Rasche Reisen deutscher Segler.
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einen starken östlichen Strom, der die Bark bis zum 2, April nach 131,5° O-Lg
brachte. Der am nächsten Tage in 9° N-Br beginnende Passat war freilich von
einer starken Strömung nach WNW und NW begleitet, doch konnte von der
östlichen Stellung aus und bei der raumen Richtung: des Windes die Ostseite der
Philippinen‘ bequem freigesegelt werden. Am 11. stand „Plus“ auf 30° N-Br
und 125,7° O-Lg. Da der Wind hier nördlicher holte, so mufste, um den
Bänken vor dem Yangtse-Kiang nicht zu nahe zu kommen, die Bark auf
B-B.-Halsen gelegt werden. Nach einigen Tagen mit nordwestlichen und
östlichen leichten Winden trat jedoch ein frischerer Südostwind ein, der die
Bark durch die Korea-Strafßse brachte. Am 16. wurde Tsu-shima passirt. Am
21. hatte „Plus“ noch einen grimmig kalten Sturm aus Ost bis NO durechzu-
machen, bei welchem das Barometer auf 746,7 mm sank; im Uebrigen verlief
die Fahrt auf der letzten Strecke mit leichten veränderlichen Winden und
meistens gutem Wetter. Am 23. April ankerte „Plus“ vor Wladiwostok nach
einer raschen Reise von 41 Tagen vom Indischen Ozean und 125 Tagen von
Lizard.
Am Schlusse seines Journals für die Ausreise schreibt Kapt. W. Schröder:
„Für diesen schönen Erfolg meiner Reise bin ich der Direktion unserer Seewarte
grofsen Dank schuldig, denn nur ihren Werken, nach denen ich mich aus-
schliefslich richtete, schreibe ich diese schnelle Reise. zu, besonders da ich
überhaupt zum ersten Male die Indischen und Ostasiatischen Gewässer ge-
kreuzt hahe.“
Am 14. Mai 1899 trat „Plus“ die Weiterreise von Wladiwostok nach
Port Townsend, Washington, an. Zuerst gab es wenig Briese und viel Nebel,
doch erreichte die Bark mit etwas frischerem Winde schon am 18. die Tsugar-
Straße, welche sie am nächsten Tage verliefs. Von hier machte sie die Ueber-
fahrt mit Ausnahme der.6 Tage vom 2. bis zum 8. Juni, als von 49,5° N-Br
154° W-Lg bis 52,3° N-Br 145,6° W-Lg östliche Winde herrschten, mit einer
fortwährend günstigen Gelegenheit. Sie legte dabei in einem Zuge lange Strecken
zurück, so vom 23. bis zum 26. Mai 710 Sm, vom 28. Mai bis zum 2, Juni
(6 Tage) 1443 Sm und vom 8. bis 12. Juni 837 Sm. Durch den Ostwind wurde
die Bark in 146,5° W bis 53,5° N-Br geführt. Am Abend des letzten
guten Etmals, den 12. Juni gelangte „Plus“ nach einer raschen Reise von
30 Tagen in die Juan de Fuca-Strafse.
Zieht man die früher beschriebene ausgezeichnete Rückreise von
105 Tagen ab Port Townsend in Betracht, so ergiebt sich für die ganze Rund-
fahrt: von Lizard nach Wladiwostok 125, von dort nach Juan de Fuca-Straße
30 und von dort nach Tuskar 105, zusammen 260 Tage. Während dieser Zeit
wurden nicht nur alle Längengrade der Erde, manche zweimal durchsegelt,
sondern auch die meisten Breitengrade, alle zweimal: zuerst 50° N bis 45° 8,
dann 45° S bis 53,5 N, darauf 53,5° N bis 57° S und schliefslich 57° S bis
51° N, zusammen 412 Breitengrade, also 52 Grade mehr als der Umfang der
Erde, daneben alle Längengrade des Erdumfangs,
S. 5353. Die Reise der stählernen Viermastbark „Niobe“, Kapt.
H. Fettjuch, welche von Barry angetreten wurde und ebenfalls nach Nagasaki
ging, hatte einen ganz ähnlichen Verlauf als die vorher beschriebene, aber ein
Jahr später angetretene des Vollschiffes „Gertrud“. „Niobe“ verliefls den
Bristol-Kanal am 20. April 1899. Sie hatte viel Aufenthalt durch Mallung und
Stille; zuerst vom 25, bis zum 28, April, dann vom 30, April bis zum 4. Mai
und endlich vom 3,5° N-Br an, wo der Passat am 16. Mai aufhörte, bis zum
26. Mai in 0,5° S-Br. Der Viermaster nahm die Route östlich der Kapverden
und hatte den Nordostpassat, der in 30° N-Br einsetzte, zuerst. frisch, später
mäfsig bis leicht. Am 25, Mai überschritt „Niobe“ nach 35tägiger Fahrt in
23,7° W-Lg die Linie. — Besser ging es auf den drei folgenden Strecken.
Der Südostpassat, der in 3° S-Br als frische Briese begann, hielt, abgesehen
von einer eintägigen Unterbrechung in 21° S-Br, bis 23° S-Br an und die
folgenden frischen bis starken Winde, abwechselnd zwischen NW und SW,
gaben dem Viermaster ebenfalls eine gute Fahrt. Die beiden letzten besten
Etmale von zusammen 500 Sm, die bei schwerem, längere Zeit orkanartigem
Sturme aus NW bis WSW ausgeführt wurden, brachten ihn am 16. Juni, nach
schneller 22tägiger Fahrt in 39,5° S-Br nach 0° Lg. — Der Weg nach Osten