf etwa 11m Wassertiefe in der Peilung: Inselchen Bajo Seco in 
Eins mit San Carlos-Fort. Es empfiehlt sich jedoch, unter Segeln zu bleiben. 
Gezeiten und Gezeitenströme. Auf der äufseren Barre von Maracaibo 
ist die Hafenzeit 5* 15” ‚und die Fluthhöhe bei Springtide etwa 0,7 m. In 
der Regenzeit soll das Wasser mitunter um 1,2 m steigen durch Oberwasser; zu 
solchen Zeiten läuft der Ebbstrom mit grofser Geschwindigkeit.  Zeitweilig 
setzt der ausgehende Strom mit: 4 bis 5 Sm Geschwindigkeit über. die Barre 
hinweg. Ein Theil desselben biegt ostwärts und setzt nach Osten längs der 
Küste, während der. übrige Theil in nördlicher Richtung an der Westseite des 
Golfes hinaus setzt. . I Sn 
_ Die Barre außerhalb der engen, Einfahrt wird äufsere Barre, ‚eine 
oberhalb derselben befindliche Verflachung des Fahrwassers innere Barre 
genannt. Die äufsere Barre besteht aus Laufsand und ist sehr gefährlich. 
Anker halten gewöhnlich nicht, falls an Grund kommende Schiffe damit ab- 
gebracht werden sollen. Sie ist veränderlich sowohl in Form wie Tiefe, 
; Nach amtlichen Veröffentlichungen war der Wasserstand auf der äufseren 
Barre im Jahre 1898 wie folgt: - 
— a 
Januar . 
Februar . 
März 
April . 
Mai. > 
Juni. . 
Juli. 0. 
August , .. 
Septeinber. . 
Oktober‘ 
November 
Dezember 
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Wasserstand Sa 
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