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Rasche Reisen deutscher Segler.
in 31,2° W-Lg gekreuzt. — DerNordostpassat, der in etwa 6° N-Br und 35,5° W-Lg
aufkam, war bis 21° N-Br und 58° W-Lg nur flau und sehr unbeständig, so dafs
„R. C. Rickmers“ bis dort von der Linie 21 Tage gebrauchte. Dann wurde
die Gelegenheit aber besser, zuerst mit frischem bis steifem NO, später vor-
nehmlich mit südlichem und westlichem Winde. Nachdem noch eine Nacht
hindurch gegen Sturm aus NW dicht unter der Küste gekreuzt worden war,
kam „R. C. Rickmers“ am 16. Dezember bei Staten Island zu Anker. Fahrt-
dauer von der Linie 31 Tage. Die ganze Reise, 102 Tage von Singapore und
84 Tage von der Sunda-Strafse, ist als eine sehr gute zu bezeichnen.
S. 5623. Das Viermastvollschiff „Peter Rickmers“, Kapt. P. Schober,
trat am 27. April 1900 eine Reise von New-York nach Hongkong an, die
aufserordentlich rasch verlief. Mit meist frischem südwestlichen Winde gelangte
es am 10. Mai auf 29,3° N-Br und 36,8° W-Lg in den Nordostpassat, der es in
rascher Fahrt — mehrere Etmale mit 263, 236, 261 Sm — am 18. Mai nach
4,9° N-Br und 26,1° W brachte. Leider folgten zunächst noch 3 Tage mit Flaue
und Stille, ehe in 3,2° N-Br der Südostpassat einsetzte, der das Viermastschiff am
23. Mai in 27° W-Lg über die Linie führte. Die Fahrt bis hier von 26 Tagen
war sehr gut. Wäre der letzte Aufenthalt nicht gekommen, so würde sie um
2 bis 3 Tage kürzer geworden sein. — In schneller Fahrt ging es mit dem
Südostpassat in 6 Tagen bis 19,3° S-Br in 36,5° W-Lg. Hier wurde es für
2 Tage flau; dann kam für 4 Tage etwas bessere Briese, auch aus SO, der
wieder 2 Tage ohne Fortgang folgten. Mit den nun einsetzenden vorherrschenden
nordwestlichen Winden, die bis zur Stärke 7, wenn auch leider nur für einen
Tag, anstiegen, kreuzte das Viermastschiff am 15. Juni nach 23tägiger Fahrt
in 41,6° S-Br den Meridian von 0°. — In östlicher Länge war das Vorwärts-
kommen zunächst nicht recht befriedigend, gut aber von 48,0° O-Lg an, wo
„Peter Rickmers“ mit vorherrschenden starken bis stürmischen südwestlichen
Winden eine Reihe langer Distanzen hinter sich brachte: 221, 222, 257, 249,
269, 269 und 193 Sm, womit es am 6. Juli nach 35,6° S-Br und 96° O-Lg kam.
80° O-Lg war am 3. Juli in 39° S-Br überschritten worden, am 18. Tage von
0° Länge. -— Am 10. Juli in 30° S-Br und 99,5° O-Lg trat der Südostpassat
an die Reihe, um das schnelle Schiff vorwärts zu bringeu. "Trotzdem noch
2 bis 3 Tage mit flaueren Winden auftraten, kam „Peter Rickmers“ am 17. Juli,
14 Tage von 80° O-Lg und 81 Tage von New York, in die Sunda-Strafse.
Dies ist eine der besten, wenn nicht die beste Reise aller deutschen Schiffe im
Bericht. — In der Sunda-Strafse begann das im SO- der südlichen, bezw.
Südwestmonsun nördlicher Breite gewohnte Langsamvoran, Es nahm bis zum
Nordausgange der Sunda-Strafse 6 Tage, von dort bis durch die Gaspar-Straße
wiederum 6 Tage und schliefslich durch die China-See, obgleich hier an 6 Tagen
gute Südwest- und Südbriese herrschte, weitere 11 Tage in Anspruch,
Die Reise nach Hongkong, in dessen Nähe „Peter Rickmers“ am
9. August ankam, war vom Eingange der Sunda-Strafse ab um 23 Tage ver-
längert, blieb aber mit 104 Tagen immer noch 15 Tage kürzer, als die Reise
im Durchschnitt ist.
5. Reisen nach Nord-China und Japan und Weiterreisen nach
Nordwest- und Südwest-Amerika.
Die Reisen von Segelschiffen nach Nord-China, Ostsibirien und Japan,
die wenigstens als direkte Reisen früher sehr selten vorkamen, sind in letzterer
Zeit sehr häufig geworden. Sie haben in den meisten Fällen als Ausgangspunkt
Philadelphia oder New-York, wo als Ladung Petroleum eingenommen wird,
seltener einen europäischen Hafen, wo Stückgut und Kohlen geladen werden.
Es ist ein langer Weg, der zurückzulegen ist, und besonders auf der letzten
Strecke mit vielen Schwierigkeiten verknüpft. Reisen von 160 Tagen und
mehr sind infolgedessen nicht selten. Die fast stets eingeschlagene Route führt
ostwärts am Kap der Guten Hoffnung vorbei und dann je nach der Jahreszeit
durch die Sunda-Strafse, die China-See und West oder Ost von Formosa, oder
durch die Lombok-, Allas- oder Ombai-Strafse, dann durch die Makassar- oder
die Djilolo-Strafse und schliefslich im Osten der Philippinen und der Insel
Formosa nach Norden, oder auch ganz östlich um Australien herum, Ein ganz