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Rasche Reisen deutscher Segler.
lem Winde, bei welchem alles Tuch zog und das Schiff wieder über 12 Knoten
kam. Er herrschte bis 10° S-Br, ihm folgte ein ebenso kräftiger Monsun” aus
WNW. Er hatte den Segler schon am 12. Dezember nach 2° S-Br gebracht,
dann kamen aber noch 3 Tage mit Stille, und erst am 15. kreuzte „Euterpe“
0° Breite in 95° O-Lg. Ihre Fahrt von 17 Tagen von 80° O-Ly war trotzdem
jedenfalls eine rasche. — Bei der östlichen Richtung des Nordostmonsuns, der
schon in 0° Breite begann und der östlichen Stellung des Schiffes wählte auch
Kapt. Timme, von dem Vortheil seiner Mafsregel überzeugt, die Route an
der Ostseite der Nikobaren und Andamanen. Er passirte Great Nikobar am
18. Dezember und kam auch für die Jahreszeit ziemlich schnell nach Norden,
schneller als im Westen der Inseln der Fall gewesen wäre, nur auf der aller-
letzten Strecke hatte er noch Aufenthalt durch Windstille und Gegenstrom.
Am 27, Dezember erreichte „Euterpe“ einen Ankerplatz unter der Küste nahe
der Rangun-Flufsmündung, und war damit ihre Seereise beendet, nach einer
sehr kurzen Fahrt von 12 Tagen von der Linie und 95 Tagen von Lizard.
Bin sehr gutes Resultat!
Die Wahl der Route im Osten der Nikobaren und Andamanen auf
Reisen nach Moulmain, Rangun und Bassein im Nordostmonsun, welche auf
allen hier berichteten Reisen von den Führern getroffen wurde, entspricht der
im Segelhandbuche der Seewarte auf Seite 541 gegebenen Anweisung, welche
lautet: Nach den Reiseergebnissen ist die Route östlich der Inseln in allen
Monaten des Nordostmonsuns von Vortheil, besonders ist sie es zu Anfang des
Monsuns, November und Dezember, wenn durch die oft weit nach Norden
reichenden westlichen Winde die Durchsegelung zwischen Grofs Nikobar und
Pulo Brasse leicht gemacht wird, auch der Wind in der Andamanen-See eine
mehr östliche Richtung hat als in der Mitte der Bai von Bengalen.
Die schnellste, bis jetzt noch nicht übertroffene Reise im Nordostmonsun
war die der Bark „Fürst Bismarck“, Kapt. G. Keller, im Jahre 1878 von
36 Tagen. Die Bark legte im November die Strecke von 80° O-Lg bis 0° Breite
in 15, die von 0° Breite bis Rangun in 7 Tagen zurück. Segelhandbuch
Seite 537.
S. 5278. Eine rasche Rückreise von Rangun machte die stählerne Vier-
mastbark „Albert Rickmers“, Kapt. G. Warneke, die von Hamburg über
Hongkong nach Kiautschou gegangen war und ihre Rückreise von Rangun
antrat. Sie verliefs ihren letzten Ankerplatz unter der Küste am 24, August 1899 und
kreuzte nun gegen den herrschen Monsun, der durchgehends leicht war, südwärts.
Am 5, September, als der Viermaster bis 6,2° N-Br und 95,8° O-Lg gekommen
war, und so eben vor der Küste von Sumatra gewendet hatte, nahm der Monsun
plötzlich bis zum Sturme zu, wobei eine Reihe von Segeln zerrils oder ganz
wegflog. Nach 12 Stunden mäfsigte der Wind sich wieder und holte, nachdem
Atzi passirt war, auch westlicher, so dafs eines Schlages nach Süd bis SW
gesteuert werden konnte. Am 13. September, dem 20. Tage der Reise, wurde
in 93,3° O-Lg die Linie überschritten; für die Zeit des Südwestmonsuns ein
gutes Resultat. Südlich der Linie hatte „Albert Rickmers“ zunächst 6 Tage
Aufenthalt durch flaue Winde und Stille, ehe in 4,5° S-Br der stramme Südost-
passat einsetzte. Ein langes, rasches, stetiges Rennen brachte den Viermaster,
der nach Möglichkeit im stärksten Windstrom des Passats gehalten wurde, in
9 Tagen von 4,5° S-Br und 91,9° O-Lg nach 20,6° S-Br und 60,8° O-Lg, über
eine Strecke von 2083 Sm. Da der Passat, wenn auch leichter, bis 28° S-Br
und 50,5° O-Lg anhielt, und auch der folgende nordöstliche Wind etwas Fort-
zchritt gestattete, konnte „Albert Rickmers“ am 20. Fahrtage von der Linie,
dem 5. Oktober, den Parallel von 30° S in 45° O-Lg überschreiten. Die rasche
Fahrt würde noch um 4 Tage kürzer geworden sein, wenn nicht der Aufenthalt
durch Stille bei der Linie gewesen wäre.
Die Umsegelung des Kaplandes, die in 30° S-Br begann, fand zunächst
viel Hinderung durch Stille. Kapt. Warneke liefs bei dem südöstlichen Winde,
am in den Agulhas Strom zu kommen, das Schiff stets auf B. B.-Halsen dem
Lande zu liegen. Am 12. Oktober kam in 31,5° S-Br die Küste von Afrika in
Sicht. Am 16, fand man denn auch auf 35° S-Br und 24° W-Lg, dafs man in
5 Tagen um 225 Sm nach S 54° W durch den Strom vorausgesetzt worden war.
Am nächsten Tage, der ohne Strom war, stellte sich bei Sturm aus Westen,