Die .Haupthäfen Venezuelas,
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abends fast stürmisch und verursachen an der Küste hohen Seegang. Mit diesen
Verhältnissen müssen besonders: die den Hafen ansteuernden Segelschiffe rechnen,
damit sie nachts der Küste nicht zu nahe kommen. . ;
Auch beim Auskreuzen aus dem Golf müssen sie Rücksicht auf die täg-
liche Drehung des Windes nehmen. Nachmittags, um etwa 4 bis 5 Uhr, dreht
er gewöhnlich nördlicher, Sie sollten daher so arbeiten, dafs.sie um diese Zeit
an der Westseite des Golfes sich befinden, um einen ‚guten Schlag nach Osten
machen zu können, bevor der Wind wieder östlich dreht. Unter -Berücksichtigung
des Winddrehens wird es gewöhnlich nicht schwer, aus dem. Golf hinaus
zu kreuzen. |
Leuchtfeuer sind nicht vorhanden. N V
Lootsenstation befindet sich auf dem Ostende der Insel San. Carlos
innerhalb der. Barre. Es ist verboten, ohne Löotsen einlaufen zu wollen, denn
es .ist zu gefährlich. Die Lootsen kommen nur am Tage heraus, um Schiffe
einzulootsen. Sie haben ein grünes, einmastiges Fahrzeug, das die Landesflagge
führt; dürfen aber nur bis 3 Sm. außerhalb der Barre gehen und müssen‘ von
dem Fahrzeug abgeholt werden. Sie bringen die Schiffe nur bis zur Lootsen-
station, wo sie von Flulslootsen abgelöst werden. AB
_.: Sehleppdampfer hat seine Station ebenfalls beim Fort San Carlos, doch
ist derselbe oft abwesend; ; .
°- Rettungsvorrichtungen giebt es nicht aufser dem Schleppdampfer, der
nöthigenfalls, und wenn anwesend, Hülfe leistet. ; ; .
Quarantäne und Zollbehandlung wie in den anderen Plätzen. : Die Be-
hörden kommen auf dem Ankerplatze bei der Stadt an Bord zur Untersuchung
des Schiffes, erst darauf erhält es einen Liegeplatz an den Landungsanlagen.
Der Ankerplatz aufserhalb der Barre. hegt ganz frei gegen nördliche
Winde und ist daher nicht zu empfehlen. Schiffe, die dort ankern, müssen gutes
Ankergeschirr haben, Man ankert gewöhnlich nur, um den Lootsen zu erwarten,
und dann. auf etwa 11m Wassertiefe in der Peilung: Inselchen Bajo Seco in
Eins mit San Carlos-Fort. Es empfiehlt sich jedoch, unter Segeln zu bleiben.
Gezeiten und Gezeitenströme. Auf der äufseren Barre von Maracaibo
ist die Hafenzeit 5* 15” ‚und die Fluthhöhe bei Springtide etwa 0,7 m. In
der Regenzeit soll das Wasser mitunter um 1,2 m steigen durch Oberwasser; zu
solchen Zeiten läuft der Ebbstrom mit grofser Geschwindigkeit. Zeitweilig
setzt der ausgehende Strom mit: 4 bis 5 Sm Geschwindigkeit über. die Barre
hinweg. Ein Theil desselben biegt ostwärts und setzt nach Osten längs der
Küste, während der. übrige Theil in nördlicher Richtung an der Westseite des
Golfes hinaus setzt. . I Sn
_ Die Barre außerhalb der engen, Einfahrt wird äufsere Barre, ‚eine
oberhalb derselben befindliche Verflachung des Fahrwassers innere Barre
genannt. Die äufsere Barre besteht aus Laufsand und ist sehr gefährlich.
Anker halten gewöhnlich nicht, falls an Grund kommende Schiffe damit ab-
gebracht werden sollen. Sie ist veränderlich sowohl in Form wie Tiefe,
; Nach amtlichen Veröffentlichungen war der Wasserstand auf der äufseren
Barre im Jahre 1898 wie folgt: -
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Januar .
Februar .
März
April .
Mai. >
Juni. .
Juli. 0.
August , ..
Septeinber. .
Oktober‘
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