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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler. 
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24 Tage. — Der Südostpassat und der folgende Nordostwind der südlichen 
Breite litten oftmals an Stärkemangel, doch infolge ihrer Beständigkeit gelangte 
der Viermaster in 16 Tagen nach 34,8° S-Br und 17° W-Lg. Mit den folgenden, 
erst mäfßigen, zuletzt stürmischen Winden aus NW und SW wurde dann am 
26. Dezember, am 21. Tage von der Linie, 0° Länge in 39° S-Br überschritten. 
Die starken bis stürmischen, meistens aus dem Nordwestviertel kommenden 
Winde, die bereits in 5° W-Lg begonnen hatten, hielten mit kurzen Unter- 
brechungen am 4., 7., 12., 21. und 25. Januar bis zur Südspitze Tasmaniens an. 
Auf dieser Strecke brachte der Viermaster, wenn man die schwachen Zeiten 
des Windes aus der Rechnung läfst, in 26 Tagen und 16 Stunden, für Ostlänge 
berichtigt 26 Tagen 6 Stunden 6108 Sm hinter sich; das macht für die lange 
Strecke im Durchschnitt für den Tag 232,4 Sm, für die Stunde 9,7 Knoten. 
Auffällig war, dafs die starke östliche Versetzung, die sich auf dem Wege nach 
Osten zeigte, bei 65° O-Lg plötzlich aufhörte und weiterhin selbst westliche 
Versetzungen beohachtet wurden. Zugleich nahm die Wasserwärme und zwar 
schon von 55° O-Lg an, rasch zu, obgleich die eingehaltene Breite, im Mittel 
44° S, eher höher als niedriger war. Dieselbe Erscheinung zeigte sich auf der 
Reise der „Chile“, „Octavia“ passirte den Meridian von 80° O in 45° S-Br am 
12, Januar 1901 nach der sehr raschen Fahrt von 17 Tagen, den des Südkaps 
von Tasmanien am 26. Januar nach einem ebenso raschen Rennen von 14 Tagen. 
Für einen Tag an der Ostküste Australiens durch harten Nordwind festgehalten, 
erreichte „Octavia“ am 1. Februar nach einer sehr guten Gesammtreise von 
82 Tagen Sydney. 
S. 5710. Eine weiter hier zu erwähnende Reise ist die des eisernen 
Vollschiffes „Caesarea“, Kapt. A. Erdmann, von New York nach Fremantle, 
Westaustralien. Das Schiff verliels New York am 27. Februar 1901 mit 
günstigen Winden aus NW und SW, welch letztere zuletzt aber so schwer 
stürmten, dafs für 3 Wachen beigelegt werden mußte. Mit Winden aus Nord 
und Süd gelangte „Caesarea“ schon in 34° N-Br und 44° W-Lg in den Nordost- 
passat und mit diesem in rascher Fahrt nach 2° N-Br und 27,9° W-Lg, von wo 
der ohne Weiteres folgende Südostpassat das Schiff am 22. März in 29° W-Lg 
an die Linie führte. Die Fahrt nach dort von 23 Tagen ist noch über 3 Tage 
kürzer als das Mittel für amerikanische Klipper, welche nach der Herausgabe 
der 7. Ausgabe von Maurys Sailing Directions ihre Reise machten; sie ist 
deshalb jedenfalls als eine rasche zu bezeichnen. — Der in der vorhandenen 
Jahreszeit so oft flau und mallend auftretende Südostpassat verzögerte die 
Weiterreise sehr; erst in 32° S-Br und 22,5° W-Lg kam eine etwas günstigere 
Gelegenheit mit Wind aus Nord, West und SW, die aber schon in 4,5° W-Lg 
aufhörte und in Stille und filauen Wind verfiel, so dafs erst nach 4 Tagen, am 
20. April 0° Länge in 34,7° S-Br erreicht wurde, Die Fahrt von der Linie bis 
dort hatte 29 Tage gedauert. — Stetige, bald frische, bald bis zum Sturm 
sich steigernde Winde aus dem westlichen Halbkreise brachten „Caesarea“ auf 
dem nun beginnenden Wege nach Osten rascher voraus. In 25 Tagen lief das 
Schiff, das sich meistens in 40° S-Br hielt, die Strecke von 0° bis 104° O-Lg 
ab. Scheidet man die kleinen Etmale von 130, 130 und 96 Sm aus der Distanz 
and aus der Fahrzeit und berichtigt die letztere für den Längenunterschied, so 
erhält man :als Resultat, dafs 4646 Sm in 21 Tagen und 7 Stunden, au einem 
Tage durchschnittlich 218 Sm und in einer Stunde 9,1 Sm zurückgelegt wurden. 
Mit kräftigem Südwestwinde beendete das Schiff nun bald seine Reise; am 
19. Mai ankerte es auf der Rhede von Fremantle. Die Dauer der: raschen 
Fahrt war von 0° bis 80° O-Lg 19, von dort bis Fremantle 10 Tage und die 
yanze Reise 82 Tage. Hätte „Caesarea“ nicht die sehr unbefriedigende 
Gelegenheit im Südatlantik bis 0° Länge gehabt, so hätte sie die Reise wohl 
in 9 Tagen weniger machen können. Auch so wurde ein recht gutes Resultat 
erzielt. 
Die Rückreisen von Australien fallen, da der zurückzulegende Weg 
etwas länger ist, gewöhnlich auch länger aus als die Ausreisen; auch kommt 
dazu, dafs in Bezug auf Bodenreinheit die meisten Schiffe auf der Ausreise in 
einem besseren Zustande sind. Dies zur Beurtheilung der nachstehenden 
Berichte über Rückreisen,
	        
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