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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die -Haupthäfen. Y’enezuelas. 
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Meere gewöhnlich. quer zum..Kurse;. es sind daher Versetzungen bei der An- 
steuerung dieser. Inseln stets vorauszusetzen. Sind..bei sichtiger. Witterung auch 
die hohen nicht von Untiefen umgebenen Inseln Orchilla, Buen..Ayre und 
Curacao nachts ‚nicht sehr gefährlich, so sind. es.doch die niedrigen und von 
Untiefen ‚umgebenen. Gruppen der Los Roques- und Aves-Inseln.'‘) Auf dem 
weiteren Wege kommen.bei sichtigem Wetter die hohen Berge schon..in etwa 
50 Sm Entfernung von der. Küste in Sicht,. auch. nachts ist das. hohe Land 
gewöhnlich weithin sichtbar, so dafs die Ansteuerung der Küste meistens keine 
Schwierigkeiten bietet. Nur bei diesiger Witterung ist .die. Auffindung der 
Stadt manchmal schwierig, weil man, wenn man den. Kurs direkt.setzt und sie 
nicht ‚trifft, nicht weiß, ob man östlich oder westlich steuern mufs, um sie zu 
finden. In solchen Fällen empfiehlt es sich ebenfalls, das Land östlich von La 
Guaira zu machen. .Ist man in Sicht des. Hafendammes angelangt, so bringe 
man sein Westende mit der Leuchtbake in SO-.bis SSO-Peilung und steuere 
dann mit etwa Südkurs weiter, bis die Leuchtbake O peilt, in welcher Peilung 
man in 1'!/2a bis 2 Kblg Abstand davon auf 12 bis 15m Wasser ankere.“ 
Von Westen kommend, steuert man gewöhnlich in Sicht des Landes. 
Auf diesem Wege bietet das 4 Sm westlich von La Guaira liegende Kap Blanco 
eine gute Landmarke. Das Land in der Umgebung dieses Kaps hat ein graues, 
schroffes Aussehen, und etwa in 4 Sm Abstand davon erscheint es wie eine am 
Strande unter dem hohen Lande liegende Stadt. Kap Blanco selbst besteht 
aus einem kleinen spitzen Sandhügel, der zum Theil mit Gestrüpp und. Busch- 
werk bewachsen ist. 
Leuchtfeuer. 1. Ein weilses festes Feuer brennt im Fort La Vigia. 
Ueber das regelmälsige Brennen. dieses Feuers wird vielfach geklagt, seitdem 
der Apparat. des dort früher befindlichen elektrischen Feuers in Unordnung ge- 
rathen und jenes Feuer aufser Thätiykeit gesetzt worden ist..... . 
‚2, Ein weißfses und rothes festes Feuer von angeblich 5 Sm Sicht- 
weite brennt. in..11,6 m Höhe über Hochwasser auf der Leuchtbake auf dem 
Westende des Hafendammes. Es ‚erscheint weifs in den Peilungen von rw. N 
bis O0 (mw... N!4AW. über N bis O'/4N), im .Uebrigen roth.. ae 
Lootsen und Schleppdampfer sind nicht vorhanden und auch nicht .noth- 
wendig. Es giebt. am Orte nur einen ganz kleinen Dampfer. ‚.Rettungs- 
Station und -Geräthe sind nicht vorhanden. 
Quarantäne. Jedes ankommende Schiff hat aufserhalb der Hafenanlagen 
den Besuch des Arztes abzuwarten... Es wird stets ein Gesundheitspafs.. verlangt. 
Zollbehandlung. Die Zollbeawten kommen ebenfalls vor dem Einlaufen 
in den Hafen.an Bord. Es wird verlangt ein Manifest, die Konossemente, eine 
Mannschafts- und Passagierliste sowie eine genaue Proviantliste. Nach dem 
Besuche .der Gesundheits- und Zollbehörde. bekommt das ‚Schiff, falls es nicht 
in Quarantäne gelegt wird, Erlaubnifs zum Einlaufen in.den Hafen.. Ein Zoll- 
beamter bleibt während des Löschens und Ladens an Bord. Ohne Erlaubnifs 
der Zollbehörde darf Niemand an oder von Bord gehen.. Be 
Die Rhede befindet. sich aufserhalb des Hafendammes, nördlich und 
westlich von seinem Westende,. wo die Wassertiefe 12 bis 18 m. beträgt. .Sie 
liegt gänzlich ungeschützt gegen Winde von. Ost durch Nord bis West, doch 
ist sie trotzdem als sicher anzusehen, da stürmische Winde hier kaum vorkommen, 
während andererseits die Schiffe dort stark arbeiten wegen des hohen See- 
ganges. ‚Letzterer ist. sehr unbequem, wenn bei den Grossen Antillen Norder 
wehen, denn der dadurch erzeugte hohe nördliche Seegang pflanzı sich ganz 
bis nach dieser Küste fort. Der Ankergrund ist durchgängig gut, obwuhl auch 
einige felsige Stellen vorhanden ‚sind. .Die Rhede wird, seitdem. die .Hafen- 
anlagen vorhanden sind, nur als zeitweiliger Ankerplatz benutzt:. .... 
| Gezeiten. Regelmäfsig Fluth und. Ebhe . findet nicht statt;. doch im 
Winter und in den ersten Frühlingsmonaten steigt. und fällt das Wasser bis. zu 
höchstens 0.6 m in. Ausnahmefällen, . während in den Sommermonaten die Lage 
des Meeresspiegels. selten um. 0,1 m. schwankt.*) ‘ en. 
1) Siehe Aufsatz; Dampferwege.. von . New York. nach. Westindien, Lim ersten Heft: dieses 
Jahrganges der „Ann. d Hydr. ete.“. : 6 GR -.- 6 nn 
*"""2y Nach den englischen „Tide Tables“ soll die Hafenzeit 6b 0% sein und die Fluthhöhe bei 
Springtide 0,8 m. bei Niptide 0,7 m betragen. 5 SE
	        
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