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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen dentscher Segler. 
Arbeiten des Schiffes gebrochen war; es konnten deshalb für den Rest der 
Reise nur im Vor- und im Grofstopp Segel geführt werden, Am 29. Oktober 
erhielt „Gertrud“ vor dem Columbia-Flufs einen Lootsen, womit die Ueberfahrt 
über den Stillen Ozean vollendet war. Die schnelle Reise hatte eine Dauer 
von 28 Tagen. Von Yokohama aus gerechnet, welches so viel östlicher und 
bequemer zur Abfahrt liegt, würden für die Reise 21 bis 22 Tage herauskommen. 
Mit der besprochenen sehr raschen Rückfahrt von San Francisco, das 
„Gertrud“ als Nothhafen aufsuchen mufste, nach Falmouth in 101 Tagen schliefst 
das Schiff eine ununterbrochene Reihe von Reisen, von denen die eine so aus- 
gezeichnet wie die andere ist: vom Kanal nach Kap Henlopen 24 Tage, von 
dort bis Nagasaki 116, von dort bis Portland 28 und schliefslich von San 
Francisco. nach Falmouth 101 Tage. 
Wir können nicht unterlassen, hier eine ‚Bemerkung wiederzugeben, die 
sich in einem vor Kurzem von Kapt. Henke an die Direktion der Seewarte 
gerichteten Schreiben befindet: „Ich bedauere, dafs ich die von Ihnen heraus- 
gegebenen Segelhandbücher und Atlanten nicht schon früher als seit sechs Jahren 
in Händen gehabt habe, denn so lange ich diese zur Richtschnur genommen 
und zu Rathe gezogen habe, sind meine Reisen stets besser und schneller 
ausgefallen wie früher, und bin ich stolz darauf, dafs wir in der Sache nicht 
mehr von anderen Nationen abhängig sind. Ich werde deshalb auch, so lange 
ich kann, für die Seewarte mit Stolz und Freude weiter arbeiten.“ 
6. Reisen nach verschiedenen Zielen. 
S. 5190. Die eiserne Viermastbark „Pitlochry“, Kapt. G. Schlüter, 
machte im Winter 1898/99 eine Reise von Hiogo nach Iquique. Mit ver- 
schiedenen, meistens westlichen Winden segelte sie, nachdem sie Hiogo am 
23. Dezember 1898 verlassen hatte, in 34° bis 37° N-Br nach Osten, bis sie 
am 20. Januar 1899 in 34,2° N-Br und 132,6° W-Lg nordöstlichen Wind erhielt. 
Sie steuerte damit SO bis SSO, erhielt in 6° N-Br und 116,5° W-Lg den Süd- 
ostpassat und kreuzte am 6. Februar in 123° W-Lg die Linie. Die Reise hatte 
bis dahin eine Dauer von 45 Tagen. Der steife Nordost brachte dem Vier- 
master Etmale von 254, 280, 227, 265, 235, 221, 218 und 220 Sın. — Der 
Südostpassat war anfangs flau, frischte aber in 2,5° S-Br auf und geleitete so 
„Pitlochry“ in 13 Tagen von der Linie nach 31° S-Br und 127° W-Lg. Zwei 
Tage darauf begannen westliche Winde, diese waren aber nur von geringer 
Dauer, es begann von Neuem Südostwind, der aber so südlich war, dafs beim 
Verfolgen des Kurses nach Osten nur wenig Breite wieder verloren ging. 
Mit steifem Nordwestwinde ging die Fahrt rasch nach 35,6° S-Br, 81,7° W-Lg 
und dann mit ziemlich frischer Südostbriese allmählich nördlicher nach Iquique., 
Hier kam „Pitlochry“ am 17. März an, nach einer raschen Fahrt von 
410 Tagen ab der Linie und 85 Tagen ab Hiogo. Die höchste angesegelte 
Südbreite war 39° 40‘ in 95° bis 90° W-Lg. 
S. 5252. Aehnliche Bestimmung wie die vorbesprochene, nämlich von 
Yokohama nach Taltal, hatte die am 3. April 1899 angetretene der stählernen 
Viermastbark „Nomia“, Kapt. Fr. Rowehl. Der Kapitän wich in der Wahl 
seiner Route insofern von der Kapt. Schlüters ab, als er den Durchstecher 
durch die P’assate erheblich westlicher machte. Mit abwechselnden nordöst- 
lichen bis nordwestlichen und südöstlichen bis südwestlichen oft steilen Winden, 
mit der „Nomia“ mehrmals auf 13 Knoten Fahrt kam, gelangte der Viermaster 
in 19 Tagen nach 40° N-Br und 147,8° W-Lg, wo sich Wind aus SOzO ein- 
stellte, was Kapt. Rowehl veranlafste, südwärts zu gehen. Er traf es dabei 
auch sehr gut. Der Wind drehte sich bald östlicher und führte den Viermaster 
in langen Etmalen, die in 8 Tagen 1815 Sm Weg hinteraus brachten, auf einer 
Route, die etwa 10° östlich von den Hawai-Inseln hinführte, rasch nach der 
Linie. Letztere wurde in 151° W-Lg schon am 3. Mai,-am 31. Tage der Reise, 
überschritten. — Hatte „Nomia“ bis hier gegen „Pitlochry“ viel gewonnen, 
so verlor sie um so mehr auf südlicher Breite. Der Südostpassat war sehr olt 
yestört durch Stille und Mallung, so von 7° S-Br bis 14° S-Br 4 Tage, von 
21,8° S-Br bis 24,5° S-Br 3 Tage und schliefslich in 40° S-Br noch 1 Tag lang. 
Der östliche Wind hielt überhaupt sehr lange an, so dafs Kapt. Rowehl sich
	        
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