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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

50 Annalen der Hydrographie und Maritimen- Meteorologie, Februar 1902, 
beiden: - südlichen Zweige New Harbour Bay. und Bay: öf St. Lucia. | Great 
Bay könnte zur sicheren Aufnahme von. tiefgehenden Schiffen dienen, wird aber 
als Ankerplatz oder Hafen nicht mehr benutzt, seitdem an der Südseite der 
Hafeneinfahrt bequeme Landungsanlagen hergestellt sind. 
Die Landungsanlagen bestehen aus einem von eiuer festen Kaimauer 
eingefafsten Landungsplatz von annähernd 400 m Länge, der jedoch nicht mit 
Geleisen und Krähnen besetzt ist. Die Schifle liegen am Tage unmittelbar am 
Kai, müssen abends jedoch 6m davon abholen. Das Löschen und Laden 
geschieht mit den Hülfsmitteln der Schiffe selbst. . 
Aus der Hafenordnung sei erwähnt, dafs vor dem Einlaufen in den Hafen 
Pulver- und Sprengstoffladungen gelöscht sein müssen, was mittelst Leichter 
geschieht, die diese Ladungen an der Pulverbrücke in der. New Harbour-Bucht 
landen. Da die Landungsanlagen nur beschränkt sind, so kommt es vor, dafs 
nicht alle anwesenden Schiffe gleichzeitig Lösch- oder Ladeplätze erhalten 
können. Die Hafenordnung giebt daher den Dampfern den Vorzug vor Segel- 
schiffen, und den Postdampfern wiederum den Vorzug vor Frachtdampfern. 
Reparaturen an Schiffen und Maschinen können nur in sehr be- 
schränktem Male ausgeführt werden, da keine Werft- oder Dockanlagen irgend 
welcher Art vorhanden sind. Es befindet sich jedoch eine Eisen- und Metall- 
giefserei am Orte. 
Hafenunkosten, Tonnengelder sind nicht zu zahlen, dagegen Leucht- 
feuer- und Wassergeld, letzteres, einerlei ob man Wasser nimmt oder nicht. 
Die Leuchtthurmabgabe beträgt Bolivars 0,15 für bie Registertonne netto, und 
die Wasserabgabe A 0,40 die Tonne für Schiffe bis zu 800 Registertonnen 
Gröfse, darüber hinaus 4 320,00 für das Schiff. Falls das Schiff innerhalb 
15 Tagen zum zweiten Mal den Hafen anläuft, ist es dann frei von diesen 
Abgaben.‘ Hafenmeister AM 10,00, Hafenarzt 4 10,00, Dolmetscher je nach 
Umfang des Manifestes. Ein Dampfer von 1696 Registertonnen netto Raum- 
gehalt, der 141 Tonnen (Mals) Ladung löschte, hatte folgende Unkosten: 
Wassergeld . . 0... 4 
Leuchtfeuerabgaben . . . . 
Erlaubnifs zum Ein- und Auslaufen 
Hafenkapitän . . . . 
Hafenarzt . . . . +. . 
Stempelpapier und -Marken 
Dolmetscher . . . . 
Aufseher. .. .. 
Miethe für Laufbretter 
Revision der Ladung 
Hafenarbeiter . . 
Gold & 
100,00 
63,64 
3,75 
> 
‚12 
«00 
12,50 
16,50 
8,00 
5,00 
78,63 
® 296,27 
1 $ Gold = 4 Bolivar = 4 Fr. 
Seit 1. August 1901 ist die Wasserabyabe um weitere 25%, erhöht worden, 
Der Ballast, aus Sand bestehend, kostet 1 $ = 4 3,20 die Tonne. Er 
wird zu diesem Preise an Deck geliefert, und zwar bis zu 120 Tonnen in einem 
Tage. Steinballast kann man am Kai löschen, ohne dafür zu zahlen. 
Die Stadt liegt an der Südseite der Einfahrt; der ältere Theil auf einer 
niedrigen Halbinsel, der neuere Theil südlich davon, auf allmählich ansteigendem 
Grunde. Sie zählt 8000 bis 9000 Einwohner, unter denen sich etwa 50 Deutsche 
befinden. Wegen ihrer niedrigen Lage in Lee der sumpfigen Niederung gilt 
sie nicht als gesund. Als Hafenplatz der Provinzialhauptstadt Valencia hat sie 
grofse Bedeutung für Handel und Verkehr, doch ist sie selbst nur Heimath- 
hafen von zwei kleinen Küstendampfern. Die hauptsächlichsten Bauwerke sind 
bereits unter Landmarken aufgeführt, , . . 
Handelsverkehr.. Im Jahre 1900 liefen 246 Dampfer und 16 Segelschiffe 
vom Auslande ein.. Von diesen führten 49 Dampfer die deutsche, 29 Dampfer 
und 1 Segler die englische Flagge. Der Werth der Einfuhr betrug 8 60U2 513 
Bolivars, der. der Ausfuhr ungefähr 16 000.000 Bolivars... Die Einfuhr besteht 
hauptsächlich aus Lebensmitteln aller Art, Eisen-, Baumwoll- und Manufaktur- 
waaren, Kohlen etc.; die Ausfuhr aus Kaffee, Kakao und Rindshäuten. N 
‚ RegelmäfsigeDampferverbindungen mit Europa bestehen je zweimal 
inonatlich durch die deutsche „Hamburg -—Amerika-Linie“ und die holländische
	        
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