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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 30 (1902)

Rasche Reisen deutscher Segler. 
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aichtigen Wetters einen zu westlichen Kurs eingeschlagen, vielleicht auch 
Stromversetzung gehabt hatte und dann bei östlich holender Briese 20 Stunden 
kreuzen mulste, um den Kurs durch den Kanal offen zu bekommen. Schon am 
11. Juli kreuzte der Viermaster die Linie in 107,6° W-Lg, 7 Tage ab Java- 
Hooft. Auf der Weiterfahrt durch die China-See und die Formosa - Straße, 
welch letztere zur Route gewählt wurde, hatte „Christine“ viel Gegenschlag. 
Der Südwestmonsun zeigte sich nur gelegentlich und für kurze Zeit von 
genügender Frische; meistens herrschten flaue umlaufende Winde und viel Stille. 
„Eine langweilige Fahrt“! schreibt Kapt. Warneke, In 185° N-Br wurde der 
Wind nordöstlich. Erst am 25, Juli, 14 Tage ab der Linie, überschritt das 
Schiff 20° N-Br in 119,6° O-Lg. Da. der Wind das Schiff so weit nach Westen 
gedrängt hatte, auch die Jahreszeit günstige Verhältnisse versprach, wählte der 
Kapitän, was er sonst wohl nicht gethan hätte, die Route durch die Formosa- 
Strafe. Aber die Hoffnung schlug fehl. Nur selten etwas günstiger Wind 
aus SO, sonst flauer Gegenwind und Stille. Es dauerte 5 Tage, ehe der Vier- 
master durch die Strafse kam. Auf der letzten Strecke ging es mit der ziemlich 
beständigen Südostbriese etwas besser. Am 5. August wurde die Van Diemen- 
Strafse passirt, am. 7. Kap Murato gesichtet und am 8. bei Kap Murota ein 
Lootse an Bord genommen. Die Reise hatte bis dort eine Dauer von 
115 Tagen. Es nahm dann noch 2 Tage in Anspruch, um durch den Kii- 
Kanal und in der Isuma-See bis Hiogo aufzukreuzen. „Die Reise auf der 
Strecke von Anjer her hätte besser sein können“, bemerkt Kapt. Warneke 
zum Schlufs. Es ist dagegen zu bemerken, daß er, was er hier verlor, auf der 
brillant zurückgelegten Strecke von 0° Breite im Atlantik nach Anjer 
gewonnen hatte. Seine Reise war infolgedessen nicht länger als die des 
„Arthur Fitger“. 
Am 24. September 1898 trat „Christine“ ihre Weiterfahrt von Hiogo 
nach Portland an. Die Reise wurde zunächst durch östlichen Gegenwind und 
die geringe Stärke des günstigen Windes sehr verlangsamt, so dafs am 7. Tage 
der Reise erst 144° O-Lg erreicht war. Dann ging es etwas besser, aber die 
recht guten Etmale waren doch nur selten, und östliche Winde traten noch oft 
ein. Am 17. und 18. Oktober wurde „Christine“, nachdem sie drei sehr gute 
Etmale eingebracht hatte, auf 46,4° N-Br und 154,5° W.Lg von einem schweren 
Sturm aus Süden bis SW betroffen. Der tiefste Barometerstand war um Mitter- 
nacht 731,8 mm. Ueber den Verlauf schreiht das Journal: „Oktober 17. nach- 
mittags stürmischer Wind aus SW mit Staubregenschauern. Hohe See aus 
Süden und WSW; abends zunehmender Sturm, 9 aus SSW, trübes, feuchtes 
Wetter, wilder Seegang. Nachts orkanartiger Sturm, bei dem der Wind 
wieder südlicher geht, heftiger Regen. Um 9*p platzt die gereffte Fock; 
sah mich um 10"p veranlafst beizudrehen vor Untermarssegeln und Vorstängen- 
stagsegel. Das Schiff legt sich zuweilen so weit auf die Seite, dals Gefahr vor- 
handen ist, dafs der Ballast übergeht. Bis 4" a am 18. orkanartig 11, dann holt 
der Wind allmählich westlicher und verliert damit auch an Kraft. Um 7%a 
hielten wieder ab.“ Der Viermaster lag 9 Stunden beigedreht. Bis zum Bei- 
drehen machte er 11 bis 12 Knoten, nach dem Abhalten sofort ebensoviel. Ein 
Beweis, was ein fixer Schiffer mit einem fixen Schiffe machen kann. Mit gutem 
Winde ging es weiter; in den letzten drei Tagen gab es noch wieder Aufent- 
halt durch südöstlichen Wind, gegen welchen zu kreuzen war. Es zeigt sich 
hier, dafs im Herbst und vielleicht den ganzen Winter hindurch es nicht gerathen 
ist, Portland wie die Juan de Fuca-Stralse von NW her anzusteuern, besser von 
SW. Auch dürfte eine ziemlich südlich gelegene Route querüber von Vortheil 
sein. Der mittlere Ort des niedrigen Luftdrucks, wo die Depressionen ziehen 
oder liegen, scheint im nördlichen Stillen Ozean in der fraglichen Jahreszeit 
sich weit nach Süden zu verschieben. „Christine“ erreichte den Columbia-Flufß 
am 26. Oktober nach 33 Tagen. ; 
S. 5624. Die zunächst aufzuführende Reise ist die der eisernen Bark 
„Plus“, Kapt. W. Schröder. Sie ging nach Wladiwostok und’ fiel auf dem 
letzten Wegesabschnitt in die Zeit des Nordostmonsuns, hatte also aus beiden 
Gründen mehr Schwierigkeit und mehr Distanz zu überwinden, als die vor- 
berichteten Reisen des „Arthur Fitger“ und der „Christine“. Die in Fort- 
setzung. der hier besprochenen Reise der „Plus“. ausgeführte ausgezeichnete Reise
	        
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