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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Haupthäfen Venezuelas. 
„Köninglijke West Indische Maildienst“, ein- bis zweimal durch. die englische 
„West India and Pacific- Steamship Cömp.“, dreimal durch- die französische 
„Compagnie Generale Transatlantique“ und. je einmal. durch die italienische 
Gesellschaft „La: Veloce“: und durch -die-: spanische Gesellschaft „Compania 
Transatlantica de Barcelona“. Mit New York besteht zweimal. monatlich Ver- 
bindung durch die amerikanische „Red D' Line“. © 
-”* Eisenbahnverbindung besteht mit Valencia und darüber hinaus -mit 
den Hauptplätzen Venezuelas. Telegräphenkabel führt nach La Guaira und 
von dort weiter nach Norden, A Sa 
_ Schiffsausrüstung: - Frischer Proviant ist gewöhnlich genügend vor- 
räthig und auch zu mälfsigen Preisen Zu haben. Dauerproviant ist meistens 
ebenfalls genügend vorhanden, jedoch ziemlich theuer. Beides hängt aber sehr 
von den gerade obwaltenden politischen Verhältnissen ab, da häufig Unruhen 
vorkommen. Sonstige Schiffsausrüstung ist nur in: sehr beschränktem 
Malse, und vorwiegend nur für Küstenfahrer bestimmt, vorhanden. Kohle-.ist 
in Puerto Cabello kein Grofshandelsartikel, vielmehr importiren die grofsen 
Verbraucher, wie Eisenbahnen, Brauerei etc., ihren Bedarf selbst. Im Nothfalle 
geben diese, wenn sie gerade genügend Vorrath haben, wohl davon ab. Die 
Kohlen werden dann in etwa 4 Tonnen fassenden Booten. längsseit gebracht, 
was sehr zeitraubend ist.. Wasser ist bequem aus der Wasserleitung am Kai 
zu entnehmen, wo es direkt durch Schlauch an Bord geleitet werden kann. 
Auskünfte für den Schiffsverkehr. Ein Kaiserliches Konsulat be- 
findet sich am Orte in dem Comptoir des jeweiligen Inhabers oder Verwesers. 
In den Jahren 1899 bis 1901 befand es sich Calle de Comercia No. 28. Ein 
deutscher Arzt, ein Agent der Hamburg— Amerika-Linie und ein Ver- 
treter des Vereins Hamburger Assekuradeure sind vorhanden, dagegen 
kein Agent des Germanischen Lloyd und auch kein deutscher Schiffs- 
makler oder Schiffshändler. Das Zollamt und das Hafenamt: befinden 
sich nahe am Hafen. Krankenhäuser sind zwei vorhanden, Seemannsheim 
und Seemannsmission jedoch nicht. Mannschaftsentweichungen kommen 
von den Handelsschiffen nicht vor. Se . 
Vorrichtungen zur Zeitbestimmung, Deviationsbestimmung, zur 
Vergleichung von nautischen und meteorologischen Instrumenten 
sind nicht vorhanden; ebenso wenig sind Seekarten oder Segelanweisungen 
zu haben. 
Maracaibo.‘) ; 
Nach Konsulatsfragebogen No. 548 vom 10, Mai 1898 und ‚No. 1530 vom 26. November. 1900; 
Fragebogen des Ersten Offiziers Wagemann, D. „Borkum“, vom 13. April 1899. Ergänzt aus 
älteren dentschen sowie englischen und amerikanischen Quellen, ; 
Allgemeines. Die Stadt Maracaibo liegt an der. Westseite der Lagune, 
innerhalb der engen KEinfahrt, auf etwa .10° 39‘ N-Br und. 71° 43' W-Lg. Die 
äufsere Barre liegt am Südende des Golfs von Maracaibo, dessen. Mündung 
zwischen. der. Halbinsel Paraguana im Osten und der Halbinsel Guajira im 
Westen sich befindet und rund. 50 Sm weit ist. 
Landmarken. Als äufserste Landmarke darf. man die in nordwestlicher 
Richtung. 17 Sm lange Insel Aruba betrachten, die westlichste der Inseln unter 
dem Winde, die vom Nordende der Halbinsel Paraguana nur etwa 15 Sm in 
nördlicher Richtung entfernt liegt. Ihre Enden sind verhältnifsmäfsig niedrig, 
doch in. der Mitte ist sie hoch, und ihr zuckerhutähnlicher Gipfel erreicht 
245 m Höhe. Derselbe ist bei sichtiger Witterung 18 bis 20. Sm weit sichtbar. 
Das Ostende der Insel! wird durch ein weifses festes Feuer von- 11 Sn 
Sichtweite bezeichnet, über dessen Zuverlässigkeit allerdings vielfach geklagt 
wird, und auch an ihrer Südwestseite, bei Oranjestad, brennt ein weifses festes 
Feuer von 6 Sm Sichtweite. Die fast 50 Sm westlich davon liegende Gruppe 
der Monks-Klippen bildet weniger gute Landmarken. South und East Monks 
sind zwar hohe und steile Klippen wie auch frei von Untiefen, doch die nörd- 
liche. Gruppe besteht aus sieben niedrigen Klippen, die sämmtlich von Untiefen 
umgeben werden und daher gefährlich sind. 
1y ‚Letzte Veröffentlichung in den „Ann. &. Hvdr. ete.“. 1899. :<. 389
	        
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