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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Die Haupthäfen Venezuelas. , 
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westliche Richtung, von: da bis zum Zusammenflusse mit dem grofsen, nahe bei 
St. Cristoval entspringenden Nebenflusse Apure€ wendet er sich nordwärts.. Auf 
dieser Strecke vereinigt er sich auch mit dem Nebenflusse Meta, der. bis 50. Sm 
Entfernung von Bogota von kleinen Dampfern befahren werden kann. Eben 
unterhalb: des Zusammenflusses mit dem Apurg liegen die Städte Cabreta und 
Caicara.‘ Von hier an hat der Flufslauf östliche Richtung und mündet schliefs- 
lich. durch etwa 50 Arme, von denen sechs schiffbar sind, in den: Atlantischen 
Ozean. '; Boca Grande, die östlichste und bedeutendste dieser Mündungen, ist 
zu jeder Jahreszeit schiffbar. Von Mai bis Dezember. können Schiffe bis zu 
4,6 m Tiefgang ohne Schwierigkeit bis nach Ciudad Bolivar gelangen, während 
sonst der Flufs nur für Schiffe bis höchstens 3,3 m Tiefgang schiffbar ist. 
Ansteuerung der Mündung. Das Land in der Nähe der Einfahrt in die 
Boca Grande ist sehr schwer auszumachen und nur bei sehr klarem Wetter 
sichtbar, Von Norden kommend, steuert man auf 5,5 m bis 6,55 m Wassertiefe 
längs der Küste, bis man die in Ost-Westrichtung verlaufende Küstenstrecke 
zwischen Mocomoco- und Barima-Huk recht voraus sichtet. Bei nicht sehr klarer 
Luft kommt die Barima-Huk erst in Sicht, wenn man sich bereits auf der Barre 
befindet, bei klarem Wetter soll sie jedoch aus 15 Sm Abstand sichtbar sein, 
Die Bäume auf dieser Huk sind von gleichmäfsiger Höhe. An der Westseite 
der Einfahrt sind die Bäume niedriger, auch die Wälder werden häufig durch 
Mündungen der kleineren Flulsarme unterbrochen. Das Barima-Feuerschiff, das 
zugleich als Lootsenhulk dient, kommt noch später in Sicht als Barima-Huk. 
Die vor der Mündung auf 11,9 m Wasser liegende rothe spitze Tonne mit durch- 
brochenem Aufbau, die E. U. V. (Estados Unidos Venezuela) gezeichnet ist, soll 
ihrer unsicheren Lage halber bei der Ansteuerung schlecht verwerthet werden 
können, auch ist sie schwer aufzufinden. Wenn die Tonne jedoch auf ihrer 
Station liegt, kann man bei sorgfältigem Lothen und ruhiger Barre mit einem 
4,6 m tiefgehenden Schiffe von dieser Tonne aus rw. S12°W (mw. SzW'/AW) 
sicher über die Barre steuern, bis die Barima-Huk in Sicht kommt. Der Schiffsort 
ist stets nach astronomischen Beobachtungen vor Ansteuerung der Barre mög- 
lichst ‚sicher zu bestimmen. Lothungen müssen häufig angestellt werden, da die 
ganze Gegend nur ungenügend vermessen ist und Veränderungen. des Fahr: 
wassers häufig vorkommen. . 
Lootsenwesen, Flufslootsen sind vorhanden, Seelootsen dagegen nicht; 
es besteht Lootsenzwang für Flufslootsen. Lootsenstation ist das Feuerschiff 
„Ponton Barima“. Das Feuerschiff soll häufig seinen Liegeplatz ändern; daher 
ist bei der Ansteuerung ‚stets grofse Vorsicht geboten. Nach Bericht des Grafen 
Mannsfeld sind. etwa 15.Lootsen vorhanden, auch kann man stets einen Lootsen 
erhalten. Für die Rückfahrt wird ein Lootse vom Zollamt in. Ciudad. Bolivar 
angewiesen, .. Die Lootsen kennen die Barre nicht, den Fiufßs kennen sie jedoch 
sehr. gut. Nach amerikanischen Nachrichten kommen die Lootsen auch aufser- 
halb der Barre an. Bord, wenn sie durch Schiffsboote abgeholt werden, Sie 
können die Schiffsführer jedoch nur vor Stellen mit hartem Grunde warnen und 
erst, wenn das Land deutlich auszumachen ist, einen sicheren Kurs angeben. 
In den letzten 18 Jahren sind nur «dreimal Lootsen nach See gegangen, um 
Schiffe ein- oder auszulootsen.. Graf Mannsfeld hält es auch nicht für möglich, 
einen Lootsen außerhalb der Barre .zu erhalten. Es empfiehlt sich, die Lootsen 
zu ‚überwachen, da sie dem Trunke geneigt und nicht besonders zuverlässig sein 
sollen... Ohne Lootsen kann man den Flufs nicht befahren. Die Lootsen werden 
von der Regierung unterhalten. Lootsengeld wird nicht erhoben;-es ist jedoch 
üblich, dem Lootsen .ein Trinkgeld von etwa 10 $ zu geben... 
Leuchtfeuer,. Ein weifses, festes Feuer von 15 Sm Sichtweite 
(20 Sm Leuchtweite). brennt 8,2 m über Wasser auf dem Ponton Barima-Feuer- 
schiffe. Das Feuer wird nur angezündet, wenn die Lootsen genügend Petroleum 
für den Leuchtapparat an Bord haben, Der Vorrath geht oft aus. Wie schon 
erwähnt, vertreibt das Feuerschiff häufig. Das Feuerschiff ist ein alter ein- 
mastiger, ziemlich grofser Dampfer ohne Schornstein. ; ; 
—_ Schleppdampfer sind nicht vorhanden. Kleine Flufsdampfer können Hülfe 
leisten, sind aber sehr theuer..- . 
Quarantäne. Gesundheitspafßs wird verlangt... Aerztlicher Besuch. vor 
Freigabe des Schiffes für den Verkehr muls abgewartet werden.‘ Quarantäue-
	        
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