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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler: 
no 
. -„Pisagua“ hatte damit ihre Reisein der. sehr kurzen Zeit von 32 Tagen 
und 6 Stunden vollendet, von denen 12 auf die Strecke bis 180° Lg kamen. 
In der Zeit, die im Journalauszug gegeben ist,. nämlich 29 Tage 14 Stunden, 
oder für den Zeitunterschied der 154,2° O-Lg korrigirt, 29 Tage 3,7 Stunden 
hatte der Viermaster eine Entfernung gleich. 33,6 % des Erdumfangs abgelaufen 
und 7113 Sm hinter sich gebracht. Das giebt durchschnittlich 244 Sm in 
24 Stunden, für eine solche lange Strecke jedenfalls eine ausgezeichnete, 
vielleicht bisher unerreichte Leistung. Zieht man von der Fahrzeit noch die 
8 Stunden ab,. während welcher das Schiff, um eine zu grofse Annäherung an 
das Südkap von Tasmanien zu vermeiden, am 28, August bei Sturm aus SSO 
westwärts lag, so stellt sich der mittlere Tageslauf noch etwas gröfser heraus, 
zu 246 Sm. . Sechsmal kam der schnelle Viermaster mit seiner Meilenzahl über 
300; das beste Etmal war vom Mittage des 9. zum 10, September 340 Sm. 
Für die 8,5° gutgemachter Ostlänge den Zeitunterschied von 0,57 Stunden ab- 
gezogen, ergiebt sich die Durchschnittsfahrgeschwindigkeit zu 14,5 Sm in der 
Stunde. Die 5 Tage in der Nähe, vom Mittage des 8. bis zu dem des 
13. September waren überhaupt die Zeit der schnellsten Ortsveränderung. In 
der kurzen Zeit von 4 Tagen und. 21,45 Stunden durcheilte „Pisagua“ bei 
NNW bis WNW 5 bis 6 38,2° Längengrade gleich 1550 Sm. a 
Es waren dies fast die einzigen Tage, an denen die Windstärke 5 über- 
stieg. Härtere Winde von 7 und 8 waren, abgesehen von dem Südsüdoststurm 
zu Anfang der Reise, immer nur von wenigen Stunden Dauer und kamen nur 
am 18. und 20. September vor. Das Wetter war fast immer schön und die 
See so ruhig, dafs der Seegang nur ganz selten über 2 und 3, ruhige oder ganz 
leicht bewegte See überstieg. Die Stärke 5 und keine höhere wurde nur an den 
erwähnten Tagen, 18. und 20. September, und beidemal nur für wenige Stunden 
notirt. Der Stille Ozean verdiente diesmal seinen Namen, um so mehr als 
der Schauplatz der Ruhe die höhere Breite 40° bis 50° S war, die sonst doch 
als eine stürmische Gegend verrufen ist. 
Es ist wunderbar und kaum zu begreifen, wie ein Segelschiff, wie der 
Journalauszug zeigt, bei so geringen Windstärken solche Geschwindigkeiten er- 
langen kann, bei Stärke 4 219, 252, 224, 202, bei 4 bis 3 177, 227, 212 Sm 
im Etmal; bei 4 bis 5 steigt der Tageslauf bereits auf 273 und 285 Sm und bei 
Stärke 5 in einem Falle auf 302 Sm. Man könnte annehmen, daß Kapt. 
Nissen die Windstärke unterschätzt hätte; dagegen spricht aber der mitnotirte 
sehr ruhige Zustand der See und die Notirungen der höheren Windstärken bei 
dem vielfach stürmischen Wetter auf der vorhergegangenen Fahrt durch. den 
Indischen Ozean. Diese grofsen scharfgebauten Segelschiffe mit ihrem grofsen 
Segelwerk gleiten, wenn sie leicht mit Ballast beladen. sind, so glatt durch 
das Wasser, dafs man sagen‘ möchte, sie könnten beinahe mit dem .Winde 
Schritt halten. . 
Durch den Erfolg der „Pisagua“ ist der des Vollschiffes „Katharine“, 
der so lange an der Spitze stand, übertrumpft. Hat die Viermastbark auch 
nicht ganz die außergewöhnliche Geschwindigkeit des Schiffes von 15,8 Knoten 
erreicht, so kam sie: doch am 10. bis 11. September für 12 Stunden auf 
15,5 Knoten und würde wohl mehr gemacht haben, wenn sie statt 5 bis 6 die 
Windstärke 8, wie „Katharine“, gehabt hätte. Der ganze Verlauf“ der Reise 
der „Pisagua“, wenn man die Fahrt durch den Indischen Ozean hinzuziecht, 
übertrifft den der „Katharine“ an Durchschnittsgeschwindigkeit bedeutend. 
„Pisagua“ legte zurück von 38,7° S-Br_ und 1,2° W-Lg nach Kap Borda 
— 35,8° S-Br und 136,5° 0-Lg. — in 28 Tagen 6430 Sm; von: 40,5°* S-Br und 
134,8° O-Lg nach Taltal.— 25,4° S-Br und 70,6° W-Lg in 29 Tagen und 
14 Stunden 7113 Sm, also im Ganzen, für 290,6° O-Lg -reducirt, in 56 Tagen 
19 Stunden 13 543 Sm. Das giebt durchschnittlich in 24 Stunden 238,5 Sm und 
in der Stunde. 9,94 Sm. Dagegen wurden auf der Reise des Schiffes „Katharine“ 
von Simonstown nach Iquique in der Zeit von 62 Tagen 8 Stunden, oder für 
270,4° O-Lg reducirt, von 61 Tagen 14 Stunden 12 701.Sm zurückgelegt, was 
für den Tag nur 206. und für die. Stunde 8,58 Sm giebt.‘ © 
Mit einer Reise von 80 Tagen (26, 25 und 29 Tagen) von Iquique 
Te Ylzarıd beschloß: „Pisagua“ am. 11. Januar. 1902 ‚ihre Rundfahrt um 
je Krde.
	        
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