_ Die Haupthäfen: Venezuclas
- -- Das Löschen und Laden am Landungsplatze geht schnell; wenn in‘ Leichter
gelöscht. wird, jedoch: nur langsam, 080 Ha he
Die gesetzliche Lösch. und Ladezeit ist von 6 bis 10* V und von 12 bis
3"N. Es können von’der Zollbehörde Ueberstunden zu dem Zwecke für Dampfer
gestattet werden, die jedoch erhebliche Extrakosten verursachen. .. |
Schiffswerften sowie Maschinenfabriken und Dock- und Reparatur-
anstalten sind nicht vorhanden. nn | |
Schiffsunkosten sind in der Landeswährung — Bolivar = etwa 80 Pf. —
zu zahlen. Hafengeld 0,10 Bol. für-die Registertonne, Hafenkapitän 12,50 Bol.;
Hafenarzt 12,50 Bol., Hospitalabgaben 20 Bol. für das Schiff, Dolmetscher für
Segler 37,50 Bol., für Dampfer nach Uebereinkunft, Wasserabgabe für Segler
1 Bol. die Tonne, für Dampfer, die nur aus- oder rückkehrend anlaufen, 240 Bol.,
solche, die aus- und heimkehrend anlaufen, jedesmal 140. Bol., für das Landen
der Güter 0,10 Bol. für jede 100 kg, diese Gebühr trägt jedoch die Ladung oder
deren Empfänger. Arbeitslohn sehr hoch, etwa 10 Bol. für den Mann und Tag.
Die Stadt liegt, wie bereits erwähnt, am Fuße des hohen Berges un-
mittelbar am Meere. Von See aus erscheint sie wie am Berge angeklebt.. Sie
hat etwa 8000 Einwohner, unter denen sich nur etwa 1'/2a Dutzend Deutsche
befinden. Sie ist‘ Heimathhafen von einigen. Dampfern und einer Anzahl von
kleinen Küstenfahrzeugen. Als Hafen der nahen Hauptstadt ist.sie von großer
Bedeutung: für den Handelsverkehr. Trotz ihrer Lage unmittelbar am Meere ist
die Hitze in der Stadt grofs und man zählt sie zu den heifsesten Städten der Welt.
Der Handelsverkehr ist ziemlich beträchtlich. Die Einfuhr besteht
aus Stückgütern aller Art, Cement, Holz und Kohlen. Das Gewicht der direkten
überseeischen Einfuhr beitrug im Jahre 1900 40106 184 kg, der indirekten
17773 277 kg. Aus Deutschland kamen direkt mit deutschen. Schiffen 6 522 589 kg.
Die Ausfuhr besteht hauptsächlich aus Kaffee, Kakao und Häuten; sie. betrug
im gleichen Jahre direkt 17773 277 kg, indirekt 5286 302 kg. AD
In demselben Jahre kamen direkt an aus überseeischen Ländern 182
Dampfer und 23 Segelschiffe; unter diesen führten 23 Dampfer und 1 Segelschiff
die deutsche, 30 Dampfer und 6 Segler die amerikanische, 42 Dampfer .die
französische und 43 Dampfer und 1.Segler die englische Flagge. Regelmäfsige
Postdampferverbindungen bestehen mit Europa je zweimal. monatlich durch die
deutsche „Hamburg-— Amerika-Linie“, die holländische „Koninglijke West-Indische
Maildienst“, .die. englische. „Royal Mail Steam Packet Co.“, die französische
„Compagnie Generale Transatlantique“ sowie einmal monatlich durch. die ita-
lienische Gesellschaft „La Veloce“;. ferner ‚dreimal monatlich mit New York
durch die amerikanische „Red D Line“. 5 ; .
; Durch ‚Eisenbahn steht La. Guaira mit der. Hauptstadt Caracas in .Ver-
bindung und durch direkten Telegraphen über Curacao mit San Domingo. und
Nordamerika, sowie über Land. mit Südamerika.
Schiffsausrüstung. Dauerproviant ist kaum: zu haben, mindestens nur
in geringen Mengen und zu hohen Preisen. .Frischer Proviant ist. zu mäßigen
Preisen, aber nicht in grofsen Mengen, dagegen frisches Fleisch .und Fische
auch billig in grofßsen Quanten. zu haben. . Sonstige Ausrüstung. für Schiffs-
bedarf ist gewöhnlich nur. zu hohen Preisen und. kleinen Mengen, manches
überhaupt nicht, zu haben. ..
Kohlen sind gewöhnlich in mäfsigem Betrage, aber zu hohen Preisen
vorhanden, so dafs Dampfer. nöthigenfalls auf theilweise Füllung der‘ .Bunker
rechnen können... Trinkwasser kann man in Fässern vom Lande holen lassen,
es wird aber sehr theuer. . .
. Auskunft für. den Schiffsverkehr. Das Kaiserliche: Konsulat be-
findet sich nahe am .Hafen, in der Calle.de Bolivar. .Ein.Agent des Ger-
manischen .Lloyd, sowie deutsche .Schiffsmakler. und Schiffshändler
sind ..nicht ‚vorhanden, :dagegen sind die‘ Hamburg-—Amerika-Linie,..der
Verein Hamburger Assekuradeure und die Norddeutsche Versicherungs:
Gesellschaft am Orte...durch. Agenten. vertreten.. Das. Hafenamt und..das
Zollamt befinden sich in der. Nähe des. Hafens... In der. Stadt selbst. giebt. es
zwei-und in.ihrer Nähe noch ein:drittes Krankenhaus. Seemannsheim, See:
mannsmission und Seemannskrankenhaus sind nicht vorhanden.‘ Ent-
weichungen von Seeleuten kommen nicht vor. hm
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