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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche- Reisen deutscher Segler, 
R1 
239, 221, 271 und 222 Sm, ‚fernerhin bei frischem bis steifem Winde, der wieder 
aus SO :kam und dann durch NO nach NW ging, 192, 246, 259, 264, 243, 294 
und 278 Sm. Diese Rennpartien machten es dann auch möglich, dafs der Vier- 
master die Strecke 0° Br—0° Lg in der verhältnifsmäfsig kurzen Zeit von 
21 Tagen vollendete. Er kam in. östliche Länge. in 39° S-Br am 28, Juni. 
Jetzt, etwa 1000 Sm westlich von dem Eintritt in den Indischen Ozean, begann 
das lange Hauptrennen, das mit nur wenig Unterbrechung in einer Flucht nach 
Kap Borda, nahe dem Ostende des Ozeans führte. Der Wind war zumeist 
nördlich: und nordwestlich, die unterbrechenden Südwest- und Südwinde wurden 
erst vorherrschend im Osten von 110° O-Lg. Er kam oft zum Stürmischwerden, 
aber nur zweimal für kurze Zeit bis zur Stärke 10. Ueber den Verlauf der 
raschen Fahrt giebt das Folgende eine gedrängte Uebersicht. & 
Fahrt der Viermastbark „Pisagua‘, Kapt. H. Nissen, auf den mittleren‘ 
Breiten des Südatlantischen und des Indischen Ozeans. 
Datum 
Mittagsort 1 
Zurückgelegte 
Distanz 
Wind 
1901 
S-Br /W- Leg 
Sm 
Juni 28. 
838.79 
1,2° 
29. 
„ 30. 
Juli 1. 
2. 
O-Lg' . 
40.1° 41° 259 NZW—N 6—8 
411° 8,4° 205 NzO 9—8 
43,6° | 13,4° 232 N-SW 6—4 
441° 7,4° 199 SW 3 und N5 
A4,2° A4,2° 296 NW-—SSW 5-—6 
*4,4° 30,2°' 249 S6 und W 4—5 
‘4,1° 35,891 206 N6, W2, N5—9 
*8,6° 7,50) 246 NNW 9 -— WSW 1C 
13,1° 3,59! 308 WSW—W 9—8 
15,29 13,30! 267 SW8-— NW 6 
43,7° 19,89 300 N6—NW9 
44,3° 36,89 278 NW — WSW 7 
44,0° 72,2° 256 WSW 7-—10 
413,5° 17,7° 239 W 9-—2 
13,9° 32,8° 198 Still und NW 7 
43,6° 37,8° 243 W 6—4 
13,29 98,7° 269 W4-—6 
42,9° 939,2° 240 ‚:WNW — WSW5—4 
42,4° .04,7° 265 WzS4—7 
41,6° 110,4° 258 'WNW 7 — WSW 4 
40,29 .115,4° | 249 WSW — SO 5—9 
39,3° |119,0°] 189 SSW 8—1 
838,6° '118,1° ” O18, N55 ‚Still und ONO 4—5 
37.4° |118,3° SzN61, NNO 112] 0S0—SO 7—4 
36,79 |1121.5° 175 SSO 4—5 
36,3° 1126,3° 248 S—SW 4—6 
36,2° |132,8° 302 SW 7 — SSW 5 
Bei Kap Borda 259 SSW — W 4—5 
* 
> 
a, 
‘9, 
A 
°0. 
21. 
99. 
8. 
D4 
25. 
7: 
Bemerkungen 
Stürmisch, Regen. . 
Stürmisch, Regenböen. 
Schön, etwas Regen. 
Vielfach flau. 
Bis 13,5 Knoten, 
Veränderlich, 
Zuletzt kleine Segel, 
Yarter Sturm, schwere See. 
Sturm, 133/4 Knoten. 
Mäfsig, schön. 
Stürmisch, 131!/4 Knoten. 
Grobe See, 
141/4 Knoten. 
Endet sehr flau, vorher 14 Knoten. 
8h still, anhaltend Regen. 
Böen, klare Luft, 38 
Frische Briese, gutes Wetter, 
Regenböen. : i 
Schön, zuweilen Hagelböen, 
Einzelne Regenböen, bis 143/4 Knoten. 
Zuletzt stürmisch mit Staubregen 
Schnell flauer bis Stille. 
16h atill, starker Weststrom., 
Starker Weststrom, . 
Gutes Wetter. 
Gutes Wetter, 
Drei Wachen durch 14 Knoten, 
Um 71/40 a Land in Sicht. 
Ausgenommen die zwei Tage 20. bis 21. und 21, bis 22. Juli mittags, 
als der Wind still oder konträr östlich war und ein starker Gegenstrom nach 
West herrschte, wehte auf dem langen Wege fortwährend ein günstiger Wind, 
und der schnelle Segler. folgte, ohne abzuweichen, seinem vorgeschriebenen 
geraden Kurse. In den 28 Tagen, die er zu der Fahrt benöthigte, machte er 
eine Längendifferenz von 137° 49‘ gut und brachte damit 6430 Sm, das sind 39,7° 
des Erdumfanges, hinter sich. Wird die Fahrzeit um den Längenunterschied 
ceduzirt, so ergiebt sie sich zu 27 Tagen 14,8 Stunden, und- erhält man. dann 
als Durchschnittsdistanz in 24 Stunden für den langen Weg 233 Sm. Lälst man 
die zwei Tage, an denen der Viermaster nicht vorausgesegelt ist, . unberück- 
sichtigt, so steigt die mittlere Tagesdistanz für die wirkliche Vorausfahrzeit 
von 25 Tagen 14,8 Stunden auf 251 Sm. „Pisagua“ legte die Strecken 0° bis 
80° O-Lgy und von 80° O-Lg nach Kap Borda, in dessen Nähe der Viermaster
	        
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